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Niederlausitz Samstag, 10 September 2016 06:02 |  von Redaktion

Jeder kann helfen. Tag der Ersten Hilfe

Jeder kann helfen. Tag der Ersten Hilfe

44 Prozent der Deutschen helfen bei einem Unfall nicht, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage von 2015 im Auftrag der Johanniter-Unfall-Hilfe. „Dabei kann nur derjenige etwas falsch machen, der gar nichts tut“, betont Christian Rothbart, Ausbildungsleiter bei den Johannitern in Südbrandenburg, am internationalen Tag der Ersten Hilfe am 10. September. Fünf Tipps helfen, in einer Notsituation das Richtige zu tun.

Die fünf wichtigsten Maßnahmen im Notfall:

1. Überblick verschaffen. Eine Notfall- oder Unfallsituation kann für Ersthelfer sehr erschreckend aussehen. „Versuchen Sie trotzdem, ruhig zu bleiben“, rät Rothbart. Um die Situation einschätzen zu können, sollten Sie sich zunächst einen Überblick verschaffen: Was ist passiert? Gibt es mögliche Gefahrenstoffe, zum Beispiel auslaufendes Benzin? Ist jemand verletzt? Wenn ja, wie viele Menschen sind verletzt? Sind diese ansprechbar? Sind schon andere Helfer aktiv?

2. Sich selbst und andere schützen. „Dem Unfallopfer ist nicht geholfen, wenn Sie als Helfer vom fließenden Verkehr erfasst werden“, mahnt Rothbart. Diese Gefahr ist bei einem Unfall auf einer befahrenen Straße nicht zu unterschätzen. Sie sollten im Straßenverkehr immer Ihr Warnblinklicht einschalten und langsam an die Unfallstelle heranfahren. Parken Sie Ihr Fahrzeug mit ausreichendem Abstand und stellen Sie ihr Warndreieck auf. Laufen Sie auf dem Weg zur Unfallstelle, wenn möglich, hinter der Leitplanke. Stellen Sie dann die Zündung des Unfallwagens ab. Achten Sie auf Anzeichen eines entstehenden Brandes. Sollten Sie auf ein Stauende auffahren, ist es sinnvoll den PKW an der jeweiligen Fahrbahnbegrenzungslinie anzuhalten. Somit bilden Sie eine Rettungsgasse für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Um möglichen Auffahrunfällen am Stauende entgehen zu können, lassen Sie 2 Autolängen (??? Kann/sollte man sowas genau definieren? – oder eher weglassen?) Abstand zu ihrem Vorderman. „Somit können Sie bei eventueller Gefahr nach vorne flüchten und ausweichen“ klärt Rothbart auf.

3. Retten aus dem Gefahrenbereich. Das gilt nur für den Fall, dass dem Verunfallten eine Gefahr droht, zum Beispiel durch Feuer oder Rauch. Dies gilt ebenfalls für Patienten, „die nicht auf Ansprache, Rütteln oder Schütteln reagieren“, ergänzt Rothbart. Dann sollten Sie den Betroffenen mit Hilfe des sogenannten Rautek-Rettungsgriffes aus dem Gefahrenbereich bringen. Dazu greifen Sie mit beiden Händen von hinten unter seinen Achseln durch und umfassen einen möglichst unverletzten Arm mit beiden Händen.

4. Notruf absetzen. Auch wenn Sie sich mit Erster Hilfe nicht auskennen, sollten Sie unbedingt den Rettungsdienst unter der Telefonnummer 112 alarmieren. Wenn sich jemand am Notruf meldet, werden Sie durch das Gespräch geführt. Sie sollten folgende Fragen beantworten können: Wo ist der Notfallort? Was ist passiert? Wie viele Verletzte oder Erkrankte gibt es? Welche Art von Verletzung oder Erkrankung hat derjenige? Wichtig: Nicht auflegen! Ihnen werden Tipps & Tricks am Telefon gegeben, um dem Patienten bis zum Eintreffen der Rettungskräfte zu helfen.

5. Erste Hilfe leisten. Die Johanniter raten, das Erste-Hilfe-Wissen alle zwei Jahre aufzufrischen. Prüfen Sie zuerst, ob der Verletzte oder Erkrankte bei Bewusstsein ist und ob er normal atmet. Reagiert er nicht auf Ansprache, Rütteln oder Schütteln, die Atmung ist aber normal – kommt die stabile Seitenlage zum Einsatz. „Atmet der Betroffene nicht oder ungleichmäßig, muss umgehend mit der Wiederbelebung begonnen werden“, erklärt Rothbart. „Am wichtigsten ist dabei die konsequent und möglichst lückenlos durchgeführte Herzdruckmassage – 100 bis 120 mal pro Minute, wie man es in einem Erste-Hilfe-Kurs leicht erlernen kann“, so der Experte. Auch der Einsatz eines Automatisierten Externen Defibrillators (AED) kann in diesem Fall lebensrettend sein.

Die wichtigsten Handgriffe der Ersten Hilfe lernt man am besten in einem Erste-Hilfe-Kurs. Die Johanniter in Südbrandenburg bieten rund 200 dieser Kurse im Jahr an ihren Standorten in Cottbus, Finsterwalde, Königs Wusterhausen und Lübben an. Ein Kurs dauert neun Stunden und kostet 35 Euro. Neben dem Basiskurs bieten die Johanniter in Südbrandenburg weitere Module an, wie etwa „Erste Hilfe am Kind“ für Eltern oder „Ersthelfer von morgen“ für Kinder ab dem Grundschulalter. Unter www.johanniter.de/erstehilfe können die Kurse online gebucht werden.

Fotos/Illustrationen: Johanniter

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