Brandenburg Donnerstag, 24 September 2020 von [wp]

Katzenversicherung: Wie sinnvoll ist eine Versicherung für die Katze?

Katzenversicherung: Wie sinnvoll ist eine Versicherung für die Katze?

Welche Versicherungen für die Katze gibt es? Man spricht im Allgemeinen von einer Katzenversicherung. Dabei gibt es erhebliche Unterschiede. Wir unterscheiden zwischen:

  • Krankenversicherung
  • OP-Versicherung
  • beide zusammen = Vollversicherung
  • Private Haftpflichtversicherung

Was leisten diese Versicherungen im Einzelnen?

Krankenversicherung

Eine Krankenversicherung für Katzen deckt grundsätzlich alle Behandlungen ab, die ein Tierarzt ausführt. Dazu gehören Medikamente, Wundversorgung und Verbände. Auf einen Nenner gebracht: alles spielt sich ambulant ab und betrifft meist allgemeine Krankheiten der Katze. Unfälle hingegen, oft einhergehend mit Frakturen, müssen in der OP-Versicherung oder in der Vollversicherung angesiedelt werden.

OP-Versicherung

Wie der Name schon vermuten lässt, betrifft sie alle Aufwendungen (und nur solche) rund um einen chirurgischen Eingriff. Mal angenommen, Ihr Freigänger hat sich eine Rauferei mit anderen Revierkatzen geliefert und wurde dabei verletzt. Mehrere Wunden müssen gereinigt und genäht werden. Die Behandlung einer einzigen Wunde kann 150 € kosten. Der Stubentiger hat mal wieder das Wohnzimmer auf den Kopf gestellt, wobei ihm ein schweres Buch ausgerechnet auf die Pfote gefallen ist. Er hinkt und muss zunächst geröntgt werden. Eine Fraktur wird festgestellt und muss operiert werden. Da kommen schnell Rechnungen im vierstelligen Bereich zustande. Wer gut versichert ist, braucht sich darüber nicht den Kopf zu zerbrechen.

Vollversicherung

Diese Kombination aus Krankenversicherung und OP-Versicherung ist sehr empfehlenswert, wenn auch, den gesamten Leistungen geschuldet, die teuerste. Vorteile sind: Freie Wahl bei Tierarzt und Klinik, Operationskosten einschließlich Vor- und Nachuntersuchungen, stationäre Aufnahme in einer Klinik, inkl. aller benötigten Materialien. Alle Tierarztkosten einschließlich Diagnostik und Heilplan. Je nach Umfang der Police werden Kosten für Impfungen, Entwurmung, Kastration (Kater) und Sterilisation (Katze) erstattet oder zumindest bezuschusst. Das alles gibt es bei der reinen OP-Versicherung nicht. Selbst die Materialien werden nur im Zusammenhang mit einem chirurgischen Eingriff übernommen.

Private Haftpflichtversicherung

Die Private Haftpflichtversicherung deckt die Kosten für Schäden, die unsere Katze einem anderen Tier oder einem Menschen zufügt (unabhängig davon, ob Hauskatze oder Freigänger). Einer der am häufigsten vorkommenden Versicherungsfälle ist der Katzenbiss. Einen solchen sollte man sofort von einem Arzt untersuchen und behandeln lassen. Es droht die Gefahr einer Sepsis (Entzündung).

Warum ist eine Absicherung für die Katze so wichtig?

Das Verletzungs- und Erkrankungsrisiko ist bei dem streunenden Tier deutlich höher als beim Stubentiger. Je nach Alter, Rasse und Haltung sind die Beiträge entsprechend verschieden. Für eine Rassekatze sind die Beiträge höher, als wenn sie ein Mischling wäre. Ist die Fellnase nur im eigenen Heim unterwegs, sind die Beiträge entsprechend niedriger, als wenn sie sich in der Nachbarschaft herumtreibt. Davon abgesehen wird jede Katze irgendwann in ihrem Leben einmal krank. Es kann eine typische Krankheit sein, die dem Alter geschuldet ist oder eine Krankheit, die nicht vorhersehbar ist. Nachfolgend eine Zusammenfassung der üblichsten Katzenkrankheiten:

  • Das Tier kann von einer Gelenkerkrankung betroffen sein. Besonders gefährdet sind größere und ältere Katzen.
  • Bei Freigängern muss mit Misshandlungen, schlimmstenfalls Verstümmelungen, oder die Verfütterung von Gift gerechnet werden.
  • Hauskatzen verschlucken gerne mal ihr Spielzeug, im schlimmsten Fall Nadeln.
  • Sehr häufig kommen Zahnerkrankungen wie FORL (Feline Odontoklastische Resorptive Läsion) vor. Die vereinfachte Bezeichnung ist "Katzenkaries". Diese Krankheit betrifft jede dritte Katze ab 5 Jahren. Ab 7 Jahren sogar jede zweite Katze.
  • Innere Verletzungen des Vierbeiners können eine Bauchfellentzündung nach sich ziehen. Aufwendige Untersuchungen und Operationen werden fällig, die leicht und schnell ein paar Tausend Euro kosten können.
  • Worst case (im schlimmsten Fall): Krebs! Die häufigsten Krebsarten bei Katzen sind Osteosarkom (Knochenkrebs), und maligne Lymphon. Letzteres sind meist bösartige Tumore, die kaum heilbar sind. Metastasen können sich schnell im ganzen Körper ausbreiten. Selbst eine Chemotherapie bewirkt höchstens eine Verlängerung des Katzenlebens um wenige Monate.

