Brandenburg Sonntag, 12 Juli 2020 von [wp]

Arbeitgeber-Bewertungen: Vier Sterne sind das Minimum

Arbeitgeber-Bewertungen: Vier Sterne sind das Minimum

Eine Studie zeigt, dass Bewertungsportale für Arbeitgeber entscheidender denn je sind: Bewerber winken heutzutage bereits ab, wenn ein Unternehmen nur durchschnittliche Bewertungen erzielt.

Bewerber reagieren nur auf Bestnoten

In den vergangenen Jahren haben sich Bewertungsportale wie Glassdoor und Kununu als entscheidende Infoquelle für Bewerber entwickelt – das hat in Zeiten des Fachkräftemangels Folgen für Unternehmen, die händeringend nach Personal suchen. 

Wie eine Studie der Personalberatung Hype und des Software-Anbieters Softgarden vor kurzem herausgefunden hat, setzen 37 Prozent der Bewerber auf Unternehmen, die auf den Portalen eine optimale Fünf-Sterne-Bewertung und positive Mitarbeiterkommentare vorweisen. Dabei ist ihnen das Beste gerade gut genug: Firmen mit Drei-Sterne-Bewertungen werden von 80 Prozent der Befragten bereits nicht mehr angeschrieben, noch schlechter benotete Unternehmen gehen praktisch leer aus. Befragt wurden 1.450 Bewerberinnen und Bewerber in Deutschland aus allen Berufsgruppen.

Zentrales Kriterium: Die Work-Life-Balance

Außerdem belegt die Studie, dass sich auf dem Arbeitsmarkt viel verändert hat. Gehörten früher noch jede Menge Überstunden zur Karriere, ist heute ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben angesagt. Diese Work-Life-Balance ist den Bewerbern sogar wichtiger als ein attraktives Gehalt.

Die Kinderkrippe im Unternehmen ist vielen Arbeitnehmern fast ebenso wichtig: Sie bildet für die Befragten den größten Anreiz, das Unternehmen zu wechseln. Dicht dahinter folgt die Option zum Homeoffice – kein Wunder, sie ist das wichtigste Mittel, um Familienleben und Arbeit flexibel zu kombinieren.

Bewerber mit Benefits überzeugen

Zusatzleistungen zum Gehalt sind wichtige Pluspunkte sowohl bei den Bewertungen als auch bei der Mitarbeitersuche von Unternehmen. Laut der Hype-Studie steht die vom Arbeitgeber gesponserte Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio bei den Befragten an erster Stelle, gefolgt von einem Klassiker – dem Firmenwagen. Mitarbeiter-Rabatte sind fast genauso beliebt, dasselbe gilt für Zuschüsse zu anfallenden Spesen.

Danach folgen Zuschüsse zu den Fahrkarten des öffentlichen Nahverkehrs, das Firmen-Smartphone sowie die freie Wahl beim Firmen-PC. Erstaunlich: Obwohl die Altersversorgung für die Erwerbstätigen aufgrund der sinkenden gesetzlichen Rente immer wichtiger wird, landet die betriebliche Altersvorsorge bei der Befragung auf den hinteren Rängen.

Social Media – der neue Stellenmarkt

Die Studie zeigt auch, dass die Mitarbeitersuche mit klassischen Stellenanzeigen der Vergangenheit angehört. Fast 73 Prozent der Befragten sucht heute auf den Stellenmärkten der Social Media-Plattformen. Xing ist mit knapp 44 Prozent die beliebteste Anlaufstelle, LinkedIn und Facebook folgen mit 34 beziehungsweise knapp 12 Prozent. Für Unternehmen bedeutet das: Wer hier nicht prominent mit seinen Recruiting-Aktivitäten präsent ist, hat bei der Suche nach qualifizierten Fachkräften das Nachsehen                          

Bewertungsportale auch für Kunden

Es gibt nicht nur Bewertungsportale für Arbeitnehmer, auch Kunden können mittlerweile im Netz Hersteller und Dienstleister bewerten. Gutes Beispiel hierfür ist das unabhängige Vergleichsportal whofinace.de, auf dem Versicherungs- und Finanzberater von Unternehmen wie der DEVK Versicherung, dem Finanzdienstleister Swiss Life Select oder der Deutschen Bank bewertet werden. Zusätzlich kommentieren die Kunden ihre Erfahrung mit den Unternehmen und können sie weiterempfehlen.

Zu den relevanten Kriterien gehören die Servicequalität, das Angebot, Preise und Konditionen sowie die Kundenkommunikation. Das Unternehmen Swiss Life Select kommt hier auf fast 600 Bewertungen und ein Gesamtergebnis von 4,8 von fünf Sternen. Laut whofinance.de wird jede Kundenbewertung einzeln geprüft.

Foto: Pixabay, 5207277, Tumisu

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