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Niederlausitz Dienstag, 13 Dezember 2016 15:25 |  von Redaktion

Tourismus in Südbrandenburg: Sehr gute Lage bei vorsichtigen Prognosen

Tourismus in Südbrandenburg: Sehr gute Lage bei vorsichtigen Prognosen

Die Tourismusbranche in Südbrandenburg zieht nach beendeter Sommersaison 2016 eine positive Bilanz. Das Beherbergungsgewerbe, das Gastgewerbe und das Reisegewerbe - alle berichten von einem erfolgreichen Geschäftsverlauf. Die Erwartungen der Branche für die Wintersaison 2016/17 sind indes etwas zurückhaltender. Die Mehrheit der Unternehmen rechnet mit einer moderaten Geschäftsentwicklung. Das ergibt die aktuelle Tourismusumfrage Herbst der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus.

„Die Tourismusbranche ist für unsere Region ein wichtiger Wachstumsmotor. In den vergangenen Jahren sind die Gästezahlen stetig gestiegen. Erfreulich ist, dass nicht nur der Spreewald mit seiner einzigartigen Landschaft die Besucher in die Region lockt. Auch das Lausitzer Seenland hat sich zu einem attraktiven Tourismusziel entwickelt. Für die Zukunft sind wir optimistisch, dass sich dieser Trend fortsetzen wird“, erklärt Dr. Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus.

1,2 Millionen Gäste besuchten Südbrandenburg zwischen Januar und September 2016  -  266.000 mehr als im Vergleichszeitraum des Jahres 2012. Die Übernachtungen haben sich im gleichen Zeitraum um 522.000 erhöht - auf aktuell rund drei Millionen. Diese Zahlen belegen das Wachstumspotential in der Branche.

Bilanz Sommersaison 2016

Das Beherbergungsgewerbe ist nach der Sommersaison in Hochstimmung. 61 Prozent der Unternehmen berichten von einer guten und 31 Prozent von einer befriedigenden Geschäftslage. Erfreulich ist, dass bei 42 Prozent der Hoteliers, Pensionsinhaber und Campingbetreiber die Kapazitätsauslastung gestiegen ist.

Das Gastronomiegewerbe berichtet von einer guten Lage. Gegenüber der Umfrage im Herbst 2015 ist der Anteil von positiven Bewertungen um 24 Prozent auf insgesamt 57 Prozent gestiegen. Dazu beigetragen haben die gestiegenen Gästezahlen und nicht zuletzt die sehr gute Konsumlaune der Verbraucher. 47 Prozent der Unternehmen konnten höhere Umsätze verzeichnen.

Das Reisegewerbe ist mit dem bisherigen Geschäftsverlauf zufrieden. 39 Prozent der Unternehmen beurteilen die Lage mit gut und 43 Prozent mit befriedigend. Allerdings hat sich die Stimmung gegenüber der Vorjahresumfrage etwas eingetrübt. Bei 41 Prozent der Reiseunternehmen ist der Umsatz bei Urlaubsreisen zurückgegangen. Hauptsächlich Auslandsreisen wurden auf Grund der angespannten politischen Lage in vielen Ländern von den Verbrauchern gemieden.

Erwartungen Wintersaison 2016/2017

Das Beherbergungsgewerbe rechnet mehrheitlich für die Wintersaison mit guten bzw. gleichbleibenden Geschäften. Allerdings sehen die Unternehmen zunehmende Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Zum einem befürchten die Unternehmen steigende Energie- und Lebensmittelpreise und zum anderen werden händeringend Fachkräfte gesucht. 23 Prozent der Beherbergungseinrichtungen planen, selbst im Winterhalbjahr ihren Personalstand zu erhöhen.

Das Gastronomiegewerbe blickt optimistisch in die Winterzeit. 22 Prozent gehen von besseren und 67 Prozent von gleichbleibenden Geschäften aus. Die Gastronomen erwarten in der anstehenden Weihnachtszeit auf Grund der guten Konsumlaune viele Gäste. Probleme bereitet den Unternehmen allerdings das fehlende Personal. Wobei einerseits die Arbeitskosten die Unternehmen schon jetzt stark belasten und andererseits gutes Personal auch gute Bezahlung erfordert. Ungeachtet dieser Spannung werden 68 Prozent der Gastronomen die Preise nicht erhöhen, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Das Reisegewerbe versucht in der Mehrheit, das erreichte Geschäftsniveau zu halten. Mit einem Wachstum ist in dieser Branche allerdings nicht zu rechnen. Wobei die politischen Rahmenbedingungen das Hauptrisiko für das Reisegewerbe darstellen. Die Unternehmen sind unsicher, wie sich die Entwicklung der internationalen Lage auf die Nachfrage bei Reisen ins Ausland auswirkt.

pm/red

Foto: Peter Becker

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