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Brandenburg Montag, 27 September 2021 von [wp]

Neue Mobilität: Wege zur Verkehrswende

Neue Mobilität: Wege zur Verkehrswende

Was die Verkehrssituation angeht, herrscht in Deutschland klarer Handlungsbedarf. Immer mehr Autos verbrauchen Ressourcen wie Platz und Benzin, zudem verschärfen sie die Klimakrise. Doch was sind die Alternativen? Eine große Belastung der Umwelt sind nicht nur fahrende, sondern auch stehende Autos, weil wieder mal ein Stau herrscht. Eine neuere Studie des Kartendienstes "Tom Tom" zeigt diese Problematik deutlich. Nicht nur im Stauweltmeister Hamburg belastet das Stop-and-Go die Umwelt, sondern auch in anderen deutschen Städten.

Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel

Kein Wunder, dass immer mehr Menschen nach Alternativen zum Auto suchen. In den urbanen Gebieten Deutschlands scheint der öffentliche Nahverkehr eine probate Methode, um dem Stau zu entgehen. Aber das stimmt auch nicht immer. Gerade die Randbezirke sind oft genug nämlich nur mangelhaft angebunden. Eine Ergänzung zu Bussen und S-Bahn kann da ein E-Scooter sein. Diese modernen Roller lassen sich in der Bahn bestens mitnehmen und zur Überbrückung größerer Differenzen von der Haltestelle nach Hause oder zum Arbeitsplatz nutzen. Für kürzere Strecken – weniger als zwei Kilometer – ist ein Scooter überdies eine schnelle Alternative zu den Öffis.

Wer sich zudem dafür entscheidet, den Scooter nicht zu kaufen, sondern ganz unkompliziert zu mieten, entlastet das Klima zusätzlich. Denn wenn viele Menschen sich einen Roller teilen, müssen unterm Strich weniger produziert werden. Das wiederum spart Ressourcen wie Materialien und Energie. Das gilt natürlich nicht nur für Scooter: Auch Carsharing ist ein Schritt in Richtung Verkehrswende und sorgt zudem für mehr Platz in den Städten.

Allerdings reichen Roller und gemietetes Auto nicht aus, um die Umwelt dauerhaft zu entlasten. Laut Experten bedarf auch der öffentliche Nahverkehr einer Modernisierung, wie sie zum Beispiel die Brandenburger Verkehrsbetriebe mit umweltfreundlichen Straßenbahnen vormachen.

Alternativen für Landbewohner

Wer auf dem Land lebt, hat umweltschonende Möglichkeiten wie U- und S-Bahn, Scooter oder Carsharing nicht unbedingt vor der Haustür. Dementsprechend gehört auch der Umstieg auf Elektroautos zur geplanten Verkehrswende, die Deutschlands Straßen und Städte umweltfreundlicher machen möchte. Bis zum Jahr 2030 sollen nach Plänen der Bundesregierung sieben Millionen E-Autos auf deutschen Straßen unterwegs sein. Das ist noch ein weiter Weg bis dahin, denn 2020 wurden gerade einmal 194.200 dieser Kraftfahrzeuge in Deutschland zugelassen. Es gibt wohl auch kaum ein Thema, was so polarisiert wie die Stromer. Vor allem der hohe Anschaffungspreis und die niedrige Reichweite sorgen dafür, dass viele Menschen dem E-Auto noch skeptisch gegenüberstehen. Allerdings wird aktuell vor allem beim Thema Ladestationen nachgebessert, wie auch das Beispiel Blechen Carré in Cottbus zeigt. Dazu kommen sogenannte Wallboxes, also private Ladestationen, die vor allem für Eigenheimbesitzer interessant sind. Deren Einbau wird ebenso gefördert wie das Elektroauto selbst. Wer über einen Wechsel zum Stromer nachdenkt, sollte diese Förderungen in die Kosten-Nutzen-Rechnung mit einbeziehen, ebenso wie die Befreiung von der Kfz-Steuer für zehn Jahre.

Doch die Bundesregierung setzt bei der Verkehrswende nicht gänzlich auf E-Mobilität. So sollen auch Kraftstoffe aus Abfallstoffen entwickelt werden, die eine Alternative zu Diesel und Benzin darstellen.

Mit dem Fahrrad zur Verkehrswende

Ein verstärktes Augenmerk liegt bei der Umstellung des Verkehrs auch auf dem Fahrrad. Denn umweltfreundlicher als mit dem Rad (oder zu Fuß) kann man sich kaum bewegen. Allerdings hapert es in vielen Gegenden heute noch an vernünftigen Fahrradwegen. Oftmals sind diese in schlechtem baulichem Zustand, bieten zu wenig Platz oder sind sogar gefährlich, weil Kollisionen mit dem Autoverkehr drohen. Deshalb ist auch der Ausbau des Radwegenetzes ein Bestandteil der Verkehrswende.

Fest steht: Diese Verkehrswende ist unumgänglich, damit das sogenannte Klimabudget nicht überschritten wird. Dieses wurde im Klimaschutzgesetz festgelegt und sieht eine spürbare Verringerung des Co2-Werts vor: Von 805 Millionen Tonnen Treibgas, die Deutschland noch 2019 ausgestoßen hat, bis zu maximal 543 Tonnen, die es Ende 2030 maximal sein dürfen. Doch nicht nur die Regierung, auch der Verbraucher kann wesentlich dazu beitragen, dieses ambitionierte Ziel zu erreichen. Zu den Maßnahmen, die jeder leisten kann, gehört der Verzicht aufs Auto, so oft wie möglich. So ist es durchaus eine Überlegung wert, bei gutem Wetter nur noch mit dem Rad oder mit der Kombination Scooter/Bahn unterwegs zu sein. Auch kann man kleinere Strecken prima zu Fuß bewältigen und den Wagen in der Garage lassen. Der Verzicht auf Flugreisen gehört ebenfalls zu den Maßnahmen, mit denen jeder mithelfen kann, die Umwelt zu schonen. Eine Alternative für den Urlaub ist vielfach die Bahn. Interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass während der Corona-Lockdowns wesentlich mehr Menschen als sonst mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs waren. Das zeigt: Ein Umstieg ist möglich, auch wenn er erst einmal Bequemlichkeit kostet.

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Bild: pixabay

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