Brandenburg Freitag, 16 Oktober 2020 von [wp]

Ohrringe: Schmuck im Wandel der Zeit

Ohrringe: Schmuck im Wandel der Zeit

Zierliche Ohrhänger, edle Ohrstecker oder extravagante Creolen - Ohrringe sind bei Fashionistas jeder Couleur beliebt. Dabei blickt der Ohrschmuck auf eine lange Geschichte zurück - und überrascht mit vielen Facetten.

Schmuckstück mit langer Geschichte

Im Laufe der Zeit erfüllte Ohrschmuck unterschiedliche kultische und kulturelle Zwecke. Bereits vor 5000 Jahren schmückten sich die Mitglieder der minoischen Kultur auf der Insel Kreta mit feingearbeiteten Ohrringen aus Edelmetallen. Die eigentliche Geschichte des Ohrrings reicht jedoch noch weiter zurück: Es wurden Mumien aus noch früheren Epochen gefunden, die Ohrlöcher trugen. Der Schmuck bestand vermutlich aus Knochen, Holz oder Stein und wurde bei rituellen Anlässen getragen.

Im Mittelalter wurde Ohrschmuck überwiegend durch Haarschmuck abgelöst - das Stechen von Ohrlöchern galt für Frauen als verpönt. Im 16. Jahrhundert wurden Ohrringe allerdings wieder beliebt - insbesondere bei Männern. So trugen berühmte Persönlichkeiten wie William Shakespeare goldene Ohrringe. In den 1960er-Jahren bekam der Ohrschmuck eine symbolische Bedeutung: Bei den Blumenkindern stand er für Nonkonformismus und in der Black-Power-Bewegung wurde er als Würdigung der afrikanischen Wurzeln gesehen.

Ohrschmuck in vielen Varianten

Heutzutage tragen Menschen jeder Herkunft, jedes Geschlechts und jedes Alters Ohrringe. Ohrschmuck lässt sich dabei im Wesentlichen in drei Kategorien unterteilen:

Ringförmige Kreolen werden einfach durch das Ohrloch gesteckt und fest verschlossen. Ohrhänger sind dagegen an einem Stift oder Bügel befestigt, die durch das Ohrloch geführt und von einem zusätzlichen Stecker gehalten werden. Der dezente Ohrstecker ist besonders zierlich - der Stift wird durch das Ohrloch gesteckt und auf der anderen Seite mit einer Schraube oder einem Stopper verschlossen.

Grundsätzlich ist der Verschluss des Ohrrings entscheidend für den Tragekomfort. Wer sich beispielsweise keine Ohrlöcher stechen lassen kann oder möchte, kann auf Magnet-Ohrringe zurückgreifen: Sie bestehen aus zwei magnetischen Hälften, die das Ohrläppchen umschließen. Damit sind sie eine gute Alternative zu Ohrclips, die mit einer Klammer am Ohrläppchen befestigt werden und deswegen meist deutlich größer ausfallen als der zierliche Magnetschmuck. Seine unsichtbare Verschlussart wird auch für andere Schmuckstücke verwendet.

Damen mit Ohrlöchern haben die Qual der Wahl: Bei dem weit verbreiteten sogenannten Damenverschluss wird ein Haken durch das Ohrloch gesteckt und anschließend in eine Brisur eingeklappt - so ist der Ohrring zuverlässig gesichert. Allerdings ist diese Verschlussart nur für große Ohrschmuck wie Kreolen und Anhänger geeignet. Der russische Verschluss ist dagegen beinahe unsichtbar hinter dem Ohrläppchen versteckt. Am Ende des Scharniers befindet sich eine Rinne, in die das Drahtende geschoben wird - das lässt den Ohrring besonders elegant aussehen. Der Gelenkverschluss wird vor allem für kleine Kreolen verwendet, die sich im Gelenk öffnen und schließen lassen. Beim Juwelierclip wird ein Stift durch das Ohrloch geschoben und mit einem Clip auf der anderen Seite gesichert. Damit eignet er sich vor allem für massive Ohrringe. Der Afrohaken wird dagegen einfach ins Ohrloch eingehängt. Zur Sicherung kann ein Silikonstopper verwendet werden. Afrohaken müssen allerdings zum Schlafen abgelegt werden.

Aktuell lautet die Devise in puncto Ohrschmuck ohnehin "Mehr ist mehr". Wer sich also nicht entscheiden kann, setzt einfach auf eine Kombination verschiedener Stile.

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