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Brandenburg Donnerstag, 07 Oktober 2021 von [wp]

Verstärkt Bitcoins Erfolg das Interesse an anderen Kryptowährungen?

Verstärkt Bitcoins Erfolg das Interesse an anderen Kryptowährungen?

Hoch, höher, Bitcoin? Der Platzhirsch unter den Kryptowährungen legt seit Anfang des Jahres einen rasanten Höhenflug hin, bei dem selbst kräftige Einbrüche nur kurzfristig dauern, ehe es wieder steil nach oben geht. Am 4. Januar 2021 war eine der virtuellen Münzen knapp über 32.025 US-Dollar wert. Bis zum 14. April hatte sich das fast verdoppelt, und ein Bitcoin wurde für rund 62.986 US-Dollar gehandelt. Dieser Höchststand hielt zwar nicht lange vor, aber mit einem Wert von knapp 40.596 US-Dollar am 21. September 2021 hat die virtuelle Währung binnen eines Jahres fast den vierfachen Wert erreicht. Am 25. September 2020 wurde Bitcoin noch für 10.689 US-Dollar gehandelt.

Kryptowährungen bieten einige Vorteile

Diese Höhenflüge sind es, was Bitcoin trotz diverser Kurseinbrüche in den vergangenen Jahren für Spekulanten so attraktiv gemacht hat. Zwar gehören gute Nerven dazu, um plötzliche Abstürze zu akzeptieren, ohne Panikverkäufe zu machen, aber gerade bei Bitcoin haben die schwachen Phasen nie lange angehalten, seit die erst seit einem Jahrzehnt gehandelte Währung vom fast wertlosen Experiment 2017 plötzlich zum finanziellen Überflieger geworden ist. Bitcoins Erfolg hat auch das Interesse am durch Online-Broker leicht gemachten Handel mit Kryptowährungen insgesamt geweckt, so dass Ethereum, Tether, Ripple und andere virtuell erzeugte Münzen für Anleger attraktiv geworden sind.

Dabei existieren die Währungen nur im Internet und werden mittels Computern dank komplizierter, energieaufwändiger Programme „geschürft“. Bitcoins werden anschließend in einer dezentralen Blockchain verwaltet, in der jede Transaktion anonym festgehalten wird. Diese Anonymität, der Mangel an Aufsicht durch regierungseigene Regulierungsbehörden, und der Verzicht auf Banken und andere Mittelsmänner, die die Abwicklung von Transaktionen blitzschnell machen, sind zum einen der Vorteil von Kryptowährungen, in den Augen etlicher Leute aber auch der Nachteil, weil eben Anonymität und Unabhängigkeit möglicherweise Missbrauch erleichtern.

Inzwischen haben sich allerdings auch in zur Vorsicht neigenden Ländern wie der Bundesrepublik und den skandinavischen Staaten die Befürworter auch in verantwortlichen Positionen stark vermehrt. In eigenen Ländern wird sogar über die Einführung von eigenen Kryptowährungen nachgedacht. Auf Influencer-Kanälen wie TikTok und YouTube gibt es immer mehr Anlegertipps von selbsternannten Krypto-Experten und Bitcoinmillionären, die sich gezielt an Jugendliche wenden. Diese werden allerdings unter Fachleuten mit einem gewissen Argwohn betrachtet, weil Inhalte nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen müssen und Spekulationen selbst mit erfolgreichen Währungen genau das bleiben – Spekulationen eben.

 

Dabei gibt es auch unter den einzelnen virtuellen Währungen an sich deutliche Unterschiede, die potenzielle Anleger in Erwägung ziehen sollten. Bei Bitcoin ist das unter anderem die Tatsache, dass es sich um eine endliche Summe handelt. Die Erfinder der Währung haben die Anzahl der im Laufe der Jahre in Blocks zu schürfenden Münzen auf 21 Millionen begrenzt. Mittlerweile sind rund 18,8 Millionen Bitcoin auf dem Markt. Es sind auch Investitionen in Bruchteile von Bitcoin möglich.

Die internationale Finanzbranche hat zudem noch weitere Möglichkeiten entdeckt, wie mit Kryptowährungen spekuliert werden kann. In den USA werden sie als Futures an den Terminbörsen gehandelt, wo auf steigende oder fallende Kurse gesetzt wird, und Schweizer und Schwedische Banken und Emittenten bieten Zertifikaten an, mit denen auf Kurszuwächse spekuliert wird. Diese werden wie traditionelle Wertpapiere auch an der Börse gehandelt, sind aber als Schuldverschreibungen nicht gegen eine Pleite des Herausgebers geschützt. Zudem sind Kyptowährungen besonders volatil, was sie im günstigen Fall hochlukrativ macht, im schlechtesten Fall aber auch den endgültigen Wertverfall bedeuten kann. Deshalb gilt bei jeder Investition in das virtuelle Geld die alte Anlegermaxime, dass nur Summen angelegt werden sollten, auf die gegebenenfalls völlig verzichtet werden kann.

Zwar gibt es inzwischen etliche Krypto-Millionäre, aber die schönsten Höhenflüge nehmen irgendwann ein Ende und obwohl die Hoffnung bleibt, gibt es keine Garantien, dass es für jede Kryptowährung und jeden Anleger ein Happy-End gibt.

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