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Niederlausitz Mittwoch, 02 November 2016 15:00 |  von Redaktion

Ausbildung für alle. Unbesetzte Ausbildungsstellen in Südbrandenburg

Ausbildung für alle. Unbesetzte Ausbildungsstellen in Südbrandenburg

Ausbildungssuchende haben in Südbrandenburg sehr gute Chancen auf eine berufliche Zukunft. Der Arbeitsmarkt bietet dem Nachwuchs beste Berufsaussichten, attraktive Ausbildungsstellen und Aufstiegsmöglichkeiten. Zudem suchen regionale Unternehmen zunehmend ausgebildete Fachkräfte. Somit stehen die Chancen auf Ausbildung und Arbeit für junge Leute in Südbrandenburg so gut wie nie zuvor. Die Südbrandenburger Unternehmen signalisierten für das Ausbildungsjahr 2016 eine hohe Ausbildungsbereitschaft. Sie meldeten der Agentur für Arbeit Cottbus 3.551 Berufsausbildungsstellen, 216 mehr als im Vorjahr. Dem standen 3.637 Ausbildungsbewerber gegenüber, 47 mehr als vor einem Jahr. 473 Ausbildungsstellen blieben unbesetzt; das sind 135 freie Stellen mehr als im Vorjahr. Nicht immer passen Angebot und Nachfrage zusammen.

„Alle Bewerber haben sehr gute Chancen, einen Ausbildungsplatz in der Region zu finden. Sie müssen sich den Ausbildungsanforderungen stellen und auch ein paar Kilometer Fahrweg einplanen. Immer mehr Arbeitgeber stehen vor der Herausforderung, mit guten Angeboten um Jugendliche zu werben und so ihren Nachwuchs an Fachkräften zu sichern. Für das Ausbildungsjahr 2017 sind bereits 1.650 Bewerber in der Berufsberatung gemeldet. Für die Ausbildungsvermittlung akquirierte der Arbeitgeberservice bisher 1.950 Ausbildungsangebote.“, sagt Heinz-Wilhelm Müller, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Cottbus.

„Im Handwerk ist es uns gelungen, 723 Jugendliche für eine Ausbildung zu begeistern. Das ist eine Zunahme von 2,4 Prozent gegenüber dem Jahr 2015 und von 22 Prozent zum Jahr 2014. Dabei ist der Anteil von Mädchen, die einen Handwerksberuf gewählt haben, sogar um 28 Prozent (199) gestiegen“, erläutert Knut Deutscher, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Cottbus. Die Rangliste der beliebtesten Ausbildungsberufe führt der Kraftfahrzeugmechatroniker/in an, gefolgt vom Friseur/in, Heizung-, Lüftungs- Sanitärinstallateur/in, Elektroniker und Metallbauer. „Die Unternehmen sind offen für alle Jugendlichen, die sich ausprobieren wollen. Gleichzeitig ist die Wertschätzung des Handwerks in der Öffentlichkeit gestiegen, nicht zuletzt aufgrund der guten Auftragslage. Für das begonnene Lehrjahr gibt es noch 124 Angebote von Betrieben, die gern Jugendliche ausbilden möchten. Die kostenlose App Lehrstellenradar www.lehrstellen-radar.de hilft bei der Suche.“ Unter den Auszubildenden im Handwerk haben auch 10 Spanier, zwei Polen und drei Flüchtlinge in Unternehmen der Region eine Stelle gefunden. Sorge bereitet Deutscher die LAge im Bauhandwerk. "Wir haben zu wenig Lehrlinge, die als Maurer, Zimmerleute oder Dachdecker arbeiten wollen aber der Bedarf ist da und die Bezahlung am oberen Rand unter den Ausbildungsberufen."

„Wir konnten in diesem Jahr trotz des demografischen Wandels 1.568 betriebliche Ausbildungsverhältnisse verzeichnen. Das sind 7 Prozent mehr als im Vorjahr - ein großer Erfolg. Und es ist davon auszugehen, dass die Bereitschaft unserer Unternehmen junge Leute auszubilden weiterhin hoch bleibt. Denn für 54 Prozent der Firmen in Südbrandenburg ist der Fachkräftemangel das höchste Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Wie hoch der Bedarf ist zeigt auch, dass längst nicht alle freien Lehrstellen besetzt werden konnten. Rund 400 Lehrstellen listet die IHK-Lehrstellenbörse bereits für das kommende Ausbildungsjahr auf. Darunter spannende Ausbildungsberufe wie Chemikant, Fluggerätmechaniker oder Kaufmann im Groß- und Außenhandel, die viele berufliche Perspektiven bieten.“ so Anke Schuldt, Leiterin des Geschäftsbereiches Aus- und Weiterbildung der IHK Cottbus. Sie sieht den ungebrochenen Trend zum Studium als großes Problem an. "Wir haben hohe Abbrecherquoten bei den Bachelorstudierenden, die dann zu uns kommen und eine Lehre machen wollen. Aber wir müssen früher ansetzen und schon während des Abiturs die Attraktivität eines Ausbildungsberufs deutlich machen. Lebenslanges Lernen ist heute unabdingbar, so dass nach der Lehre auch noch ein Studium oder andere Weiterbildungen möglich und so die Karriere angestrebt werden kann."

Foto: Harry Meyer, www.pixelio.de

 

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