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Brandenburg Montag, 30 August 2021 von [wp]

Physiotherapie, Osteopathie oder beides? – Zwei Berufsbilder und ihr Zweck

Physiotherapie, Osteopathie oder beides? – Zwei Berufsbilder und ihr Zweck

Osteopathie und Physiotherapie sind Behandlungsformen, die sich dem Bewegungsapparat und körperlichen Schmerzen verschrieben haben. Wer sich unsicher ist, was welcher Job beinhaltet und wer wo die beste Behandlung findet, erfährt das hier.

Berufschancen Physiotherapie & Osteopathie

Körperliche Beschwerden, spezifische Rückenschmerzen, sind der Entschuldigungsgrund Nummer eins bei beruflichen Ausfällen. Die Muskel-Skelett-Erkrankungen, die oft Grund für körperliche Schmerzen und Einschränkungen sind, gehören zu den häufigsten chronischen Krankheiten in Deutschland. Je älter wir werden, desto häufiger treten die Beschwerden auf. 25 % der Frauen und 17 % der Männer leiden an chronischen Rückenschmerzen, nicht nur die alten. Deshalb wird die gesundheitliche Vorsorge mit Präventionskursen immer wichtiger. Wenn es aber schon so weit gekommen ist, dass der Schmerz da ist, bleibt nur der Weg zu Ärzt*innen.

Körperliche Beschwerden haben verschiedene Behandlungsansätze. Zwei der häufigsten sind Physiotherapie und OsteopathieStellenangebote in der Physiotherapie gibt es viele, denn trotz der steigenden Nachfrage nach Behandlung ist die Zahl der Lernwilligen rückläufig. Dabei ist sie für Physiotherapeut*innen und Patient*innen gleichermaßen voller Chancen, für beruflichen Erfolg und die Heilung von Schmerzen.

Osteopathie bietet die gleichen Möglichkeiten. Wegen ihres ganzheitlichen, als Alternativmedizin beschriebenem Konzept ist sie aber weniger häufig genutzt. Krankenkassen bezahlen erst seit 2012 und nur in Teilen die Kosten für die Behandlung. Hier zeigen wir, was es mit den beiden Behandlungswegen auf sich hat.

Behandlungskonzept

Physiotherapie

Die Übersetzung des griechischen Ursprungswortes lässt sich im Deutschen mit „Wiederherstellung natürlicher Funktionen“ übersetzen. Also geht es bei der Physiotherapie darum, die Funktionalität und Bewegungsfähigkeit des Körpers wiederherzustellen, zu erhalten oder zu verbessern. Viele Menschen benutzen dafür das Synonym Krankengymnastik.

Der Physiotherapeut hat manuelle, pädagogische und diagnostische Kompetenzen, mit denen er herausfindet, wo das Problem liegt und wie man es behandelt. Sie arbeiten mit Gymnastikübungen und Reizen wie Druck, Wärme und Kälte, die sie zum Beispiel als Massage anwenden. Insgesamt liegt ihr Fokus aber auf der Stärkung der Muskulatur und dem Vermeiden von Fehlhaltungen.

Mit einer Fortbildung zu Manualtherapeuten dürfen Physiotherapeuten auch manuelle Therapie anwenden. Die Massage-Behandlungen an der Wirbelsäule sollen Blockaden und Verspannungen lösen. Dabei wird aber nicht wie bei Chirotherapie mit ruckartigen Bewegungen gearbeitet. Sie arbeitet mit sanfter Impulstechnik daran, Funktionsstörungen zu lindern und beziehen dabei Muskeln, Gelenke und Nerven mit ein.

Osteopathie

Osteopathie ist eine Alternativmedizin. Ihr ganzheitlicher Ansatz besteht darin, mit dem Abtasten von Gewebestrukturen durch die Hände die Diagnose und Behandlung durchzuführen. Sie will nicht die Symptome behandeln, sondern betrachtet den ganzen Menschen, um den Ursprung des Problems zu finden. Auch hier geht es darum, Blockaden und Spannungen zu lösen. Dadurch sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers mobilisiert werden.

Die Wirkungsfähigkeit der Osteopathie ist nicht bewiesen. Manche Studien zeigen positive Berichte auf, während andere nicht aussagekräftig sind. Da manche ihrer Arbeitsweisen mit den Denkmodellen der manuellen Therapie übereinstimmen, nutzen manche die Begriffe Synonym. Die Deutsche Gesellschaft für manuelle Medizin betont aber, dass nur manche der osteopathischen Behandlungen wirksam sind, während andere der Naturwissenschaft widersprechen.

Einsatzbereiche

Physiotherapie

Physiotherapeut*innen arbeiten zum Beispiel in Krankenhäusern, Rehabilitationszentren, ambulanten Therapieeinrichtungen & -praxen, Seniorenheimen, Sportvereinen oder Kureinrichtungen. Jeder, der eine körperliche Einschränkung und Schmerzen hat, kann von ihnen behandelt werden. Dazu zählen Menschen mit Haltungsstörungen, nach Unfällen oder Schlaganfällen und die, die beweglich bleiben wollen. Die Physiotherapie wird von Ärzt*innen verschrieben und von der Krankenkasse gezahlt.

Osteopathie

Die Osteopathie gilt als Heilkunde, deshalb darf sie nur von Ärzt*innen und Heilpraktiker*innen ausgeübt werden. Das geschieht meist im Rahmen einer Praxis. Vor allem chronische Schmerzpatienten, denen die reguläre Medizin bisher nicht helfen konnte, nutzen die Option Osteopathie. Andere glauben schlechtweg bevorzugt an den ganzheitlichen Ansatz der Alternativmedizin. Wichtig ist, dass Osteopathie offiziell eine Komplementärmedizin ist. Das heißt sie kann unterstützend wirken, aber sollte nicht als alleiniger Behandlungsweg genommen werden.

Welcher Weg ist der richtige?

Die Wissenschaft und Krankenkassen sind sich mehr oder weniger einig: Die Osteopathie ist eine Behandlungsform, die nicht vollständig als zweckfrei gesehen werden sollte. Zwar ist ihre Effizienz nicht bewiesen, aber Fälle, in denen sie wirkungsvoll war, gibt es dennoch. Medizinisch gesehen ist der beste Weg dennoch, bei Physiotherapeut*innen zu starten. Deren Behandlungen basieren auf langem fundiertem Wissen und zahlreichen Studien, die ihre Wirksamkeit beweisen.

Wer über den Ursprung seiner Probleme ratlos ist, kann den ganzheitlichen Ansatz der Osteopathie unterstützend nutzen. Wichtig ist nur zu beachten, dass gesetzliche Krankenkassen die Behandlungen eventuell nicht oder nur teilweise übernehmen.

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Foto: unsplash.com

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