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Niederlausitz Mittwoch, 22 März 2017 11:17 |  von Redaktion

Kinder, Senioren und Behinderte betroffen. Ganztägiger Warnstreik bei der Arbeiterwohlfahrt Südbrandenburg

Kinder, Senioren und Behinderte betroffen. Ganztägiger Warnstreik bei der Arbeiterwohlfahrt Südbrandenburg

Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Südbrandenburg für Freitag, den 24. März 2017 von 6 Uhr bis 22 Uhr in den Warnstreik gerufen.

In Königs Wusterhausen sind die AWO-Kita „Spielspaß“, die AWO-Kita „Groß & Klein“ und der AWO-Schulhort mit insgesamt rund 500 Kindern betroffen. Weiterhin beteiligen sich auch die Beschäftigten der AWO-Frühförderung, der AWO-Einzelfallhilfe, die AWO-Tagesgruppe und die AWO-Schulsozialarbeiter an dem ganztägigen Warnstreik. Ein Notdienst wird von der Gewerkschaft ver.di nicht angeboten.

In Calau beteiligen sich die Beschäftigten des AWO-Pflegeheimes in der Zeit von 8:30 Uhr bis 13 Uhr an dem Warnstreik. Die Versorgung der Heimbewohner wird mit einem Notdienst abgesichert.

In Lübbenau/Spreewald sind die AWO-Kita „Diesterweg“ und die AWO-Kita „Wichtel“ mit insgesamt rund 170 Kindern betroffen. Weiterhin beteiligen sich in Lübbenau auch die Beschäftigten der AWO-Wohnverbund-Wohnstätte für Menschen mit Behinderung in der Schulstraße und im „Landhaus Kittlitz“. Die Lehrer und Beschäftigten im AWO-Bildungszentrum (Berufliche Schule für Sozialwesen und Altenpflegeschule) sind ebenfalls zum Warnstreik aufgerufen. Nur für die Wohnstätten wird von ver.di ein Notdienst garantiert.

In Lübbenau/Spreewald, Luckau und Lübben beteiligen sich die rund 60 Beschäftigten der Werkstatt für behinderte Menschen (Spreewaldwerkstätten) ganztägig am Warnstreik. Ein Notdienst wird von der Gewerkschaft ver.di nicht angeboten. Die Betreuer und Angehörigen werden seit Mittwoch, den 22. März 2017 mit einer ver.di-Information über den ganztägigen Warnstreik am 24. März 2017 informiert. Somit entfällt für die rund 220 behinderten Menschen, die ansonsten tagsüber in den Werkstätten betreut werde, die Betreuung. Die betroffenen Menschen werden somit wie an einem Wochenfeiertag von den Angehörigen Zuhause bzw. im betreuten Wohnen betreut.

In Altdöbern ist die AWO-Kita mit rund 100 Kindern betroffen. Ein Notdienst wird von der Gewerkschaft ver.di nicht angeboten. Gleichzeitig werden sich auch Beschäftigte der Heilpädagogischen Wohnstätte „Haus am See“ beteiligen. Für die Wohnstätte wird ein Notdienst zugesagt.

In Großräschen ist die AWO-Kita „Spatzennest“ mit rund 110 Kindern betroffen. Die Beschäftigten sind ab 6 Uhr ganztags im Warnstreik. Ein Notdienst wird von ver.di nicht angeboten.

In Senftenberg sind die AWO-Kita „Horthaus“ mit rund 300 Kindern und die AWO-Kita Hörlitzer Straße mit rund 90 Kindern ganztags betroffen. Ein Notdienst wird von der Gewerkschaft ver.di nicht angeboten.

Ergänzung 17:30 Uhr:

In Königs Wusterhausen beteiligen sich zusätzlich auch die Beschäftigten der AWO-Kita „Am Kirchplatz“ und die AWO-Tagesgruppe ganztags am Warnstreik. Es gibt keinen Notdienst. Die Eltern wurden mit Elternbriefen informiert.

In Lauchhammer beteiligen sich die Beschäftigten der AWO Wohnstätte für behinderte Erwachsene. Es wird ein Notdienst zur Betreuung der Bewohner eingerichtet.

In Lübbenau beteiligen sich die Beschäftigten der AWO-Zentralküche. Für die Essensbereitstellung wird ein Notdienst eingerichtet.

In Cottbus beteiligen sich die Beschäftigten der Wohnstätte "Wohnen am Brunschwigpark". Informationen zu einem Notdienst liegen derzeit nicht vor.

