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Senftenberg Montag, 06 März 2017 15:54 |  von Redaktion

Jährliches Schlaganfallsymposium des Klinikums Niederlausitz in Senftenberg

Jährliches Schlaganfallsymposium des Klinikums Niederlausitz in Senftenberg

Am Samstag, den 11. März 2017, finden die 22. Senftenberger Gespräche zum Schlaganfall der Klinikum Niederlausitz GmbH statt. Auch in diesem Jahr wird die Tagung wieder von der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus – Senftenberg unterstützt. Im Fokus stehen Themen zur Schlaganfallbehandlung in der Neuordnung des Gesundheitswesens unter einer neuen Gesetzlichkeit zur Qualitätssicherung im Gesundheitswesen und Individualisierung der Patientenbehandlung.

Es werden rund 200 Mediziner, Therapeuten, Fachpflegepersonal, Wissenschaftler, Vertreter der Kranken- und Rentenkassen sowie Fachkräfte aus den Bereichen Rehabilitation, Fitness und Wellness im Konrad-Zuse-Medienzentrum auf dem Uni-Campus in Senftenberg erwartet. Gastgeber sind Prof. Dr. Markus Reckhardt und Prof. Dr. Fritjof Reinhardt des Zentrums für Neurologie und Schmerzbehandlung der Klinikum Niederlausitz GmbH sowie Prof. Dr. Erich Schneider vom Institut für Medizintechnologie der BTU Cottbus – Senftenberg.

Die Senftenberger Gespräche zum Schlaganfall setzen seit nunmehr 22 Jahren ein Zeichen in der Region und sind als innovative Veranstaltung etabliert. Im Klinikum Niederlausitz werden jährlich etwa 500 Menschen mit einem Schlaganfall behandelt. Die Stroke Unit in Senftenberg ist nach dem Qualitätsstandard der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Deutschen Schlaganfall-Hilfe zertifiziert und steht somit für eine qualifizierte Behandlung von Schlaganfallpatienten.

Auch bei den 22. Senftenberger Gesprächen zum Schlaganfall geht es um das Neuste aus der Schlaganfallforschung und seiner Umsetzung in die tägliche medizinische Praxis. Neben der Darstellung neuester Errungenschaften in der Schlaganfallbehandlung stehen dieses Jahr Probleme bei einer sektorenübergreifenden medizinischen Langzeitbehandlung und einer evidenzbasierten, standardisierten und gleichzeitig passgenauen persönlichen Behandlung im Mittelpunkt.

Die Erkenntnisse und Forschung der letzten Jahre haben die Schlaganfallversorgung weiter optimiert. Fakt ist, dass die Behandlung dann besonders erfolgreich ist, wenn sie sehr zeitnah, in einem Zeitfenster von 4,5 Stunden, erfolgt. Der Patient erfährt kaum ein Funktionsdefizit oder gar eine Behinderung.

Ähnlich wie beim Herzinfarkt kann das hirnversorgende Gefäß in geeigneten Fällen mechanisch wieder geöffnet werden. Die Effekte sind dann häufig besser als beim ausschließlich allgemeinen Einbringen eines Medikaments zur Auflösung des vorhandenen Gerinnsels. Auch ist das Behandlungszeitfenster etwas günstiger. Nahezu 50 Prozent der Schlaganfälle stammen aus dem Herzen. Sie müssen als solche identifiziert und gezielt fachübergreifend behandelt werden.

„Der Rettungsdienst ist optimiert, die medizinische Logistik stimmt und auch die initiale Behandlung lässt kaum noch Wünsche offen. Erfolgsentscheidend sind der Patient selbst oder seine Umgebung und die gewählte Zeit zum Absetzen des Notrufs. Fazit: Verbessert werden muss an erster Stelle die Öffentlichkeitsarbeit zu Symptomen des Schlaganfalls und dem schnellen Reagieren, um eine medizinische Behandlung einleiten zu können“, so Prof. Dr. Fritjof Reinhardt, Leitender Arzt der Schlaganfallstation im Klinikum Niederlausitz in Senftenberg.

In Zukunft muss die Schlaganfallbehandlung noch mehr darauf abzielen, die fach- und sektorenüberschreitende Behandlung von chronischen Erkrankungen und Langzeiterkrankungen zu optimieren. Unter Einsatz der modernen medizinischen Telematik, einer Kombination aus Telekommunikation- und Informatiksystemen, stehen Krankheits-, Trainings- und Behandlungsdetails des Patienten nahezu in Echtzeit zur Verfügung. Zudem muss es auch auf dem zweiten Gesundheitsmarkt, Fitness und Wellness, standardisierte Behandlungswege für die betroffenen Patienten geben.

Im Fokus der Tagung steht auch die Vermeidung von Behandlungsbrüchen und Versorgungslücken. Mehr und mehr spielen, neben den medizinischen Angeboten, auch die persönlichen Bedarfe der Patienten eine Rolle, um eine erfolgreiche Therapie zu erzielen. Die Präferenzen eines Patienten bestimmen letztlich den konkreten Behandlungsweg, den der Patient durchschreitet.

Ziel des diesjährigen Symposiums ist es, Gesprächsteilnehmer aus allen Bevölkerungsgruppen und natürlich auch gesellschaftliche Entscheidungsträger zu finden und mit ihnen über gesundheitspolitische Strategien zu diskutieren und über die Möglichkeiten, die moderne Informations- und Assistenzsysteme hierfür bieten. „Wir erwarten alle Interessierten, ebenso wie die offiziellen Tagungsteilnehmer am
11. März ab 9 Uhr im Konrad-Zuse-Medienzentrum der BTU in Senftenberg“, lädt Prof. Dr. Reinhardt ein.

Am Nachmittag bietet das Bürgerforum für Schlaganfallpatienten, Angehörige und Interessierte eine Plattform, um mit den Experten des Klinikums ins Gespräch zu kommen. Die Schlaganfallselbsthilfegruppe Senftenberg unter der Leitung von Frau Heide-Christel Hornig lädt dazu ab 15 Uhr ins Konrad-Zuse-Medienzentrum ein. Anmeldungen für die Tagung und das Bürgerforum sind möglich unter Telefon (03573) 75-2151. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Bild: Zahlreiche Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen und Einrichtungen kommen jedes Jahr nach Senftenberg zu den traditionellen Schlaganfallgesprächen (Fotos: Klinikum Niederlausitz / Anne Herrmann)

pm/red

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