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Niederlausitz Montag, 05 Dezember 2016 10:24 |  von Redaktion

Braunkohleunternehmen bekennt sich zu Unterstützung für sorbische Minderheit

Braunkohleunternehmen bekennt sich zu Unterstützung für sorbische Minderheit

Die Lausitz Energie Bergbau AG und Lausitz Energie Kraftwerke AG (LEAG) bekennen sich weiterhin zu ihrer Verantwortung für die sorbische Bevölkerung in der Lausitz. Die erstmals im Jahr 2007 von der Domowina, dem Dachverband der Sorben, und dem LEAG-Vorgänger Vattenfall unterzeichnete Kooperationserklärung bleibt auch für das Jahr 2017 Grundlage für die Zusammenarbeit beider Partner. Das bekräftigten heute Vertreter von Domowina und LEAG bei einem Arbeitstreffen auf dem Njepila-Hof im sächsischen Rohne. Damit unterstützt LEAG im kommenden Jahr die sorbische Bevölkerung in der Bergbauregion bei der Wahrung und Entwicklung ihrer sozialen und ethnischen Identität. Innerhalb der zurückliegenden neun Jahre konnte bereits eine Vielzahl an Projekten in der Niederlausitz sowie der Schleifer Region umgesetzt werden, die in  jährlich erscheinenden Publikationen dokumentiert worden sind.

Der Geschäftsführer der Domowina, Bernhard Ziesch, sagte unter anderem: „Das Unternehmen Vattenfall, als Vorgänger der heutigen LEAG, hat in den vergangenen Jahren seine Zusagen auf der Grundlage der gemeinsamen Rahmenvereinbarung stets verantwortungsvoll und zuverlässig erfüllt. Die Domowina strebt mit dem neuen Eigentümer LEAG eine Fortsetzung der guten Zusammenarbeit an. Wir bemühen uns um ein vertrauensvolles Gespräch mit den leitenden Persönlichkeiten des neuen Investors EPH, um auf die sensible Situation der sorbischen Bürger bei der Bewahrung ihrer Sprache und Kultur unter den Bedingungen in der Bergbauregion aufmerksam zu machen. Von der Bundesregierung und den beiden Landesregierungen, dem Freistaat Sachsen und dem Land Brandenburg, fordern wir eine zuverlässige mittelfristige Energiepolitik, damit die betroffenen Bürger in der Bergbauregion eine Zukunftsperspektive im angestammten sorbischen Siedlungsgebiet erhalten.“

Der LEAG-Bergbauvorstand, Uwe Grosser, wünschte sich auch unter den neuen Unternehmensnamen eine gute Zusammenarbeit mit der Domowina: „Als Braunkohlenunternehmen in der Lausitz möchten wir weiterhin unserer gesellschaftlichen Verantwortung für die Region nachkommen. Dazu gehört für uns auch die Unterstützung für das sorbische Volk und die Domowina, mit der wir in den vergangenen Jahren vertrauensvoll zusammengearbeitet haben.“ Mit Blick auf die aktuell schwierige wirtschaftliche Lage für LEAG betonte Grosser, „Diese Unterstützung können wir nur entsprechend unserer finanziellen Möglichkeiten leisten, die in hohem Maße von den politischen wie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängen. Wir beobachten mit Sorge, dass es beständig politisch motivierte Versuche gibt, die Energieerzeugung aus Kohle im Handstreich zu erledigen. Wir setzen aber darauf, dass die Energiepolitik in Deutschland in der Mehrheit weiterhin von verantwortungsbewussten Menschen gestaltet wird, die wissen, dass konventionelle Kraftwerke noch für Jahrzehnte als Rückgrat der Stromversorgung gebraucht werden.“

Projektschwerpunkte der gemeinsamen Vereinbarung bleiben die Pflege der sorbischen Sprache zur Stärkung und Sicherung sorbischen Lebens und der sorbischen Kultur sowie die Förderung von Wirtschaft und Tourismus für eine dauerhafte Lebensperspektive für die sorbische Bevölkerung in der Bergbauregion. Weiteres Augenmerk wird auf Medien in sorbischer Sprache gelegt, um ebenfalls zur Stärkung der sorbischen Sprache und Kultur beizutragen. Bild- und Tonmaterialien sowie Erinnerungen in Archiven, Bibliotheken, Museen und Heimatstuben werden durch die Kooperation gefördert. Sie sollen bei der Wahrung und Entwicklung der ethnischen Identität helfen.

pm/red

Foto: Peter Becker

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