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Brandenburg Freitag, 24 September 2021 von [wp]

Die komplizierten Regelungen mit den Online Casinos

Die komplizierten Regelungen mit den Online Casinos

Beim Thema Glücksspiel fährt Deutschland schon seit Jahren einen anderen Kurs als andere Staaten innerhalb der EU. Gerade mit Blick auf Online Casinos ergeben sich strengere und in der Folge kompliziertere Regelungen als im europäischen Ausland. Wie es dazu kam und wie sich die aktuelle Lage beim Glücksspiel in Deutschland darstellt, wollen wir einmal genauer beleuchten.

Unterschied zwischen Deutschland und der EU

Zwischen geltendem Recht in Deutschland und der EU bestehen beim Online Glücksspiel gravierende Unterschiede. Während der deutsche Glücksspielstaatsvertrag enge Grenzen vorgibt, zeigt sich das EU-Recht freizügiger. Die einzige Ausnahme für Glücksspiellizenzen in Deutschland bildete lange Zeit Schleswig-Holstein, das selbst Lizenzen wie für das Hyperino Casino vergab. Im restlichen Gebiet der Bundesrepublik war Online Glücksspiel schlicht verboten. Für jemanden, der dennoch Glücksspiel im Netz anbot, drohten hohe Strafen. Auch Banken war es nicht erlaubt, Zahlungsmöglichkeiten für Spieler bereitzustellen. In der Praxis war damit kaum legales Glücksspiel in Deutschland möglich.

Eine Liberalisierung erfolgte allerdings schon 2013, als Online Sportwetten wieder erlaubt wurden. Damit war es Interessenten möglich, über ausländische Anbieter wieder Wetten über das Netz abzuschließen. Als EU-Bürger hat auch ein deutscher Staatsangehöriger das Recht, ein Online Casino mit EU-Lizenz aufzusuchen. Hier kommt auch Schleswig-Holstein ins Spiel, das als einziges Bundesland eine eigene Linie wählte und Glücksspiellizenzen vergab. Allerdings wandelte sich der Kurs der Landesregierung später. Von dort an schwenkte man auf den Kurs der restlichen Bundesländer um und regulierte die Lizenzen stärker. Kompliziert wurde es aber hinsichtlich der bereits vergebenen Lizenzen. Diese durften weitergenutzt werden, was später vom Europäischen Gerichtshof bemängelt wurde. Ein überarbeiteter Vertrag musste her, der allerdings weiter strenge Regulierungen für Spieler beinhaltet.

Keine Live Casinos, aber Slots

Diese sehen unter anderem eine Überprüfung jedes neuen Spielers vor, der von nun an außerdem ein Einzahlungslimit von 1000 Euro auferlegt bekam. Damit will der Gesetzgeber sicherstellen, dass eine eventuell auftretende Spielsucht beim Besuch eines Online Casinos keine zu gravierenden Folgen hat. Ein ähnliches Prinzip greift mit Bezug auf die Gewinnchancen. Hier sind von nun an keine Spiele mehr möglich, die mit extrem hohen Gewinnen werben. Die Slots haben also eine starke Limitierung und für große Gewinne wären sehr viele Runden notwendig. Um dies unattraktiver zu machen, sieht der neue Glücksspielstaatsvertrag außerdem vor, dass zwischen jeder dieser Runden Pausen einzulegen sind. Mindestens fünf Sekunden muss diese betragen, ehe der Spieler zum nächsten Mal sein Glück versuchen darf. Live Casinos, die zum Beispiel Interaktionen mit anderen Spielern oder dem Dealer zulassen, sind hingegen ausgeschlossen. Dadurch beschränken sich Online Casinos in Deutschland weitestgehend auf Slots.

Ausblick: Strenger, aber erlaubt

Wie in dem Artikel klar wurde, ist die Geschichte des Online-Glücksspiels in Deutschland von vielen Änderungen und Unklarheiten geprägt. Mit dem seit 1. Juli gültigen Gesetz könnte dies nun der Vergangenheit angehören. Das Gesetz reguliert die Casinos zwar vergleichsweise stark, schafft aber immerhin Sicherheit für die Spieler. Während diese vorher häufig in Grauzonen unterwegs waren, gibt es nun klare Richtlinien. Bewegen sich Spieler innerhalb dieser Richtlinien, sind ihre Aktivitäten in den Online Casinos legal. Damit besteht zumindest aktuell eine Klarheit für Fans von Online Casinos.

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Bild: pixabay

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