Brandenburg Sonntag, 17 Januar 2021 von [wp]

24-Stunden-Pflegekräfte auch in Brandenburg immer beliebter

24-Stunden-Pflegekräfte auch in Brandenburg immer beliebter

Das Jahr 2020 hat besonders in der Pflege für große Veränderungen gesorgt. Das betrifft nicht nur Krankenhäuser, sondern immer stärker auch die häusliche Pflege. Laut Experten steigt die Nachfrage vor allem in einer Branche: die sogenannte 24-Stunden-Pflege. Immer häufiger werden auch Senioren in Brandenburg von 24-Stunden-Pflegekräften Zuhause versorgt. „Zwar merken wir eine konstant steigende Nachfrage bereits seit langem, der enorme Bedarf in 2020 hat uns jedoch selbst überrascht. Wir konnten nur dank moderner Technik und der guten Zusammenarbeit mit unseren Partnern in Polen die Vielzahl an Interessenten unterstützen.“, resümiert Julius Kohlhoff, Geschäftsführer der Pflegehilfe für Senioren.

Wieso entscheiden sich viele Familien für eine 24-Stunden-Pflegekraft?

Rund 300.000 Pflegekräfte aus Osteuropa arbeiten in der 24-Stunden-Pflege in Deutschland, schätzt der Verband für häusliche Betreuung und Pflege. Dieser Trend hält seit langem konstant an und wird durch die zunehmende Alterung der Gesellschaft weiter zunehmen.

Hinzukommt, dass viele Familien die Erfahrung gemacht haben, dass durch die Covid19-Pandemie Besuche in Heimen nur noch schwer möglich waren. Immer mehr Senioren erwägen daher die Rückkehr in die häusliche Pflege. Ohne Unterstützung gestaltet sich allerdings für die meisten Menschen der Alltag in den eigenen vier Wänden schwierig. Sind die Angehörigen berufstätig oder können aus anderen Gründen die Betreuung nicht selbst übernehmen, ist eine 24-Stunden-Pflegekraft aus Polen dann häufig die ideale Lösung.

Voraussetzungen für eine 24-Stunden-Pflegekraft

Soll eine 24-Stunden-Pflegekraft bei dem unterstützungsbedürftigen Familienmitglied einziehen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Idealerweise beginnt die Suche nach einem passenden Anbieter bereits 2 bis 3 Wochen vor dem geplanten Starttermin. Damit bleibt genug Zeit, um eventuelle Hilfsmittel zu besorgen, aber auch um die Wohnung für die 24-Stunden-Pflegekraft vorzubereiten.

Zwingend notwendig für dieses Betreuungsmodell ist ein abschließbares Zimmer, in dem die Betreuungskraft sich zurückziehen kann. Hier wird in der Regel kein Luxus erwartet, jedoch machen Annehmlichkeiten wie ein eigenes Bad die Suche nach einer dauerhaften Betreuung erfahrungsgemäß deutlich einfacher.

Außerdem sollte sichergestellt sein, dass ein Tag in der Woche frei genommen werden kann. Diese Pausen sind nicht nur aus arbeitsrechtlichen Gründen notwendig, sondern auch für eine gute Pflege unabdingbar.

Covid19-Pandemie stellt Anbieter und Personal vor Herausforderungen

Durch die weltweite Pandemie stehen die Anbieter teils vor großen Hürden. Zum einen ist die Nachfrage nach 24-Stunden-Pflegekräften enorm gestiegen. Zum anderen wurde die Anreise, des vornehmlich aus Polen stammenden Personals teils erheblich aufwendiger.

Zum vielfach befürchteten Kollaps der Versorgung ist es jedoch nicht gekommen, berichtet Julius Kohlhoff, Geschäftsführer der Pflegehilfe für Senioren. „Wir sind stolz, dass wir gemeinsam mit unseren polnischen Partnern zügig kontaktarme Reisemöglichkeiten geschaffen und Testkapazitäten aufgebaut haben.“ Absagen aufgrund fehlenden Personals gab es dagegen laut Kohlhoff bislang keine.

Infektionsrisiko bei häuslicher Pflege reduzieren

Während in stationären Pflegeeinrichtungen strenge Maßnahmen ergriffen wurden, gibt es für die Pflege Zuhause kaum verpflichtende Schutzmaßnahmen. Grundsätzlich ist das Infektionsrisiko bei der häuslichen Pflege oft deutlich geringer. Dennoch gibt es Maßnahmen, die sich einfach umsetzen lassen.

Seit Beginn der Pandemie wurde der Betrag für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, also bspw. Handschuhe, Mundschutz und Desinfektionsmittel, von 40 Euro auf 60 Euro monatlich erhöht.

Damit stehen die grundlegenden Hilfsmittel für Pflegebedürftige kostenlos zur Verfügung. Dennoch gilt auch bei allen häuslichen Pflegeformen, dass verstärkte Vorsicht geboten ist, besonders da die meisten Pflegebedürftigen der Risikogruppe angehören.

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