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Atterwasch Montag, 31 Oktober 2016 15:57 |  von Redaktion

Dorffest in Atterwasch gegen neue Tagebaue

Dorffest in Atterwasch gegen neue Tagebaue

Über 250 Kohlekritiker trafen sich am Reformationstag in Atterwasch zum traditionellen Dorffest für Heimat und Zukunft zu einem Gottesdienst und zur Diskussion über den mittelfristigen Ausstieg aus der Braunkohle. „Die Kohleverstromung ist nicht nur ein Problem der Menschen vor Ort, sondern der fortschreitende Klimawandel betrifft uns alle“, sagte der Brandenburger Landesvorsitzende von Bündnis 90/ Die Grünen Clemens Rostock am Rande Dorffestes. „Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingssituation, müssen wir uns klarmachen, dass unser Wohlstand und unsere Energieproduktion auch weltweit Auswirkungen hat. Prognosen gehen von bis zu 200 Mio Klimaflüchtlingen zur Mitte des Jahrhunderts aus. Deutschland kann es aber schaffen, erst aus der Atomkraft und mittelfristig auch aus der Kohle auszusteigen und so ein Vorbild in der Welt zu sein“, erklärte Rostock.

„Wenn man die Beschlüsse von Paris  auch nur im Ansatz ernstnimmt, darf in der Lausitz kein einziger neuer Tagebau mehr aufgeschlossen werden“ sagte die energiepolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion Heide Schinowsky. Kritik übte die Jänschwalderin an Wirtschaftsminister Albrecht Gerber: „Es ist sehr bedauerlich, dass sich der Minister nicht auf das Gespräch mit den hier von Abbaggerung bedrohten Menschen eingelassen hat“. Eine Einladung zum Dorffest hatte Gerber ausgeschlagen, berichteten die Organisatoren.

„Über 3000 Menschen sind aktuell in der Lausitz von Umsiedlung und Vertreibung durch neue Tagebau bedroht  und haben durch das antiquierte Bergrecht nahezu keine Widerspruchsrechte“, kritisierte der bündnisgrüne Bundeskandidat für Cottbus und Spree-Neiße Wolfgang Renner: „Das Bergrecht muss reformiert werden und den Bedürfnissen des 21. Jahrhundert angepasst werden“, fordert Renner.

Die Proschimer Grünenpolitikerin Karin Noack: „Vattenfall hat sich auf dem Staub gemacht, aber die Probleme bleiben die Gleichen. Wir müssen immer noch mit dem Dreck und Lärm leben. Von der Landesregierung werden wir komplett alleine gelassen. Der SPD-Minister Gerber verkündet aus dem fernen Potsdam immer nur Phrasen, dass die Kohle noch benötigt wird. Das seit Jahren über uns ein Damoklesschwert der Enteignung schwebt, ist dem SPD-Politiker kein Wort wert. Wir haben es satt Verhandlungsmasse für die unsinnige Braunkohlepolitik der SPD zu sein“.

Bündnis 90/ Die Grünen sprechen sich für einen mittelfristigen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung bis 2030 aus.

pm/red

Foto: ideengruen.de | markus pichlmaier : v.l.n.r.: Karin Noack, Wolfgang Renner, Clemens Rostock

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