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Schwarze Pumpe Mittwoch, 07 Juni 2017 08:51 |  von Redaktion

Grubenwasser in Schwarze Pumpe wird effizienter behandelt

Grubenwasser in Schwarze Pumpe wird effizienter behandelt

LEAG baut drei neue Wasserbauwerke zur gezielten Verteilung und Behandlung

Nach rund 60 Jahren Betriebsdauer werden die Zuleitungssysteme für die Grubenwässer aus den Tagebauen Nochten und Welzow in der Grubenwasserbehandlungsanlage (GWBA) Schwarze Pumpe komplett erneuert. Für das rund 10-Millionen-Euro-Projekt begannen die Planungen im Jahr 2013, die Fertigstellung drei neuer Wasserbauwerke ist bei laufenden Betrieb der GWBA bis Sommer 2019 geplant. Konkret ist der Bau von zwei Sammelzubringern (Ost und West) und einem Bauwerk zur Zusammenführung und Weiterleitung der Wasserströme vorgesehen. Dadurch können die unterschiedlichen Wasserqualitäten gezielt verteilt und je nach späteren Verwendungszweck beispielsweise als Kühlwasser im Kraftwerk oder in der Papierfabrik Hamburger Rieger Spremberg bedarfsgerecht behandelt und weitergeleitet werden. Baustart für den Sammelzubringer Ost war im Mai, für das Bauwerk West erfolgt er im Juni.

Der Sammelzubringer West, das größte Bauwerk, misst nach Fertigstellung 70 Meter Länge und mehr als sechs Meter Höhe. Ihm werden die Wasserströme aus dem Tagebau Welzow-Süd und der LMBV zulaufen. Rund 60 Millionen Kubikmeter gehobenes Grundwasser aus dem Tagebau Welzow-Süd wurden im Jahr 2016 in die GWBA nach Schwarze Pumpe geleitet. Das entspricht knapp 80 Prozent der gesamten Grubenwassermenge des Tagebaus. Für die LMBV wurden im Jahr 2016 knapp eine Million Kubikmeter behandelt. Das neue Bauwerk ermöglicht die Vorreinigung in einem Rundsandfang sowie die Kohlendioxid-Ausgasung mittels Kaskadenstufen und Kreiselbelüftern, wodurch der Bedarf an Neutralisationsmittel signifikant  reduziert werden kann.

„Die Möglichkeit CO2 aus dem Grubenwasser austragen zu können, ist nicht neu für unsere Grubenwasserbehandlungsanlagen. Mit dem Neuaufbau dieser zweistufigen Entgasungsstufe werden wir aber deutlich effizienter als wir es vorher waren. Sie ermöglicht uns im Behandlungsprozess weniger Kalkhydrat einzusetzen, wodurch die Gesamt- und Karbonathärte des aufbereiteten Wassers verringert werden kann“, weist der verantwortliche Projektleiter Thomas Schumann auf die Vorteile der neuen Bauwerke hin. Dies würde vor allem im Kühlwasserkreislauf des Kraftwerkes eine effizientere Nutzung des Kühlwassers erlauben, so dass der Wasserbedarf insgesamt sinken könne, berichtet Schumann. Ein weiterer Vorteil ist die Trennung der Wasserqualitäten. „Wir haben in der GWBA fünf Rohwasserteilströme, die unterschiedlich behandelt werden müssen. Das kann mit den neuen Bauwerken durch die Trennung der Wasserströme deutlich besser geschehen“, so Schumann weiter.

Der Sammelzubringer Ost mit einer Länge von 26 Metern wird 2,2 Meter über Gelände liegen und sieben Meter tief sein. Ihm laufen zwei getrennte Wasserströme aus dem Tagebau Nochten sowie ein Wasserfassungsstrom aus Groß Luja zu. Rund 40 Millionen Kubikmeter Wasser waren es im Jahr 2016. Auch in diesem Bauwerk erfolgt die Vorreinigung mit einem Rundsandfang und die Kohlendioxid-Ausgasung mit Kreiselbelüftern. Im 18 Meter langen Zusammenführungsbauwerk werden die vorbehandelten Wasserströme weiterhin getrennt behandelt, mit Kalkmilch neutralisiert und belüftet. Insgesamt werden 2.700 Meter Rohrleitungen und 3.100 Kubikmeter Beton verbaut.

„Die besondere Herausforderung an dieser Baumaßnahme ist zum einen der laufende Betrieb. Die GWBA muss während der Bauarbeiten rund um die Uhr das ganze Jahr über voll funktionstüchtig sein, damit das in den Tagebauen gehobene Wasser unterbrechungsfrei behandelt werden kann. Zum anderen stellen die begrenzten Platzverhältnisse auf dem Gelände der GWBA eine technische und logistische Herausforderung für die Baufirmen dar“, erklärt Schumann. So müsse auch die Inbetriebnahme der neuen Anlagenteile im Sommer 2019 ohne Unterbrechung des Aufbereitungsprozesses erfolgen.

Seit 1963 wird in der GWBA Trinkwasser in einer separaten Behandlungsstrecke aufbereitet und an verschiedene Lausitzer Städte verteilt. Im Jahr 2016 waren es 3,6 Millionen Kubikmeter. Prozesswasser- umgangssprachlich auch Brauchwasser genannt - wird seit 1959 für den Industriepark Schwarze Pumpe in zwei verschiedenen Qualitätsstufen produziert. Abnehmer dafür sind die Papierfabrik Hamburger Rieger Spremberg, das Kraftwerk Schwarze Pumpe sowie Kleinabnehmer im Industriepark.

 

Foto: LEAG

pm/red

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