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Brandenburg Mittwoch, 11 August 2021 von [wp]

Wie finde ich das passende Katzenfutter?

Wie finde ich das passende Katzenfutter?

Katzen sind, was das Futter betrifft, wie Menschen. Nicht jeder mag das gleiche Essen, nicht jeder mag die gleiche Geschmacksrichtung und nicht jeder verträgt ein Lebensmittel gleich gut, wie der andere. Die Wege, wie Katzen uns ihre Meinung darüber mitteilen können, sind begrenzt.

Wir zeigen dir, wie man ein passendes Katzenfutter findet, das nicht nur in den Tests gut abschneidet, sondern auch dem eigenen Tier zusagt.

Futter-Tests

Futtermitteltests wie die der Stiftung Warentest sind ein guter Start, um sich auf dem Katzenfuttermarkt zu orientieren. Mit ihnen kann man zumindest die gröbsten Fehler ausschließen. 

Die Tests der Stiftung sind aufgeteilt in Bewertungen zur Ernährungsphysiologischen Qualität (60 %), den Fütterungshinweisen der Marke (15 %), die bei Analysen gefundenen Schadstoffgehalte (10 %), wie akkurat das ist, was die Hersteller in ihren Werbeaussagen versprechen (10 %) und wie Nutzerfreundlich die Verpackung ist (5 %).

Für uns als Tierhalter sind die Angaben zu den Nähr- und Schadstoffgehalten die wichtigsten. Als Richtwert gelten die Empfehlungen von FEDIAF (Industrieverband Heimtierbedarf) und NRC (National Research Council). Diese orientieren sich an einer fiktiven Durchschnittskatze mit 4 kg Gewicht.

Vorteile

Durch die Warentests können wir herausfinden, welche Futter Schadstoffe enthalten. Sie geben uns außerdem Angaben dazu, welche auf der Packung erwähnten Inhaltsstoffe tatsächlich so in dem Futter enthalten sind. Viele Katzenfutter-Marken geben hier nämlich Sammelbegriffe wie „Fleisch“ oder „Tierische Nebenerzeugnisse“ an, ohne zu definieren, um welches Fleisch es sich handelt. Dadurch entstehen Testergebnisse, die zeigen, dass in beinahe allen der getesteten Marken Schweinefleisch enthalten ist, während nur zwei es tatsächlich als Inhaltsstoff angeben. Das ist vor allem für Tiere mit Allergien wichtig.

Kritik

Ein Kritikpunkt bezüglich der Ergebnisse des Tests ist die genannte Durchschnittskatze. Für manche der Futtermittel wurden Minuspunkte vergeben, da sie der von Stiftung Warentest errechneten empfohlenen Futtermenge nicht entsprachen. Dabei wird aber nicht bedacht, dass nicht jede Katze den gleichen Bedarf an Futter hat. Je nach Rasse ist eine 4 kg Katze über-, unter- oder normalgewichtig, je nach Aktivität braucht sie mehr oder weniger Nährstoffe.

Ein anderer wichtiger Fehler ist, dass zwar Mindestmengen an Nährstoffen erwähnt werden, aber keine Beachtung auf Höchstwerte gelegt wird. Eine Überfütterung von beispielsweise künstlich hinzugefügtem Phosphor und ein dadurch entstehendes Ungleichgewicht von Kalzium und Phosphor kann bei Katzen zu Nierenerkrankungen führen.

Wie finde ich passendes Katzenfutter?

Inhaltsstoffe

Marken, die ihre Inhaltsstoffe klar angeben, sind da hilfreich. Vor allem, wenn man ein Tier mit Lebensmittelunverträglichkeit hat, hilft das dabei, die ungewünschten Lebensmittel auszuschließen. Eine gute Beschreibung listet beispielsweise genau die Prozentzahlen der jeweiligen Fleischsorten und ihrer Bestandteile auf, z. B. Pute 50 % (Brust 30 %, Leber 10 %, Herz 5 %, Hals 5 %).

Wichtig zu wissen ist auch, dass das Lebensmittelgesetz vorschreibt, dass die Angaben der Inhaltsstoffe sich nach ihrem Anteil ordnen: Der erstgenannte Eintrag ist am meisten enthalten, der letzte am wenigsten.

Die Natur als Vorbild

Wenn wir uns vorstellen, wie sich eine Wildkatze ernährt, können wir ein paar Rückschlüsse ziehen, was auch für unseren Stubentiger gut ist. Zu ihrer Diät gehören Mäuse, andere Nager und Vögel. Das macht ein gutes Katzenfutter kohlenhydratarm und proteinreich mit moderatem Fettgehalt. Deshalb sind auch die sogenannten tierischen Nebenerzeugnisse gar kein Problem, in der Natur frisst die Katze neben dem eigentlichen Fleisch auch jegliche Organe.

Kohlenhydrate fressen Katzen in der Natur eher selten. Sie können in kleinen Mengen zugefüttert werden, sind aber nicht essenziell für das Überleben der Katze und können in großen Mengen zu Beschwerden führen. Katzenfutter fügen sie oft als Füllmittel hinzu.

Auch Zucker, Sirup und Gerstenextrakt sind beliebte ‘unnatürliche’ Zutaten, die vor allem Farbe geben sollen. Selbst in kleinen Mengen sind sie unnütz und sollten nicht in einem guten Futter vorkommen.

Katzen sind keine Vegetarier

Die wichtigen Aminosäuren Taurin und Arginin kommen in der Natur ausschließlich aus tierischem Eiweiß. Sie helfen bei den Stoffwechselvorgängen der Katze. Ohne sie kann die Katze erblinden, unfruchtbar werden, an Wachstumsstörungen leiden und ein geschwächtes Herz, Nerven- und Immunsystem entwickeln. Eine vermeintlich gesunde Ernährungsform für Menschen 1 zu 1 auf ein Tier zu übertragen ist nicht zu empfehlen und kann ernsthafte Folgen haben.

Futter mischen

Ein Katzenfutter muss nicht aus einem einzigen Futter oder einer einzigen Marke bestehen. Abwechslung ist gut! Das kann beispielsweise eine Auswahl von 3 bis 5 verschiedenen Marken sein. Dabei müssen dann auch nicht alle Futter Höchstklasse haben.

Auch was das Trocken- und Nassfutter angeht, ist eine Mischung zu empfehlen. Katzen, als Tiere die ursprünglich aus heißen Gegenden stammen, trinken eigenständig in der Regel nicht viel. Die Flüssigkeit nehmen sie über ihre Nahrung auf. Deshalb sollte eine Katze auf keinen Fall nur durch Trockenfutter ernährt werden. Da das Trockenfutter aber besser haltbar ist und so von der Katze auch den Tag über immer wieder zugänglich sein kann, ist es sinnvoll, beide Futtersorten zu mischen.

Recherche

Wenn man sich als Tierbesitzer ein wenig damit beschäftigt, welche Inhaltsstoffe biologisch wichtig für seine Katze sind, fällt es leichter auch eigenhändig entscheiden zu können, ob ein Futter gut oder schlecht ist. Dann ist man auch weniger von Empfehlungen anderer abhängig, die durch Verkaufsgedanken beeinflusst sein können.

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