Landkreis
Brandenburg Dienstag, 18 Mai 2021 von [wp]

Lärm und Störgeräusche aussperren - Schallschutz für zu Hause

Lärm und Störgeräusche aussperren - Schallschutz für zu Hause

Ständiger Lärm macht krank. Um allerdings das Wohlbefinden in Haus und Wohnung erheblich einzuschränken, reichen bereits ständige, lästige Geräusche. Als störend empfunden werde z.B. Trittschall, häufig laufende Haushaltsgeräte, ständige Fahrstuhlgeräusche und vieles mehr. Laut Studien löst Lärm zwischen 65 und 75 dB Stress aus und gefährden bei 80 bis 85 dB das Gehör. Dabei ist kurz auftretender Lärm weniger stressig und schädigend als ständige Lärmbelastung. Sowohl im eigenen Haus als auch in der Eigentums- oder Mietwohnung lassen sich wirksame Maßnahmen zum Schallschutz ergreifen.

Wohngeräusche und Home-Studio

Wie weit übliche Wohngeräusche Decken und Wände durchdringen, hängt von der Bauqualität ab. Altbauten unterlagen noch keinen Auflagen für den Schallschutz, weshalb hier der Geräuschpegel besonders hoch sein kann. Ungedämmte, einschalige Wände lassen sogar Gesprächsgeräusche, den Fernseher normaler Lautstärke oder die Waschmaschine zum heftigen Störfaktor werden. Hier hilft es, die Wände, Böden oder Decken mit Schallschutzmaterialien zu versehen. Wer allerdings im Keller ein eigenes, kleines Musikstudio betreiben will, sich ein Heimkino einrichtet oder regelmäßig mit dem Klavier, der Trompete oder Trommel übt, muss an hochwirksamen Schallschutz denken. Das am häufigsten verwendete Material ist Akustikschaumstoff. Eine attraktive Wanddekoration und Schallschutz zugleich bieten Akustikbilder.

Schallschutz für Wand und Decke

Die meisten Schallschutzinstallationen lassen sich in Innenräumen einfach nachträglich anbringen. Normale Schaumstoffe und Wärmedämmungen haben keine Schallschutzqualitäten. Zur Lärm- und Geräuschminderung geeignet sind Akustikplatten aus speziellen Schaumstoffen und aus Noppenschaumstoff. Es gibt Wand- und Deckenplatten aus Akustikschäumen mit selbstklebender Unterschicht, die sich einfach anbringen lassen.

Sehr hochwertige Akustikverkleidungen dämmen nicht nur ausgezeichnet das Heimkino, den Party- oder Musikkeller, sondern verbessern auch die räumliche Akustik. Insbesondere die Noppenschaumstoffe können dabei sogar tolle Akzente für die moderne Raumgestaltung setzen.

Eine andere Möglichkeit ist, die Decke abzuhängen und den Hohlraum mit einem Akustikschaum zu füllen. Die abgehängte Decke bietet sich dann zugleich für moderne Einbaustrahler und andere Elektroinstallationen an. Bei Wänden lassen sich Schallschutzmaterialien hinter Paneelen und anderen Wandverkleidungen anbringen. Abhängungen eignen sich vornehmlich für hohe Räume, da sie die Raumhöhe mindern.

Akustikschaum-Verkleidungen sollten unbedingt als "feuerhemmend nach FMVSS 302 und UL-94 Kl. HF1" ausgezeichnet sein. Qualitätsplatten sind fürs Recycling geeignet. Eine Alternative mit besten Brandschutzeigenschaften ist Glasfasermaterial, bekannt als Steinwolle. Die Lärmisolierung schmilzt erst ab 1000 °C. Diese Fibervliese tragen an Wand und Decke ebenso wenig auf wie die Schallabsorber aus Akustikschaum.

Die nächste Möglichkeit bieten Vorsatzschalen. Diese erfordern ein Ständerwerk aus Metall, das wie eine zweite Wand vor die Wand gesetzt wird. Die Montage sollten nur versierte Heimwerker vornehmen. Fehlen Kenntnisse und Erfahrung, empfiehlt sich die Montage durch einen Fachbetrieb.

Trittschall in Räumen mindern

Ungedämmte Hartböden lassen Tritte weniger im gleichen Raum hallen als in den unterliegenden Räumen. Haben die Kinder im Obergeschoss ihr Spielzimmer, kann das im Arbeitszimmer und Wohnzimmer darunter sehr lästig werden. Im Mehrfamilienhaus fühlen sich Bewohner belästigt, wenn über ihnen eine Familie herumläuft, Stühle rückt, der Hund mit einem harten Ball spielt. Dagegen lässt sich viel unternehmen.

Die einfachste Trittschalldämmung bewirken große Teppiche oder Teppichböden. Das ist jedoch vielen Menschen nicht willkommen, da sich Teppiche weniger hygienisch reinigen lassen als ein Wischboden. Jede andere Lösung erfordert jedoch eine Neugestaltung des Fußbodens. Das neue Parkett, Laminat oder Vinyl wird mit einer wirksamen Trittschallfolie unterlegt. Im Handel gibt es bereits Bodenbeläge mit integrierter Trittschalldämmung zu kaufen.

Straßenlärm dämmen

Gegen Straßen-, Flug- und Bahnlärm helfen nur Fenster mit Schallschutz. Der Schallschutz wird wie die Wärmedämmung bereits beim Aufbau des Komplettfensters integriert. Eine Nachrüstung von Fenstern mit Schallschutz ist nicht möglich. Nachts können Rollläden bis zu einem gewissen Grad lästige Geräusche dämmen, auch Schallschutzvorhänge sorgen für etwas mehr Ruhe. Um sich bereits vorsorglich vor späterem Lärm zu schützen, können beim Neubau gleich Schallschutzfenster eingeplant werden.

Lärm aussperren, gesünder wohnen

Wer im Eigenheim für einen guten Schallschutz sorgt, erhöht den Wert der Immobilie und den eigenen Wohnkomfort. Ständiger Lärm ist hochgradig gesundheitsgefährdend. Hausmusik und das eigene Kleinstudio sind kein Problem, wenn für gute Akustikwandbeläge an Wänden und Decken angebracht werden. Die Investition in Schallschutz für Haus und Wohnung lohnt sich.

Das könnte Sie auch interessieren