Brandenburg Montag, 30 November 2020 von [wp]

Industriedesign und Gestaltungsfreiheit

Industriedesign und Gestaltungsfreiheit

Produkte werden nicht nur aufgrund ihrer technischen Einsatzmöglichkeiten gekauft. In vielen Fällen spielen dabei auch Emotionen eine große Rolle. Während wir zwar glauben, dass unsere Kaufentscheidungen ausschließlich im Kopf getroffen werden, spielen Bauch und Herz eine viel größere Rolle, als wir uns eingestehen würden. Der Grund dafür liegt oftmals im Design von Produkten.

Warum sind manche Produkte erfolgreich und andere nicht?

Microsoft hatte vor einigen Jahren mit seinem „Zune“ einen technisch mindestens ebenbürtigen Gegenspieler zum iPod von Apple. Doch er konnte sich nie wirklich bei den Verbrauchern durchsetzen und erreichte keine Marktdurchdringung. Der einfache Grund: Er hat bei den Leuten einfach keine Emotionen geweckt.

Der Gestaltungsfreiheit sind Grenzen gesetzt

Nicht alle Produkte erlauben den Designern komplette Gestaltungsfreiheit. In vielen Fällen geht Funktion vor Design. Vor allem im Medizintechnik Design geht es primär um Funktionserfüllung und Zuverlässigkeit. Das erfordert auch viel Know-how über die Anwender, wie es sich beispielsweise das Hamburger Unternehmen Held+Team in über 20 erarbeitet hat. Im Konsumgüterbereich ist das in vielen Fällen genau konträr. Hier missachten mutige Designer manchmal sogar absichtlich die Funktionalität für eine bestimmte Form oder ein bestimmtes Aussehen.

Gemessen wird der Gestaltungsspielraum am sogenannten Freiheitsgrad. Die Skala reicht von 0 für kein Spielraum bis 100 für absolute Gestaltungsfreiheit. Eine Turbine hat beispielsweise einen Freiheitsgrad von 0. Das bedeutet, hier gibt es keinen Spielraum für den Designer, weil die technischen Vorgaben strikt einzuhalten sind. Schmuck hingegen hat einen Freiheitsgrad von 100. Hier gibt es so gut wie keine Vorgaben und die Designer können (und müssen) ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Industriedesigner als Beruf

Wer als Industriedesigner sein Geld verdienen möchte, sollte dafür auf jeden Fall auch Industriedesign studiert haben. Zusätzlich ist es hilfreich, vorher oder nebenbei eine Ausbildung als Tischler oder Modellbauer zu durchlaufen, um entsprechende Praxiserfahrungen zu sammeln.

Jobs finden sich entweder in Agenturen oder in Unternehmen. Die besseren Gehaltsaussichten bietet hier meistens eine Festanstellung in einem Unternehmen, weil hier die Budgets wesentlich höher sind als in den Agenturen. Alternativ dazu bietet sich auch eine Tätigkeit als Freelancer an. Das kann vor allem als Einstieg in eine künftige Selbstständigkeit dienen, weil so schon ein entsprechender Kundenstock aufgebaut wird.

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