Kann man seine Katze trotz Vorerkrankung versichern?

Eine Versicherung kann auch bei Vorerkrankungen abgeschlossen werden. Allerdings sollte die Katze so früh wie möglich versichert werden, wenn sie noch jung und gesund ist. Die Beiträge bemessen sich zusätzlich nach dem Gesundheitszustand. Je älter der vierbeinige Liebling ist, desto teurer kommt der monatliche Beitrag. Je früher man eine Versicherung abschließt, desto günstiger ist der Tarif.

Hat das Alter einer Katze Einfluss auf die Versicherung?

Je älter die Katze, desto teurer ist der Beitrag. Die meisten Versicherer nehmen Katzen bis zum 7. Lebensjahr auf. Ab dem 10. Lebensjahr geht meist gar nichts mehr. Das hat den Hintergrund, dass Krankheiten mit zunehmendem Alter häufiger auftreten und umfangreicher werden.

Wann zahlt eine Katzenversicherung?

Bei medizinischer Notwendigkeit kommt die Versicherung - im Rahmen der abgeschlossenen Police - immer für die Kosten auf. Was ganz anderes ist das bei kosmetischen Eingriffen. Selbst bei einer Kastration oder Sterilisation, die dem Zweck der Nachwuchsverhinderung dienen, wird nicht automatisch gezahlt. Bei einer Basisversicherung müssen Frauchen/Herrchen selber tief in die Tasche greifen.

Was bedeutet GOT und was hat das mit der Versicherung zu tun?

GOT heißt "Gebührenordnung der Tierärzte". Um eine einheitliche Berechnungsgrundlage zu haben, wurde die GOT eingeführt. Die gewöhnliche Abrechnung ist 1-fach. Je nach Aufwand der Behandlung, beispielsweise außerhalb der Sprechstunden oder am Wochenende, kann der behandelnde Arzt 2-fach, oder im extremen Notfall 3-fach abrechnen. Eine Versicherung, die mindestens 2-fach abdeckt, ist unbedingt ratsam.

Fazit

Eine Versicherung ist auf keinen Fall "für die Katz", wie man im Volksmund sagt. Etwas "für die Katz" sein bedeutet, überflüssig bzw. nicht nötig sein. Dies trifft nicht zu. Es sei denn, man zahlt gerne aus eigener Tasche. Niemand sollte sich auf ein Wettspiel einlassen: Wird meine Katze gesund bleiben, dann sind die Beiträge in den Sand gesetzt, oder sie wird krank oder rennt unter ein Auto, dann haben sich die Beiträge gelohnt. Niemand, der sein Tier liebt, wird sich auf derartige Spekulationen einlassen. Übrigens: Wussten Sie, dass ein Autofahrer, der eine von ihm überfahrene Katze einfach liegen lässt, als Tierquäler eingestuft wird? Er hat mit empfindlichen Strafen zu rechnen, im schlimmsten Fall sogar mit Gefängnis. Wer mit seiner Fellnase zum Tierarzt muss, der sollte vor den Kosten keine Angst haben müssen. Denn kleine Beiträge, monatlich entrichtet, sind leichter zu verkraften als hohe Rechnungen, die der Doktor ausstellt. Im Internet sind zahlreiche Vergleichsportale zu finden. Diese sollte man nutzen und mindestens einen Katzenversicherung Vergleich durchführen, denn die Tarife sind sehr verschieden. Die richtige Wahl zum geeigneten Zeitpunkt kann bares Geld in die Haushaltskasse spülen. Zusammenfassend nützliche Tipps, welche die Entscheidung zwecks Wahl der Versicherung erleichtern können:

  • freie Tierarzt-/Klinikwahl
  • kurze Wartezeiten, bis die Versicherung leistet
  • Erstattung ohne Jahreslimit, idealerweise mindestens GOT 2-fach abgesichert
  • Chipkosten bis 25 € werden erstattet
  • Jährliche Zuschüsse für Wurmkuren, Impfungen, Zahnsteinentfernung, Bekämpfung
  • von Ektoparasiten (Flöhe, Läuse, Zecken, Milben, Stechmücken)
  • ambulante sowie stationäre Behandlungen
  • Zuschüsse für Kastration/Sterilisation
  • Übernahme der Kosten für alternative Tierarzt-Behandlungen (Homöopathie, Akupunktur)
  • Versicherungsschutz europaweit (mindestens 6 Monate)
  • Vorsorge, Nachsorge, stationäre Unterbringung in einer Klinik, jeweils unbegrenzt
  • ab dem 5. Lebensjahr der Katze sollte eine Tarifanpassung möglich sein, damit immer optimale und neueste Möglichkeiten der Behandlungen genutzt werden können
  • Übernahme aller Kosten im Rahmen einer OP
  • Vorsicht bei Selbstbeteiligung, Kostenersparnis genauestens prüfen
  • Kostenübernahme von 100% sollten in jedem Katzenalter möglich sein

Foto: CCO-Grafik von pexels.com, Japheth Mast

Das könnte Sie auch interessieren