Die Gewerkschaft ver.di informiert die Eltern, Angehörige und Betreuer mit Elternbriefen über den Warnstreik am 24. März 2017, die seit dem 22. März 2017 in den Kitas und in den betroffenen Einrichtungen an alle Eltern, Angehörige und Betreuer verteilt werden,

Die Gewerkschaft ver.di hat zum Warnstreik aufgerufen, weil es auch zur 6. Verhandlungsrunde am 3. März 2017 noch zu keiner Einigung bei den Tarifverhandlungen mit der AWO-Tarifgemeinschaft Brandenburg gekommen ist.

Von den Tarifverhandlungen sind die Beschäftigten der Arbeiterwohlfahrt in den Kitas, in den Pflegeheimen, in den Kinder- und Jugendwohnheimen,  in den Wohnstätten für Menschen mit Behinderung, in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung, in der ambulanten Pflege, in der Einzelfallhilfe, in der Frühförderung, in den AWO-Beratungsstellen, in der Schulsozialarbeit und in den AWO Schulen betroffen. Beim AWO Regionalverband Brandenburg Süd e.V. sind rund 1300 Arbeitnehmer beschäftigt.

Zur AWO-Tarifgemeinschaft Brandenburg gehören folgende AWO-Verbände bzw. Unternehmen mit insgesamt rund 2500 Beschäftigten:

·         AWO Landesverband Brandenburg e.V.

·         AWO Regionalverband Brandenburg Süd e.V.

·         AWO Bezirksverband Brandenburg Ost e.V.

·         AWO Kreisverband Fürstenwalde e.V.

·         AWO Kreisverband Uckermark e.V.

·         AWO Uckermark Sozial- und Pflege gGmbH (AWO Kreisverband Uckermark e.V.)

·         AWO Kinder- und Jugendhilfe gGmbH (AWO Kreisverband Uckermark e.V.)

·         Uckermärkische Werkstätten gGmbH (AWO Kreisverband Uckermark e.V.)

Die Gewerkschaft ver.di fordert für alle Beschäftigten der AWO Tarifgemeinschaft einen neuen Entgelttarifvertrag, der sich am Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) orientiert.

Die Gewerkschaft ver.di hat der AWO inzwischen einen Kompromissvorschlag vorgelegt, der für die pädagogischen Beschäftigten in den Kitas und in der Kinder- Jugendhilfe sowie für die Sozialarbeiter ab dem 1. Juli 2017 ein Entgeltniveau in Höhe von 88% des TVöD vorsieht, welches zum 1. Januar 2018 auf 94% des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD, Stand Februar 2017) steigen soll. Die AWO hatte gegenüber der Gewerkschaft ver.di ein Angebot eröffnet, nach welchem sich das Entgelt bei den Erzieher/innen spätestens ab dem 1. Juli 2018 auf 94% des TVöD entwickeln sollte. Aber bei den Detailfragen besteht bislang keine Einigung. So will die AWO, dass die Beschäftigten erst nach 26 Beschäftigungsjahren die höchste Entgeltstufe erreichen. Die Gewerkschaft ver.di fordert jedoch, dass die höchste Entgeltstufe spätestens mit 17. vollendeten Beschäftigungsjahr erreicht werden muss.

Für die Beschäftigten in der Pflege, in der Betreuung behinderter Menschen (Eingliederungshilfe), in der Verwaltung und in den Servicebereichen sieht der ver.di-Kompromissvorschlag ab dem 1. Juli 2017 ein Entgeltniveau von rund 82% des TVöD vor, welches zum 1. Januar 2018 auf 86% des TVöD steigen soll.

Für die Monate von Januar bis Juli 2017 fordert die Gewerkschaft ver.di für alle Beschäftigten eine Einmalzahlung.

„Mit diesem neuen Kompromissvorschlag ist die Gewerkschaft ver.di der AWO weit entgegen gekommen“, so Ralf Franke, der ver.di-Verhandlungsführer. „Die Beschäftigten der Arbeiterwohlfahrt fordern für ihre Arbeit die gleiche Wertschätzung und Entlohnung, die auch die vergleichbaren Beschäftigten im öffentlichen Dienst mit ihrem Tariflohn erhalten“, so Ralf Franke, der ver.di-Verhandlungsführer.

Die Streikteilnehmer aus ganz Südbrandenburg kommen am Freitagmorgen nach Lübbenau, um gemeinsam  für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Entgelt durch Lübbenau zu demonstrieren. Der Demonstrationszug startet um 9:30 Uhr vor der Gaststätte „Zur grünen Linde“, Berliner Straße 1.

Die Tarifverhandlungen werden am 28. März 2017 fortgesetzt.

pm/red

Foto: Verena Berk, www.pixelio.de

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