Montag, 18.12.2017
*

Bedeckt

0 °C
Süd-Südwest 1 km/h

Jetzt aktiv Mitmachen!

Spremberg Mittwoch, 21 Juni 2017 09:23 |  von Redaktion

Brandenburg Derby setzt neue Maßstäbe im Judo Oberhaus. Knappe und vermeidbare Niederlage für den KSC ASAHI

Brandenburg Derby setzt neue Maßstäbe im Judo Oberhaus. Knappe und vermeidbare Niederlage für den KSC ASAHI

Das Duell zwischen dem Aufsteiger KSC ASAHI Spremberg und dem UJKC Potsdam hielt alles was ein Derby verspricht. In der ausverkauften Arena in Spremberg Neu Haidemühl waren neben den extra mit Fanbus angereisten Potsdamern auch viel Prominenz zu Gast. Der Präsident des Brandenburgischen Judoverbandes Daniel Keller, der Ehrenpräsident Hubert Sturm sowie der Vizepräsident Leistungssport Reinhardt Arnd ließen es sich nicht nehmen die beiden Brandenburger Top Team`s zu beobachten. Und was die beiden Mannschaften boten, war nicht nur Werbung für den Judosport sondern vor Allem für den Leistungssport im Land Brandenburg. Die Spitzensportreform zieht eine Schließung des Bundesstützpunktes Brandenburg in Erwägung und beide Teams wären davon natürlich stark betroffen.

Prominenteste Gäste waren aber sicherlich: Königin Naa Tsitse Atsereku I. und ihr König Nii Osabu Akwei I. Beide sind die Oberhäupter der "Ga", des zweitgrößten Stammes im westafrikanischen Ghana und Judobegeistert.

Im Spremberger Hexenkessel hatten dann die Potsdamer den besseren Start. Nach Siegen vom Kirgisen Faruch Bulekulov und dem Deutschen Junioren - Vizemeister Georg Siegemund war es dann Patrick Ciechomski der den ersten Punkt für ASAHI holte. Anschließend hatte Johannes Karsch, der gegen den 3fachen britischen Meister nach einer langen Verletzung sein Saisondebüt gab, den Ausgleich vor Augen. Erst im Golden Score musste sich der aufopferungsvoll kämpfende Spremberger geschlagen geben. Dafür holten die beiden „Leichten“ die Punkte. Maximilian Zimmermann und Aleksander Beta erkämpften die Punkte zwei und drei. Somit ging es mit einem knappen Rückstand von 3:4 in die Pause. Und auch die hatte einige Überraschungen zu bieten. Spreewaldbauer Ricken spendierte, wie es sich für eine „Gurkentruppe“ gehört, für Fans und Gäste seine Gurken und das Variete Fantastique aus Cottbus sorgte mit einer Akrobatik Show für wahre Begeisterungsstürme.

Danach sorgte ein ebenfalls Langzeitverletzter für die Überraschung des Tages. Danni Tempel rang den den im ersten Durchgang siegreichen Kirgisen Faruch Bulekulov förmlich nieder und brachte die Stimmung zum kochen. Nach einem weiteren Sieg durch Patrick Ciechomski war es der erst 19jährige Emil Kosjanik der die Spremberger Jungs in Führung bringen wollte. In einem an Spannung nicht zu übertreffenden Duell gab Emil mit dem Schlussgong jedoch einen möglichen Sieg aus der Hand. Maximilian Zimmermann war es dann, der für den 6:6 Ausgleich sorgte und damit zum Kämpfer des Tages avancierte. Mit gebrochener Hand holte Zimmermann zwei Punkte für sein Spremberger Team. Im vorletzten Duell des Abends kam es dann zur Neuauflage aus Runde eins. Marcel Schaarschmidt gegen den Deutschen Junioren Meister Erik Abramov. Nach der schnellen Niederlage im ersten Durchgang war jetzt Schaarschmidt deutlich besser eingestellt und hatte den Potsdamer am Rand der Niederlage. Der mit viel Herzblut agierende Spremberger sah sich 17 Sekunden vor Schluss sogar schon als Sieger. Sein Konter wurde aber auch nach Prüfung des Videobeweises durch die Kampfrichter nicht bewertet. Und dann wurde es ganz bitter für das Spremberger Schwergewicht.

Wie vorher schon bei Emil Kosjanik folgte in der Schlußsekunde die Entscheidung: Ippon für Abramov, nachdem ein weiterer Konterversuch von Schaarschmidt misslang. „Das war schon eine ganz bittere Nummer für mich. Ich wollte so sehr für mein Team gewinnen, dass ich mich in der letzten Sekunde zu dieser Konteraktion hinreißen ließ“ sprach ein am Boden zerstörter Schaarschmidt.

Mit einem 6:7 aus Spremberger Sicht gingen Michel Daue und Bennet Pröhl auf die Matte. Dem jungen Potsdamer gelang es aber sichtlich besser, diese Drucksituation zu bewältigen. Michel Daue, der noch gegen Holle zu überzeugen wußte, kam nicht in den Kampf. Nach etwa 2 Minuten war es dann passiert. Ippon für Potsdam und somit eine knappe und vermeidbare Niederlage für den Liganeuling aus Spremberg. Das Publikum applaudierte noch lange nach Kampfende und war trotz der Niederlage sichtlich stolz auf sein Team. Und auch das Spremberger Trainergespann Mike Göpfert und Michael Rex sind dann schlussendlich zwar etwas angebissen, aber dennoch zufrieden mit der Leistung ihrer Mannschaft.

„Klar, wenn man so nah dran ist, dann will man unbedingt den Sieg. Insbesondere die beiden Niederlagen in der jeweils allerletzten Sekunde von Schaarschmidt und Kosjanik tun weh. Hinzu kommt der späte Golden Score Sieg von Gosiewski gegen unseren Karschi, der sicherlich auch hätte anders herum ausgehen können. Schlussendlich hat es nicht sollen sein. Aber der Auftritt unser vermeintlichen Notelf und die Stimmung in der Halle, das war einfach grandios und macht echt stolz hier Trainer zu sein.“ so die beiden Trainer nach der Veranstaltung.

In zwei Wochen müssen die Spremberger noch nach Bottrop und könnten da mit einem Sieg noch das Unglaubliche wahr machen. Die Teilnahme an den Play Offs. Vereinschef Dirk Meyer sieht es aber realistisch: „Wir haben bis jetzt wirklich eine starke Saison gekämpft und schon mehr erreicht als Alle von uns und auch wir selbst erwartet hätten. Bottrop kennen wir noch aus Liga 2 und da haben wir immer nicht gut ausgesehen. Außerdem werden unsere Personalsorgen immer größer. Ich hoffe wir bekommen überhaupt eine Mannschaft zusammen.“

Bewertung:
(0 Stimmen)

Kommentare

Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten