Brandenburg Sonntag, 08 November 2020 von [wp]

Unternehmen verkaufen mit Zeit und Bedacht

Unternehmen verkaufen mit Zeit und Bedacht

Lassen wir den Fall eines Konkurses mal außer Acht, dann steht jeder Inhaber eines kleinen bis mittelständigen Betriebes früher oder später vor der Frage: Was wird nach mir aus der Firma? Bleibt sie in der Familie, ist es gut - ansonsten muss er bzw. sie das Unternehmen verkaufen. Aber wie, um für alle das Beste herauszuholen?

Gründe für den Unternehmensverkauf - Auswirkung auf den Preis

Gründe, sein Unternehmen zu verkaufen, gibt es viele. So unterschiedlich sie auch sein mögen, für den Inhaber spielen sie in Sachen Preis eine große Rolle. Veräußert er es zum Beispiel in einer Notsituation, wird der Gewinn wahrscheinlich unter seinen Erwartungen liegen. Anders dagegen, wenn der Eigentümer sich zur Ruhe setzen will. Er hat vielleicht das Rentenalter erreicht oder möchte in Zukunft vom erzielten Erlös leben bzw. etwas ganz Neues anfangen. Ist das so, kann er den Handel entspannt angehen. Experten empfehlen, um ein ordentliches Ergebnis zu erzielen, fünf Jahre für einen solchen Prozess einzuplanen. Wenn der Verkauf allerdings in einer schlechten Wirtschaftslage - aktuell etwa bei coronabedingten Ausfallzeiten - oder wegen Krankheit bzw. Todesfall stattfinden muss, ist das kaum machbar. Unter diesen Umständen steht meist weniger Zeit zur Verfügung. Der Druck ist groß, was zu mangelnder Vorbereitung sowie zum schnellen Einknicken des Eigentümers führen kann.

Der Wert einer Firma

Bevor ein Unternehmer seine Firma verkauft, sollte er genau wissen, was sie wert ist. Dazu kann er die Aktiva und Passiva des Betriebes gegenüberstellen und auch sonst alles auflisten, was er im Zuge der Veräußerung noch anzubieten hat. Ob er jedoch den so ermittelten Preis erzielt, ist unwahrscheinlich. Für den Erwerber sind nämlich die Marktposition des Unternehmens sowie die sich daraus ergebenden zukünftigen Chancen genauso ausschlaggebend. Um einen optimalen Verkaufspreis zu erzielen, sollten sich Firmenchefs deshalb einen Makler bzw. fachkundigen Berater an die Seite holen. Wer in dieser Hinsicht Kosten scheut, spart an der falschen Stelle. Schon bei der exakten Bewertung der Firma, über die Erstellung eines Exposés bis hin zur Due-Dilligence-Prüfung dürften die meisten Unternehmer überfordert sein. Dazu kommt die Suche nach passenden Kaufinteressenten sowie die Begleitung bei Verkaufsverhandlungen.

Den geeigneten Käufer finden

Ein Vermittler oder Berater hat Einblick in den Markt und darüber hinaus beste Kontakte in Wirtschaftskreise. Er kennt die am ehesten infrage kommenden Käufer und weiß, sie neugierig zu machen. Wer sein Unternehmen verkaufen will, benötigt nicht nur einen, sondern mehrere Interessenten. Nur so ist er in der Lage, den Preis möglichst hochzuhalten. Dazu muss er über seinen Makler ständig mit ihnen in Verbindung bleiben. Verhandlungsgeschick, Ausdauer und konsequentes Festhalten an einem Mindestgebot kommen dabei hohe Priorität zu. Wichtig ist zudem, die Liquidität der potenziellen Käufer zu prüfen und alle Besprechungen und getroffenen Vereinbarungen akribisch zu dokumentieren. Auch in dieser 'heißen' Phase der Verkaufsverhandlungen darf es keine Eile geben. Sechs Monate bis zwei Jahre können auf die Weise vergehen, bis der Betrieb den geeigneten Besitzer gefunden hat.

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