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Lübbenau/Spreewald Mittwoch, 12 Oktober 2016 13:34 |  von Redaktion

Stadt und Spreewelten wollen Delphinbad auch zukünftig erhalten

Stadt und Spreewelten wollen Delphinbad auch zukünftig erhalten

Das 40-jährige Bestehen der Sportschwimmhalle Lübbenau feierte die Spreewelten GmbH mit ihren Gästen. Vertreter der Stadt und aus der Politik, frühere Schwimmmeister, langjährige Schwimmer und aktive Vereinsmitglieder verfolgten die Ausführungen von Bürgermeister Helmut Wenzel und Spreewelten-Geschäftsführer Michael Jakobs. Beide betonten die Wichtigkeit des Bades für Lübbenau und sprachen sich eindeutig für den Erhalt der Halle aus. Das ist andernorts nicht immer üblich. „In den vergangenen sieben Jahren sind in Deutschland 371 Bäder geschlossen worden und weitere 670 Bäder sind akut von Schließung bedroht“ heißt es im Jahresbericht 2015 der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

Oftmals führten Kostengründe zu der Entscheidung. Die Stadt Lübbenau/Spreewald, Eigentümer des Bades und die Spreewelten GmbH als Betreiber seien sich dabei über der Notwendigkeit einer umfangreichen Sanierung bewusst. „Die Pläne liegen seit einigen Jahren griffbereit. Parallel bemühen wir uns um Fördermöglichkeiten für die insgesamt 3,5 Millionen Euro umfassenden Maßnahmen“, erklärt Stadtoberhaupt Wenzel. Ohne Zuschüsse könne die Stadt das Projekt nicht stemmen. „Es ist sehr schwer, ein sportbetontes Bad wirtschaftlich zu betreiben“, gibt Michael Jakobs zu. „Dennoch bemühen wir uns auch zukünftig um maßvolle Eintrittspreise und um den generellen Weiterbetrieb der Einrichtung“, ergänzt er. Obgleich die Anzahl der privaten Nutzer der Halle nach der Wiedervereinigung stark zurückgegangen ist, ist das Bad für einige Zielgruppen von hoher Bedeutung.

24 Schulen der Region, unter anderem aus Lübbenau, Lübben, Calau und Vetschau aber auch aus Straupitz, Walddrehna und Missen nutzen die Becken in der Werner-Seelenbinder-Straße für den Schwimmunterricht.

Lehrer und Rettungsschwimmer wünschten sich dabei mehr Zutun der Politik, die oft nur wenige Schwimmeinheiten für die Schüler bewilligte. „Dabei ist es erschreckend, wie viele Kinder nicht schwimmen können“, zeigt sich Spreewelten-Mitarbeiter Frank Wolff beunruhigt. Seit 16 Jahren steht er am Beckenrand des Delphinbades und gibt selbst Schwimmunterricht. „Teilweise ist mehr Eigeninitiative der Eltern gefragt“, bestätigt auch Ramona Begert. Die Heilpädagogin arbeitet in der mobilen Frühförderung. „Viele Kinder müssten sich mehr bewegen. Sie sitzen zu viel vor dem Fernseher“, weiß die 54-Jährige aus beruflicher Erfahrung. Alternativ empfiehlt sie Radtouren durch die Natur oder die Kinder kurze Strecken selbst laufen zu lassen. Beides fördert Kraft und Ausdauer.
 
Sie selbst zieht seit der Eröffnung der Sportschwimmhalle 1976 wöchentlich ihre Bahnen. Daneben spielt sie Volleyball und ist Mitglied in einem Wander- und in einem Kegelverein. „Sport hält Körper und Geist fit, was auch Heranwachsende brauchen. Grippe kenn ich gar nicht“, betont die Lübbenauerin die Effekte regelmäßiger Bewegung. Als kleine Anerkennung für ihre Treue erhielten Begert und vier weitere langjährige Schwimmer eine Delphinbad-Jahreskarte von der Spreewelten GmbH.

