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Jänschwalde Montag, 12 Oktober 2015 23:50 |  von Redaktion

Blühende Landschaften aus der Lausitz : Nagola Re ist KfW Gründerchampion

Blühende Landschaften aus der Lausitz : Nagola Re ist KfW Gründerchampion
Die diesjährigen KfW Awards Gründerchampions sind vergeben: Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Matthias Machnig und KfW-Direktor Werner Genter überreichten gestern Abend die Preise an die 16 Landessieger. Ausgezeichnet wurden außerdem der Bundessieger, sowie ein Sonderpreis und ein Publikumspreis verliehen. Gemein ist allen Preisträgern: aus hervorragenden Geschäftsideen schufen sie erfolgreichen Unternehmen.
 
Insgesamt sind die KfW Awards Gründerchampion mit 31.000 EUR dotiert. Bundessieger wurde in diesem Jahr der brandenburgische Landessieger, die Firma Nagola Re GmbH mit Sitz in Jänschwalde. Sie konnte sich mit ihrer Geschäftsidee, der Renaturierung und dem Natur- und Artenschutz unter den 15 weiteren Landessiegern durchsetzen und erhielt im Rahmen der feierlichen Preisverleihung und Auftaktveranstaltung der Deutschen Gründer- und Unternehmertage (deGUT) gestern im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Berlin vor etwa 250 Gästen aus Politik und Wirtschaft die Auszeichnung und das Preisgeld von insgesamt 10.000 EUR.
 
Nagola Re, Christina Gratz (links) mit ihrem TeamAusgewählt wurde das Siegerunternehmen durch die Jury aus Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Landesförderinstituten und Industrie- und Handelskammern. Neben der innovativen Geschäftsidee, die alle 16 Landessieger eint, ist bei der im Jahr 2011 gegründeten Nagola Re der ökologische Nutzen besonders hoch. Das Unternehmen beschäftigt sich mit dem Erhalt, der Herstellung und Wiederherstellung artenreicher und wertvoller Lebensräume. Nagola Re entwickelte eine neuartige Kulturtechnik, die Lebensräume von   Pflanzen und somit Tieren wiederherstellt oder neu erschafft. Die biologische Vielfalt kann so gesichert werden. Es kommt vom Aussterben bedrohtes Saatgut zum Einsatz: im ehemaligen Lausitzer Braunkohlerevier wurden stark gefährdete Pflanzen wie der seltene Acker-Wachtelweizen und die geschützte Karthäuser-Nelke wieder angesiedelt. Heute ist das junge Unternehmen führender Anbieter für naturnahe Begrünungen in Brandenburg, aber auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Es steht für hochwertige Renaturierungen, für Natur- und Artenschutz und damit für einen sorgsamen Umgang mit unserer Umwelt.
 
Gründerin Christina Grätz: “Wir sind glücklich und stolz auf die Auszeichnung. Dadurch fühlen wir uns in unseren Zielen bestärkt und die Anerkennung und Würdigung unserer Arbeit zeigt, dass Natur- und Umweltschutz inzwischen vielen Menschen und Institutionen am Herzen liegt. Der Preis ist aber auch ein Ansporn, weiter unser Bestes für unsere Lebensgrundlage - die Natur - zu geben und nicht zu ruhen, bis in Brandenburg und darüber hinaus wieder bunte Wiesen mit vielen seltenen Arten leuchten. Dass Nagola Re ein so erfolgreiches Pflänzchen ist, verdanke ich besonders den engagierten Mitarbeitern, die allesamt hochmotiviert hinter der Geschäftsidee stehen, täglich phantastische Arbeit leisten und vollen Einsatz zeigen." Während der Abendveranstaltung wurde auch ein Sonderpreis vergeben: Die LittleSun GmbH aus Berlin erhielt den mit 1.000 EUR dotierten Preisfür den sozialen Hintergrund ihrer Geschäftsidee.
 
