Brandenburg Mittwoch, 15 Mai 2019 von Redaktion

Ambrosia: Lausitzer Kommunen schlagen weiter Alarm

Ambrosia: Lausitzer Kommunen schlagen weiter Alarm

Im Kampf gegen die allergene Ambrosiapflanze schlagen Lausitzer Kommunen weiterhin Alarm. Nach einem Treffen in Bronkow krtisieren Bürgermeister von betroffenen Kommunen das aus ihrer Sicht unzureichende Handeln der Landesregierung und fordern mehr Unterstützung. Demnach bedarf es einen konkreten Maßnahmenplan für die nächsten Jahre.

Die Gemeinde Kolkwitz teilte dazu mit:

Sorgenvoll  blicken  Lausitzer  Bürgermeister  in  die  Zukunft.  Die  hochallergene Ambrosiapflanze  breitet  sich  seit  Jahren  nahezu  ungebremst  im  Lausitzer  Süden  aus.  In Bronkow  holte  der  Ambrosiakoordinator  am  9.  Mai 2019  die  betroffenen  Kommunen  an einen  Tisch.  Was  Matthias  Hoffmann  hier  erklärte,  war  für  die  Bürgermeister  ein Schreckensszenario.  So  dehnt  sich  die  Ambrosiapflanze  derzeit  vor  allem  in  Südfrankreich, Norditalien und  in Ungarn  aus.  In  Ungarn  sind  mittlerweile  80  Prozent  der  landwirtschaftlichen  Flächen betroffen.  Und  noch  schlimmer:  Zehn  bis  20  Prozent  der  ungarischen  Bevölkerung  haben Probleme  mit  Pollen.  So  ist  Ungarn das  Beispiel,  das  zeigt  was  passiert,  wenn  nichts unternommen  wird.  Für  den    Drebkauer  Bürgermeister  Paul  Köhne  ist  das Schreckensszenario bereits Realität. So werden in der Stadt regelmäßig die Pollen in der Luft erfasst und  in  ein  Labor  gebracht.  Zur  Blütezeit  wird  hier  ein  dreistelliger  Wert  pro Kubikmeter  gemessen.  Dabei  reichen  10  Pollen  pro  Kubikmeter  Luft  bereits  für  eine allergene  Reaktion  aus.  So  wird  dieser  Schwellwert bereits  heute  um  ein  vielfaches überschritten. Dies bestätigt auch Nadine Wegener, Leiterin des Fachbereiches Ordnung und Soziales in Vetschau. Auch hier werden die umherfliegenden Pollen erfasst. Auch Vertreter der Stadt Lübbenau saßen mit in der Runde. Vom Süden breitet sich die Ambrosiapflanze Richtung Berlin aus.  Bürgermeister Paul Köhne ist sauer auf die Landesregierung: „Seit Jahren geht es nur um das Registrieren und Archivieren. Es passiert aber nichts bei der Bekämpfung. Ohne finanzielle Mittel  kommen  wir  nicht  weiter“,  sagt  er  ernüchtert  und  mit  Wut  im  Bauch.  Von  der Landesregierung fühlen sich die betroffenen Kommunen im Stich gelassen. So gibt es weder finanzielle  Haushaltsmittel  zur  Bekämpfung  der  Ambrosiapflanze  noch  ein  federführendes Ministerium.  Dass  etwa  das  Gesundheitsministerium  mit  Blick  auf  Ungarn  kaum Eigeninitiative  bei  der  Bekämpfung  zeigt, verwundert  in  der  Lausitz  sehr.  So  haben  die Kommunen das Gefühl, dass hier die Daseinsvorsorge nicht ernst genommen werde und es lediglich Alibi-Handlungen gebe, wenn Druck aus der Lausitz kommt.  Eine solche Handlung ist etwa eine neue Ambrosiaverordnung, die auf Wunsch zehn Lausitzer Kommunen derzeit erstellt wird. Mit dieser soll es eine Bekämpfungspflicht auch bei privaten Flächen geben. Auf  weitere  Maßnahmen  konnten  sich  die Landtagsfraktionen  nicht  einigen.  Die Hauptforderungen des Lausitzer Positionspapieres bleiben unerfüllt und die Verantwortung wird auch mit der kommenden Verordnung auf die Kommunen geschoben. Martin Mathow, Leiter des Fachbereiches Ordnung in Kolkwitz erklärt: „Wir haben gar nicht das Personal. Wir sind  schon  mit  der  Entfernung  von  Ambrosia  auf  den  Gemeindeflächen  beschäftigt.  Jetzt sollen wir auch noch die Bekämpfung auf Privatgrundstücken überwachen. Das wird nichts werden“, prophezeit er. Er hätte sich gewünscht, dass diese Überwachung der Verordnung eine untere Landesbehörde wie etwa der Kreis übernimmt.  Der  Ambrosiakoordinator Matthias Hoffmann  erklärt,  dass  die  Kommunen  nicht  aufgeben sollen. Zu dem was die Landesregierung derzeit auf den Weg bringen will, erklärt er: „Wenn das so kommt, ist das nicht optimal“. Nach dem Treffen waren die Vertreter der Kommunen sich  darin  einig,  dass  von  der  Landesregierung  und  den  Landtagsfraktionen  keine nennenswerte Unterstützung bei der Ambrosiabekämpfung zu erwarten ist. „An dem Treffen  hätte  von  jedem  Ministerium  ein Entscheidungsträger  teilnehmen  müssen,  um  einen konkreten Fahrplan und ein Konzept für die kommenden Jahre zu erarbeiten“, sagte Martin Mathow. So werde sich die Pflanze Jahr für Jahr weiter ausdehnen und die Gesundheit der Menschen gefährden. 

red/Presseinfo

Bild: Gemeinde Kolkwitz

 

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