Neben den Schulen sind die Vereine Hauptakteure in der Sportschwimmhalle. Über mangelndes Interesse kann sich der Polizeisportverein Lübbenau/Calau e. V. (PSV) nicht beklagen. „Gerade bei den Jüngsten haben wir mehr Anmeldungen als wir abarbeiten können“, sagt Bianca Henning. Sie ist Übungsleiterin beim PSV. Ehrenamtlich trainieren sie und andere Rettungsschwimmer die Mitglieder. „Wir wünschen uns mehr Übungsleiter“, ergänzt Ilka Zelder, die ebenfalls in ihrer Freizeit das Schwimmtraining durchführt. Zweimal wöchentlich bestehe das Angebot im Delphinbad für Vereinsmitglieder. „Nach dem Erlernen des sicheren Schwimmens, trainieren die guten Schwimmer auch auf Leistung“, so Christiane Koschmann. Die 67-Jährige ist gleichzeitig Vorsitzende der Wasserwacht, ein Ausschuss des DRK Kreisverband Calau e. V. Gemeinsam mit den anderen Lehrkräften bildet sie Rettungsschwimmer aus. Rund 50 Mitglieder im Alter zwischen 10 und 75 Jahren zähle der Verein derzeit. „Wer Lust hat, kann zu uns kommen. Wir freuen uns über neue Mitglieder“, verrät Horst Raatz von der Wasserwacht.
 
Besondere Bewegung kam während des Jubiläums beim Wasserballturnier in das Schwimmerbecken. Zwei Teams aus mehr oder weniger aktiven Freizeit-Sportlern lieferten sich ein faires, aber hart umkämpftes Match. Im Rahmen des Delphinbad-Jubiläums traten auch insgesamt 128 Schüler der drei Grund- und der zwei weiterführenden Schulen Lübbenaus zu einem Schwimmwettkampf an. Gesucht wurden die schnellsten Schwimmer in den Disziplinen Brust und Freistil. Bei den Staffel-Wettkämpfen setzte sich die Traugott-Hirschberger-Grundschule knapp gegen ihre zwei Konkurrenten durch. Bei den weiterführenden Schulen übernahm das Paul-Fahlisch-Gymnasium ebenfalls knapp die Siegerrolle. „Die Schüler hatten ihren Spaß und wurden für ihren Fleiß mit Spreewelten-Gutscheinen belohnt“, resümiert Frank Zelder, Sportlehrer am Gymnasium. Er und seine Kollegen könnten sich vorstellen, fortan jährlich einen ähnlichen Schulwettkampf auszutragen. „Für die Kinder und Jugendlichen ist das eine tolle Bestätigung“, begründet er die Idee.
          
Familien und Einzelschwimmer waren von der Spreewelten GmbH zum Familientag eingeladen. Rund 180 Besucher nahmen das Angebot an. „Es kamen viele Eltern mit ihren Kindern“, erzählt Delphinbad-Mitarbeiter Frank Wolff. „Im Nichtschwimmerbecken haben sie ganz ausgelassen Wasserball gespielt“, freut er sich über das Interesse. „Von der Lebensrettungs-Vorführung der Wasserwacht und dem Auftritt des Lübbenauer Karnevalsclub LKC waren unsere Gäste begeistert“, bezeugte Axel Kopsch. Der Leiter Bäderbetriebe der Spreewelten GmbH zeigte sich zufrieden mit der Resonanz des Delphinbad-Jubiläums. „Jetzt machen wir uns aber schon Gedanken für 2017.“ Im Mai steht bereits der nächste Geburtstag ins Haus. Dann besteht die Spreewelten GmbH zehn Jahre. 

Bild: Bürgermeister Helmut Wenzel und Spreewelten-Geschäftsführer Michael Jakobs traten zu einem kleinen, lustigen Paddelwettbewerb zu einem guten Zweck an. Helmut Wenzel sicherte dem PSV damit eine Spende der Spreewelten GmbH in Höhe von 500 Euro.; Fotos: Spreewelten Bad
 
 
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