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Brandenburg Montag, 17 Mai 2021 von [wp]

Verdacht auf Rheuma: Wie Sie Rheuma erkennen

Verdacht auf Rheuma: Wie Sie Rheuma erkennen

Rheuma wird oft als Volkskrankheit bezeichnet, doch genau genommen handelt es sich um keine eigenständige Erkrankung. Vielmehr werden unter dem Begriff Rheuma viele verschiedene Erkrankungen zusammengefasst. Entsprechend unterschiedlich sind die Krankheitsverläufe. Manche lassen sich medikamentös lindern, andere werden chronisch und schränken das Leben der betroffenen Person stark ein.

Wie eine Rheumaerkrankung verläuft, ist auch davon abhängig, wie gut und intensiv der Betroffene versorgt wird. Ein rechtzeitiges Erkennen der Erkrankung, das konsequente Ausschöpfen aller Behandlungsmöglichkeiten und ein frühzeitiger Therapiebeginn sind entscheidend. Das setzt Fachwissen und Erfahrung aufseiten der Ärzte voraus.

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Rheuma und der rheumatische Formenkreis

Der Begriff Rheuma subsumiert mehr als 400 durch Entzündungen oder Verschleiß ausgelöste Erkrankungen vorwiegend des Stützt- und Bewegungsapparats, aber auch der inneren Organe. Wegen der vielfältigen Erscheinungsformen haben Experten den Begriff “Rheumatischer Formenkreis” geprägt.

Die Formen des Rheumas reichen von Gelenk- und Knochenschmerzen über Muskel- und Sehnenbeschwerden bis hin zu Entzündungen der Gefäße. Oft nehmen die Erkrankungen einen chronischen Verlauf. Werden innere Organe angegriffen, Stichwort Nierenversagen, kann es zu ernsthaften Komplikationen kommen.

Wie können Sie feststellen, ob Sie Rheuma haben?

Rheumatische Erkrankungen können in jedem Alter auftreten, wobei vorwiegend ältere Personen darunter leiden. Für Betroffene leicht zu erkennen sind typische Symptome wie Gelenkschmerzen oder die sogenannte Morgensteifigkeit. Darüber hinaus gibt es vielfältige Beschwerden, die von Laien nicht sofort mit Rheuma in Verbindung gebracht werden, zumal sich Rheuma oft schleichend bemerkbar macht.

Rheuma-Symptome

Zu den bekanntesten Rheuma-Symptomen gehören Beschwerden in Gelenken, Knochen, Muskeln und Bindegewebe. Sie sind unter anderem zu erkennen an

  • Schmerzen, Schwellungen, Rötungen, Funktionsbeeinträchtigungen, Überwärmung, Morgensteifigkeit, Gelenkveränderungen und geschwollenen Weichteilen.

Die Abwehrreaktionen des Körpers auf die Entzündungen lösen ihrerseits weitere Beschwerden aus. Dazu gehören

  • Abgeschlagenheit, Unwohlsein, grippeähnliche Symptome, leichtes Fieber, Gliederschmerzen, Nachtschweiß, Gewichtsverlust und Erschöpfung.

Die vier am häufigsten auftretenden rheumatischen Erkrankungen sind:

Gicht – zu erkennen an plötzlich auftretenden Gelenkschmerzen, vor allem im großen Zeh. Die Schmerzen kommen anfallsartig und klingen nur langsam ab.

Arthrose – zu erkennen an schmerzenden und geschwollenen Finger-, Knie- oder Hüftgelenken. Arthrose kündigt sich mit Gelenksteifigkeit und allmählicher Einschränkung der Beweglichkeit an.

Rheumatoide Arthritis – zu erkennen an meist symmetrischer Morgensteifigkeit vorwiegend in Fingern und Zehen sowie – bei anhaltender Erkrankung – an Schwellungen der Gelenke.

Fibromyalgie – zu erkennen an plötzlichen, tiefen Muskelschmerzen, verbunden mit Erschöpfungszuständen, Konzentrationsproblemen und Schlafstörungen.

Ärztliche Diagnose

Der Rheumatologe fragt Symptome und Beschwerden ab und untersucht den Körper auf Hautveränderungen, Rheumaknoten und Bewegungseinschränkungen. Zudem lässt er das Blut des Patienten auf Rheumafaktoren untersuchen. Da Letztere nicht bei jedem Patienten nachweisbar sind, können Röntgen-, MRT- oder CT-Verfahren weitere Hinweise auf eine rheumatische Erkrankung liefern. Mit solchen bildgebenden Untersuchungen erkennen Ärzte zum Beispiel entzündete Gefäße. Auch Ultraschall wird eingesetzt, etwa zum Sichtbarmachen von Gelenkveränderungen bei rheumatoider Arthritis. 

Die Möglichkeiten der modernen Medizin, eine rheumatische Erkrankung zu diagnostizieren, sind heutzutage sehr vielfältig. Den Ärzten stehen für jede Rheumaform unterschiedliche Verfahren für die Diagnose zur Verfügung. Sie ermöglichen es, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und zu therapieren.

Eine Behandlung sollte innerhalb von drei Monaten nach dem Auftreten der ersten Symptome beginnen, um ein Übergreifen auf die inneren Organe zu verhindern.

Wie werden rheumatische Erkrankungen behandelt?

Eine Rheuma-Behandlung zielt darauf ab, bleibende Schäden zu vermeiden. Die Wiederherstellung der Gesundheit kann gelingen, wenn die Behandlung frühzeitig beginnt. Ärzte setzen dabei oft auf einen Dreiklang aus Schmerzbehandlung, Medikamenten und Bewegungstherapie.

Mitunter kann aber auch eine Operation erforderlich sein. Das ist der Fall, wenn Gelenke von einer rheumatischen Erkrankung betroffen sind, etwa bei einer fortgeschrittenen Arthrose. Bei Beschwerden durch eine rheumatoide Arthritis sorgt die operative Entfernung der Gelenkinnenhaut für Schmerzlinderung und eine Eindämmung der Entzündung.

Zu den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten gehören:

  • Medikamente
  • Schmerztherapie
  • Operation
  • spezielle Ernährung
  • Physiotherapie
  • Psychotherapie
  • Ergotherapie
  • Sport

Werden rheumatische Erkrankungen frühzeitig und konsequent behandelt, können Funktionseinschränkungen vermindert oder ganz abgewendet werden. Eine verbesserte oder wiederhergestellte Beweglichkeit ermöglicht ein selbstständiges Leben auch im Alter.

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