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Spree-Neiße Donnerstag, 30 März 2017 08:59 |  von Redaktion

Grundbildung als Voraussetzung für Arbeitsmarktintegration

Grundbildung als Voraussetzung für Arbeitsmarktintegration

Am 27.03.2017 veranstaltete das Grundbildungszentrum Cottbus/Spree-Neiße in Trägerschaft der BQS GmbH Döbern und das Jobcenter Spree-Neiße eine gemeinsame Fachtagung unter dem Thema „Grundbildung als Voraussetzung für Arbeitsmarktintegration“. Eine solche gemeinsam organsierte Veranstaltung ist bis dato einzigartig in Brandenburg.

Es versammelten sich 87 Fachkräfte aus der Grundbildung, dem Jobcenter, dem Fachbereich Schule und Kultur, von Bildungsträgern und von Trägern der Beschäftigungsförderung, um speziell über die Situation von Menschen mit Grundbildungsdefiziten in Spree-Neiße zu diskutieren. Vertreter aus dem Beirat des Jobcenters, der Industrie- und Handelskammer, des Deutschen Gewerkschaftsbundes und die Landtagsabgeordnete Anke Schwarzenberg beteiligten sich ebenfalls rege an den Diskussionen.

Der Landrat Herr Altekrüger betonte die Wichtigkeit dieser Thematik für die Region. Allein im Landkreis Spree-Neiße leben ca. 11.000 Menschen im erwerbsfähigen Alter die nicht ausreichend lesen und schreiben können. Um Betroffene dauerhaft auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren und ihnen eine gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen bedarf es einer intensiven Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure und zusätzlicher Unterstützungsangebote in der Region.

Dr. Eyßell vom Bildungsministerium des Landes Brandenburg hielt einen Vortrag über die Alphabetisierung und Grundbildung in Deutschland und die Strategie der Landesregierung zu dieser Thematik. Weiter ging er auf die Ergebnisse der leo.Studie zum funktionalen Analphabetismus ein. Frau Müller vom Grundbildungszentrum Cottbus/Spree-Neiße informierte im Anschluss daran über die Anzahl der vom funktionalen Analphabetismus betroffenen Personen in der Region Spree-Neiße und über die Angebote des Grundbildungszentrums. Zwei Fallmanagerinnen aus dem Jobcenter stellten anhand eines Rollenspiels eindrucksvoll beispielhaft einen Fallverlauf aus ihrer Praxis dar. Hier wurde deutlich, welche Auswirkungen es hat, wenn Menschen nicht ausreichend lesen und schreiben können. Frau Richter als Leiterin des operativen Bereichs des Jobcenters informierte die Anwesenden über aktuelle Zahlen zu fehlenden Schul- und Berufsabschlüssen von beim Jobcenter gemeldeten Hilfeempfängern.

In thematischen Workshops trafen sich die unterschiedlichen Akteure, um sich zu den Themen wie Erkennbarkeit mangelnder Grundbildung und Unterstützungsangebote in der Region, Voraussetzungen für erfolgreiche Arbeitsmarktintegration, Finanzielle Grundbildung und Erschließung neuer Handlungsstrategien auszutauschen und gemeinsam nach neuen Ideen und Lösungsansätzen zu suchen.

Frau Hensel von der Fachstelle für Alphabetisierung/Grundbildung für Erwachsene im LISUM (Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg) zeigte sich begeistert über die gemeinsame Veranstaltung und würdigte die Ergebnisse aus den Workshops. Sie ermutigte die Anwesenden an dem Thema weiter zusammenzuarbeiten und es im Sinne der Betroffenen weiter voranzutreiben.

Viele Teilnehmende äußerten sich nach Ende der Fachtagung sehr positiv zur Ausrichtung und Zielsetzung der Tagung, sowie zu den einzelnen Vorträgen und Workshops. Das Jobcenter Spree-Neiße und das Grundbildungszentrum als Veranstalter waren sehr erfreut über den Zuspruch und den Verlauf der Tagung.

pm/red

Foto: BQS GmbH Döbern

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