Landkreis
Brandenburg Mittwoch, 30 Dezember 2020 von [wp]

Blutdruck richtig messen und früh dem Herzinfarkt oder Schlaganfall vorbeugen

Blutdruck richtig messen und früh dem Herzinfarkt oder Schlaganfall vorbeugen

Anfangs wird Bluthochdruck in der Regel von den Betroffenen nicht bemerkt. Deshalb bleibt die Anomalie oft lange Zeit unerkannt und unbehandelt. Tag für Tag lastet aber ein zu hoher Druck auf dem Kreislauf, was für Herz und Organe viele nachteilige Folgen hat. Werden sie doch permanent überlastet. Zudem altern die Gefäße schneller und verkalken vorzeitig (Arteriosklerose). Auf Dauer hat das schwerwiegende Folgen und führt meist zu Herzinfarkt oder Schlaganfall, wenn Bluthochdruck nicht rechtzeitig medikamentös behandelt wird. Zudem führt der Prozess zu Nierenversagen und Augenerkrankungen. Invalidität oder Tod sind die Folge.

Messungen sind deshalb wichtig, damit erkannt werden kann, wann der Blutdruck zu hoch ist. Zur Messung bedarf es keines aufwendigen Arzttermins oder Klinikaufenthaltes, mittlerweile sind viele Geräte für den Hausgebrauch auf dem Markt. Günstige Modelle für Zuhause sind an der Tagesordnung, um optimale Blutdruckwerte zu ermitteln. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass ein validiertes oder geeichtes Gerät erworben wird. Nur dann kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die ermittelten Werte der Wahrheit entsprechen.

Regelmäßiges Messen zur Früherkennung

In Deutschland leidet fast jeder Dritte an arterieller Hypertonie, wie Bluthochdruck in Fachkreisen genannt wird. Dabei steigt die Gefahr mit dem Alter, die Arterien verlieren mit der Zeit an Elastizität. Durch eine Umstellung der Lebensweise hin zu gesunder Ernährung und angemessener sportlicher Betätigung kann dem Leiden Einhalt geboten werden. Dabei ist die Früherkennung das entscheidende Kriterium.

So gibt es zwei Arten von Messgeräten. Die herkömmlichen Modelle nehmen die Werte am Oberarm. Neuere Ausführungen messen den Blutdruck am Handgelenk. Experten raten zur ersteren Lösung, da weniger Fehlermöglichkeiten zu erwarten sind. Die Manschette muss die richtige Größe haben und fachgerecht mit direktem Hautkontakt und nicht über der Kleidung angelegt werden. Die exakte Position beläuft sich bei Oberarmgeräten 2 bis 3 cm über dem Ellbogen. Am Handgelenk berührt die Manschette die Handfläche.

Standardisierte Bedingungen zur Blutdruckmessung

Der Blutdruck schwankt je nach Tageszeit und Situation. Deshalb ist es sinnvoll die Messungen im Ruhezustand durchzuführen. Vor der Messung sollte der Kreislauf ca. fünf Minuten entspannen, um zur Ruhe zu kommen, damit die Werte nicht beeinflusst werden. Einschnürende Kleidung am Messarm ist zu lockern oder zu entfernen. Zwar kann man den Blutdruck im Liegen messen, es empfiehlt sich aber eine sitzende Haltung. Auch ist es in der Regel einerlei, ob für die Messung der linke oder der rechte Arm benutzt wird. Wichtig ist, dass der Arm auf der Tischplatte aufgestützt wird.

Während des Messvorgangs ist der Arm in Ruhestellung zu halten und es sollte vermieden werden, zu sprechen. Jetzt wird zweimal innerhalb eines kurzen Zeitintervalls gemessen, indem die Manschette mit Luft gefüllt wird. Danach sind die Ergebnisse zu notieren. Diese bestehen aus zwei Werten, da der Blutdurchfluss oszillierend in Wellen abläuft. Dementsprechend gibt es eine Obergrenze, welche vom höheren (systolischen) Wert dargestellt wird, und eine Untergrenze, die dem tieferen (diastolischen) Wert entspricht. Bewegen sich die Ergebnisse in der Größenordnung von 120/80, entspricht das den Normalwerten und alles ist in bester Ordnung. Erhöhter Blutdruck wird bei Werten bis zu 159/99 klassifiziert, mittelgradig erhöhter Blutdruck wird bei Werten bis 179/109 gemessen und schwer erhöhter Blutdruck liegt bei Ergebnissen vor, die 180/110 überschreiten.

Wann soll der Blutdruck gemessen werden?

Zu Beginn einer Messphase, also wenn festgestellt werden soll, ob eine Erhöhung vorliegt, sollte einmal morgens und einmal abends gemessen werden. Sobald sich ein Überblick verschafft werden konnte, ist es ausreichend, gelegentliche Messungen durchzuführen.

Bei normalem Blutdruck liegt keine Herzschwäche vor und eine Messung alle sechs Monate ist ausreichend. Bei erhöhtem Blutdruck ist der Gang zum Arzt unvermeidlich. Dieser verschreibt regulierende Medikamente. Wer sich in einer Phase der regelmäßigen Medikamenteneinnahme befindet, sollte mit zwei wöchentlichen Messungen morgens auskommen.

Das könnte Sie auch interessieren