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Brandenburg Dienstag, 18 Januar 2011 von Helmut Fleischhauer

Wasserstoff-Hybridkraftwerk Prenzlau: ENERTRAG, TOTAL und Vattenfall vereinbaren Kooperation

Wasserstoff-Hybridkraftwerk Prenzlau: ENERTRAG, TOTAL und Vattenfall vereinbaren Kooperation

TOTAL und Vattenfall werden neue Partner von ENERTRAG beim Hybridkraftwerk in Prenzlau. Hierüber unterzeichneten heute die ENERTRAG AG, die TOTAL Deutschland GmbH und die Vattenfall Europe Innovation GmbH einen gemeinsamen Kooperationsvertrag. Damit haben sich führende Unternehmen dazu entschlossen, ENERTRAG bei einem zukunftsweisenden Projekt im Sinne des Energiekonzepts der Bundesregierung zu unterstützen. Ziel der Kooperation ist es, die Machbarkeit einer sicheren und nachhaltigen Energieversorgung und Speicherung mit einem Mix aus rein Erneuerbaren Energiequellen im Praxistest nachzuweisen.
Das Pilotprojekt ist bereits in Bau und vernetzt erstmals die Energiequellen Wind, Wasserstoff und Biogas in der Praxis zu einem Verbund, in dem es die jeweiligen Vorteile dieser Energiequellen optimal ausnutzt: Der in drei Windturbinen erzeugte Strom wird anteilig zur Herstellung von co2-freiem Wasserstoff eingesetzt. Dieser grüne Wasserstoff wird dann zwischengespeichert und in Zeiten hoher Nachfrage und geringem Windenergieangebot in einem Wasserstoff-Biogas-Blockheizkraftwerk zur Strom- und Wärmeproduktion genutzt. Außerdem kommt der Wasserstoff auch an den TOTAL Wasserstoff-Tankstellen in Berlin an die Zapfsäulen. So sorgt regenerativ erzeugter Wasserstoff aus der Uckermark für co2-freie Mobilität in der Hauptstadt.
Die Investitionssumme für das Hybridkraftwerk beläuft sich auf rund 10 Millionen Euro. Gefördert wird das Pionierprojekt durch das Land Brandenburg und das Bundesverkehrsministerium. Das Hybridkraftwerk wird voraussichtlich im Sommer 2011 in Betrieb gehen.
Ministerpräsident Matthias Platzeck sagte: „Der Brandenburg kürzlich zum zweiten Mal verliehene „Leitstern" als bestes Bundesland im Bereich Erneuerbare Energien ist Anerkennung, aber auch Ansporn. Wir wollen mit der Weiterentwicklung unserer Energiestrategie den Anteil der Erneuerbaren Energien an unserem Primärverbrauch bis 2020 auf über 20 Prozent bringen. Das klappt nur, wenn alle an einem Strang ziehen. Deshalb freue ich mich über die Kooperation der drei großen Unternehmen. Brandenburg wird bei solchen Projekten auch künftig ein zuverlässiger Partner und Unterstützer sein."
Anlässlich der Kooperationsvereinbarung erklärt ENERTRAG-Vorstand Werner Diwald: „Die Grundlastfähigkeit erneuerbarerer Energien ist eine der zentralen Herausforderungen beim Umbau der deutschen und europäischen Energiesysteme. Mit unserem Hybridkraftwerk liefern wir eine Lösung zur Speicherung großer Energiemengen aus Wind kraft und schaffen mit dem Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft zugleich Lösungen auch für die Bereiche Mobilität und Wärme. ENERTRAG ist stolz darauf, diese Aufgaben gemeinsam mit ihren Partnern TOTAL Deutschland und Vattenfall anzupacken."
Hans-Christian Gützkow, Geschäftsführer TOTAL Deutschland, ergänzt: „Wir sind davon überzeugt, dass Wasserstoff als Antriebsenergie für Fahrzeuge zukünftig eine wichtige Rolle einnehmen kann. Deswegen erweitert TOTAL im Rahmen der Clean Energy Partnership (CEP) sein Engagement mit zwei weiteren Wasserstoff-Tankstellen an der Heidestraße im Herzen Berlins und in der Hauptstadtregion am neuen Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt. Wir freuen uns, dass ENERTRAG mit dem Hybridkraftwerk sozusagen „heimischen" Treibstoff herstellen wird – Windstrom aus der Uckermark sorgt für grünen Wasserstoff an Berliner Zapfsäulen. Auch die BVG wird da-durch in der Hauptstadt mit Ihren Wasserstoff-Bussen co2-frei unterwegs sein."
Zum Einsteig Vattenfalls in das Projekt sagt Dr. Oliver Weinmann, Geschäftsführer der Vattenfall Europe Innovation: „Wir freuen uns, jetzt als Kooperationspartner unser Know-how in dieses Pionierprojekt einbringen zu können. Denn der Ausbau der Stromerzeugung aus Windkraft ist zentraler Bestandteil unserer Konzernstrategie. Umso bedeutender werden künftig Konzepte zur Speicherung von Windstrom. Das Hybridkraftwerk ist ein hochinteressanter Ansatz in dieser Richtung, denn Wind-Wasserstoff-Systeme sind eine attraktive Möglichkeit zur Pufferung fluktuierender Windenergie."
Quelle und Abbildung: TOTAL Deutschland GmbH

 

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