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Cottbus Dienstag, 04 Februar 2020 von Redaktion / Presseinfo

Evangelisches Gymnasium Cottbus erinnert mit Butterfly Project an Holocaustopfer

Nach dem Start vor knapp einem Jahr an der Bewegten Grundschule in Cottbus hat das "Butterfly Project" deutschlandweit Schule gemacht (wie berichtet). Als zweite Cottbuser Schule beteiligt sich jetzt auch das Evangelische Gymnasium an dem Projekt. Am vergangenen Freitag wurden dazu die von Schülern aus der 8.Klasse gestalteten Schmetterlinge an der Hauswand des Gymnasiums enthült. Jeder Schmetterling steht als Symbol des Gedenkens für ein im Holocaust getötetes Kind bzw. einen Jugendlichen. Zuvor beschäftigten sich die Schüler mit den einzelnen Biografien der Ermordeten. Wie uns Projekt-Mitinitiatorin Nicole Nocon im Video sagte, war das deutsche Projekteam von der zunehmenden Nachfrage seit dem Start im vergangenen Jahr überwältigt.

Welche Erfahrung Schülerinnen des Evangelischen Gymnasiums dabei sammelten und wie das Projekt aktuell deutschlandweit läuft, dazu gibt es Stimmen, Infos und Eindrücke von der Enthüllung im Titelvideo.

Das Evangelische Gymnasium fasst auf seiner Webseite zusammen:

Am 31.01.2020 wurden im Rahmen des Butterflyprojektes die Gestaltung von Schmetterlingen am Evangelischen Gymnasium Cottbus feierlich enthüllt. Es sind bunte Keramik-Schmetterlinge, mit denen das internationale „Butterfly Project“ an die 1,5 Millionen Kinder und Jugendlichen erinnert, die im Holocaust getötet wurden. Bunte Schmetterlinge als Symbole des Gedenkens und der Hoffnung. Jeder dieser Schmetterlinge steht für ein Leben, das ausgelöscht wurde.

Dem „Butterfly Project“, das im Jahr 2006 von einer Schule im kalifornischen San Diego auf den Weg gebracht wurde, haben sich seither Menschen auf der ganzen Welt angeschlossen. Mehr als 230 000 Schmetterlinge wurde inzwischen bemalt. Initiiert wurde das Butterfly Project in Cottbus von Nicole Nocon und Steven Schindler, dem Sohn des aus Cottbus stammenden Holocaust-Überlebenden Max Schindler.

Zur feierlichen Enthüllung der Schmetterlinge war nun Steve Schindler mit seiner Tochter am Evangelischen Gymnasium und hat aus seinem Leben und dem seiner Eltern berichtet. Rabbiner Walter Rotschild betete und sprach in der Zeremonie den Segen. Schüler der 8. Klassen hatten sich mit einzelnen Biografien, in Theresienstadt getöteter Kinder auseinandergesetzt und anschließend Keramikschmetterlinge bemalt. Im Sommer werden die Schüler im Rahmend des Projektes Theresienstadt besuchen.

Im Sommer 2019 haben Steven Schindler und Nicole Nocon die neue Non-Profit-Organisation GenerationE gegründet. Ihr Ziel ist es, Kinder und Jugendliche altersgerecht mit der Geschichte des Holocausts vertraut zu machen, sie für die Gefahren von Hass und Diskriminierung zu sensibilisieren und sie zu ermutigen, sich einzumischen und sich gegen Intoleranz stark zu machen. Im vergangenen Jahr hat die Bewegte Grundschule Cottbus das Projekt erstmals nach Deutschland geholt.

Das Projekt an der Cottbuser Schule hat offenbar einen Nerv getroffen. Seit Beginn dieses Jahres sind bereits fast 20 deutsche Schulen dem Beispiel der Bewegten Grundschule gefolgt. Das Evangelische Gymnasium Cottbus ist nun die nächste Schule, die sich dem „Butterfly Project“ angeschlossen hat.

red / Info

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