Little Sun ist ein globales Projekt, gegründet 2012 von Künstler Olafur Eliasson und Ingenieur Frederik Ottesen. Ziel ist es, sauberes und erschwingliches Licht zu den 1,1 Mrd. Menschen in der Welt zu bringen, die ohne konstante Stromversorgung leben. Von dem ersten Produkt des Unternehmens, der LED-Solarlampe LittleSun, wurden bereits weltweit 300.000 Stück verkauft, die Hälfte davon in Regionen ohne Stromversorgung. Dort werden sie zu niedrigeren, lokal erschwinglichen Preisen angeboten. In Regionen ohne Strom baut LittleSun langfristige Vertriebsstrukturen zur nachhaltigen Unterstützung auf; in mehr als 10 afrikanischen Ländern ist das Unternehmen bereits aktiv.
 
Felix Hallwachs, Geschäftsführer der LittleSun GmbH: „Als Berliner Social Business mit globalem Projekt freuen wir uns sehr über den Sonderpreis im Unternehmenswettbewerb KfW-Award GründerChampions. Die für die KfW so zentrale Verbindung von Nachhaltigkeit und Entwicklung, alternativen Energien und wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten steht auch im Mittelpunkt unserer Arbeit. Das im Preis bestätigt zu sehen, ist eine Freude – und vor allem freuen wir uns natürlich, gemeinsam die Sonne noch heller scheinen zu lassen!“
 
Der mit 5.000 EUR dotierte Publikumspreis – per SMS wählten ihn die Gäste aus den Reihen der Landessieger – ging an die CLOUD&HEAT Technologies GmbH aus Sachsen.
 
Die Wissenschaftler Prof. Dr. Christof Fetzer und Dr. Jens Struckmeier sowie der Gründungsexperte René Marcel Schretzmann gründeten CLOUD&HEAT Technologies im Jahr 2011. Das Unternehmen bietet cloudbasierte Rechenleistungen, deren Abwärme zum Heizen von Gebäuden und zum Erwärmen von Wasser genutzt wird. Die Cloud-Server werden direkt in den zu beheizenden Immobilien installiert und über das Internet zu einem virtuellen Rechenzentrum zusammengeschaltet. Das aufwändige und energieintensive Kühlen der Server, das bei einem herkömmlichen Rechenzentrum notwendig ist, entfällt und das System kostet nicht mehr als alternative Heizungen. Da keine Betriebskosten anfallen, bekommt der Hausbesitzer die Wärme gratis. Cloud&Heat verbucht einen en ormen Kostenvorteil gegenüber Wettbewerbern, da Ausgaben für Serverkühlung, Rechenzentrumsgrundstück und -gebäude entfallen. Somit kann Rechenleistung bei gleichem Standard deutlich unter den üblichen Marktpreisen angeboten werden.
 
Durch den wachsenden Bedarf an Rechenzentren aufgrund von Cloud-Computing kann ein schnelles Wachstum realisiert werden. Zu den Unternehmen und Institutionen, die bereits auf das nachhaltige Leistungsangebot setzen, gehören u. a. Cloud Pharmaceutical Inc., Deutsche Börse Cloud Exchange und Cloudcontrol.
 
Prof. Dr. Christof Fetzer: „Die Idee, Immobilien mit Servern zu heizen, kam uns, als ich den Bau meines Eigenheimes plante. Wir wollten die Wärme produzierenden Servern nutzen, um das Haus zu heizen. Neben dem Prototypen eines Heaters entwarfen wir auch ein virtuelles Rechenzentrum. Seitdem haben wir 110 Serverschränke mit fast 700 Hightech-Servern in Wohn- und Geschäftsgebäuden aufgestellt.“ Jens Struckmeier ergänzt: „Wir sind sehr stolz auf alles, was wir bisher erreicht haben. Die Auszeichnung bestätigt uns darin, dass wir mit unserer Idee, Rechen- und Wärmeleistungen miteinander zu verbinden, den aktuellen Zeitgeist treffen. Großer Dank soll an dieser Stelle auch an unsere rund 40 Mitarbeiter gehen, die täglich einen sehr guten Job machen.“
 

Titelfoto: v.l.n.r. Werner Genter (Direktor KfW), Christina Grätz (Nagola Re), Gabriela Pantring (Vorstandsmitglied ILB), Hendrick Fischer (Staatssekretär MWE); Copyright:
KfW Bankengruppe / Fotograf: Jan Zappner

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