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Senftenberg Mittwoch, 21 Dezember 2016 15:04 |  von Redaktion

Zwei Jahre Zentrum für Psychosoziale Gesundheit am Klinikum Niederlausitz

Zwei Jahre Zentrum für Psychosoziale Gesundheit am Klinikum Niederlausitz

Vor zwei Jahren, im November 2014, trat Dipl.-Med. Karsten Wolff seine Stelle als Chefarzt im Klinikum Niederlausitz an und übernahm die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik von seinem langjährigen Vorgänger und Mentor, Dr. med. Frank-Frieder Schiefer.

Karsten Wolff war nach seiner Facharztausbildung zwei Jahre an der Universitätsklinik Heidelberg, Fakultät Mannheim, als Oberarzt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit tätig, bevor er sich entschied, in seine sächsische Heimat zurückzukehren. Dort war er Leitender Oberarzt im Sächsischen Krankenhaus Arnsdorf. Bei seiner Rückkehr nach Senftenberg, wo er bereits einen Teil seiner tiefenpsychologisch fundierten Facharztausbildung absolviert hatte, brachte Karsten Wolff eine Vielzahl von Zusatzqualifikationen, wie Psychotraumatherapie, Suchtmedizin, Sozialmedizin, systemische Therapie und verhaltenstherapeutische Verfahren mit. Dieses umfassende Portfolio spiegelt sich in einer integrativen und störungsspezifischen Neuausrichtung der Behandlung wider.

Die bisherige psychiatrische Klinik nennt sich seither auch Zentrum für Psychosoziale Gesundheit (ZfPG). Damit wird dem Ansatz Rechnung getragen, dass sich die moderne Psychiatrie nicht mehr nur um die Akutversorgung der Patienten bemüht, sondern auch eine wichtige Aufgabe bei der Aufklärung, Prävention, Rehabilitation und sozialen Integration der Patienten übernimmt. Gleichzeitig wurde die Zusammenarbeit mit den somatischen Fachabteilungen innerhalb des Klinikums ausgebaut, um im Sinne der Interdisziplinarität und Konsiliartätigkeit eine umfassende und ganzheitliche Behandlung der Patienten sicherzustellen. Damit setzt das Zentrum für Psychosoziale Gesundheit auch das Leitbild des Klinikums Niederlausitz der „persönlichen Medizin“ um.

In den vergangenen zwei Jahren ist es gelungen, in Senftenberg und Lauchhammer einen modernen Psychiatriestandort weiter zu profilieren, neues Fachpersonal zu gewinnen, die ambulante Versorgung der Patienten auszubauen und eine gesunde wirtschaftliche Basis für eine zukunftsträchtige Entwicklung der Abteilung zu legen. Um für die Mitarbeiter den Standort noch attraktiver zu machen, wurde ein umfassendes Fort- und Weiterbildungsprogramm für alle Berufsgruppen inklusive finanzieller Unterstützung aufgelegt.

Durch eine Kooperation mit verschiedenen Ausbildungsinstituten können nun auch Psychologen im Praktikum ihre Ausbildung in Senftenberg absolvieren, was sehr gut angenommen wird und die Stationsteams bereichert.

In Anbetracht der in Südbrandenburg vorgefundenen Situation stand das Jahr 2015 ganz im Zeichen der Crystal-Problematik. So wurde das Suchtkonzept der Klinik neu strukturiert. Das Zentrum für Psychosoziale Gesundheit beteiligte sich an einer Vielzahl von Präventions- und Aufklärungsprojekten des Landes Brandenburg, des Landkreises und der örtlichen Behörden, wie Schulen, Polizei und Ordnungsamt. Im Oktober 2015 fand in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. das 1. Südbrandenburger Symposium Psychosoziale Gesundheit zum Thema Crystal in Senftenberg an der BTU Campus Senftenberg statt. Mit zahlreichen Teilnehmern aus unterschiedlichen Einrichtungen und Berufsgruppen fand die Veranstaltung großen Anklang und trug zu einer Informationsvermittlung und Vernetzung der lokalen und überregionalen Akteure bei.

Für 2017 ist das zweite Südbrandenburger Symposium zum Thema Alterspsychiatrie geplant. Darüber hinaus soll die Vernetzung und der Dialog mit den ambulanten und einweisenden Kollegen auch durch regelmäßige Angebote zu Fortbildungstreffen intensiviert werden.

Für die Patienten, Angehörige und Einweiser wurde 2016 ein „Sucht-Notfall-Telefon“ (03573-75-3024) mit 24-stündiger Erreichbarkeit des Fachpersonals etabliert. Da sich die Akutbehandlung der intoxikierten Patienten zunehmend schwieriger gestaltet, wird zudem eine hochmoderne, fakultativ geschützte, psychiatrische Intensivtherapie-Einheit (ITE) ab Juni 2017 in der Klinik in Betrieb gehen.

Im Rahmen des neu implementierten Mutter-Kind-Settings wurden neue Behandlungsoptionen für psychisch kranke Mütter mit Kleinkindern im Alter von bis zu vier Jahren geschaffen. Hierbei wurde die bewährte Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Klinikum ausgebaut. So wurde unter anderem ein Unterstützungskonzept durch ehrenamtliche Betreuer erarbeitet und alle Mitarbeiter erhielten eine Basisschulung in der Notfallversorgung von Kindern. Seit Januar 2015 bis heute konnten insgesamt 15 Mütter von diesem neuen Angebot profitieren. Auch wurde in Zusammenarbeit mit der Anästhesie für das gesamte Klinikum ein Handlungspfad zum Delir-Management erarbeitet, um auch dieser Patientenklientel im Klinikum besser gerecht werden zu können.

„Die vergangenen zwei Jahre waren eine herausfordernde und zugleich spannende Zeit in dem Bemühen, Altbewährtes zu bewahren und Neues zu implementieren“, konstatiert Chefarzt Wolff. „Wir sind zuversichtlich, mit unserem hochmotivierten Team die psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung im Sinne unserer Patienten auch in Zukunft positiv zu gestalten.“ 

Bild: Dipl.-Med. Karsten Wolff ist seit zwei Jahren Chefarzt des Zentrums für Psychosoziale Gesundheit am Klinikum Niederlausitz; Foto: Klinikum Niederlausitz

pm/red

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