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Nachbarn Dienstag, 14 Februar 2017 10:01 |  von Redaktion

„Situation alles andere als rosig“ - Zukunft der Obstforschungsstation Müncheberg weiter ungewiss

„Situation alles andere als rosig“ - Zukunft der Obstforschungsstation Müncheberg weiter ungewiss

Auf einem Seminar zur Obstforschung der Firma Floraland Arnold am Sonnabend in Schöneiche (Landkreis Oder-Spree) kritisierte der Pomologe Carsten Kühn, dass die derzeitige Situation der Obstforschungsstation in Müncheberg „alles andere als rosig“ ist. In der Anlage sei seit November 2016 bis Januar 2017 niemand anzutreffen, es gibt auch keine weitere Kontaktmöglichkeit. Auffällig sei auch das keine der üblichen im Winter dringend notwendigen Aktivitäten (Pflegemaßnahmen) zu beobachten sind, berichtete Kühn. Der Befall von Schädlingen nimmt zu. Wühlmäuse breiten sich aus, Bodenpflege und Unkrautbekämpfung erfolgt nicht, berichtete Kühn.

Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) hatte im Herbst 2016 ein Konzept zum Erhalt der renommierten Station vorgestellt. Seitdem ist jedoch nichts weiter passiert. „Die Landesregierung lässt die Obstforschungsstation einen langsamen Tod sterben. Wenn es bei der jetzigen Situation bleibt wird die Station in ca. zwei Jahren kaputt sein“, kritisierte Kühn. Schon heute können die beliebten Seminare für die lokale Obstwirtschaft und interessierten Bürger nur noch durch die Unterstützung und Eigeninitiative von privaten Firmen und Vereinen angeboten werden.

Die Erhaltung der Biodiversität ist eine wichtige Forderung des Naturschutzes, sogar der EU. Die Obstforschungsstation ist in der Lage wertvolles genetisches Material zu sichten und zu erhalten. Dies ist zum Beispiel bei der Erforschung von sehr seltenen Arten der Birne, die auf Primitivformen und sehr alte Landsorten aus der sogenannten kleinen Eiszeit um 1850 zurückgehen. Dieses Material ist weltweit einmalig und von großer Bedeutung für die Forschung in Bezug auf den Klimawandel, da es über eine sehr hohe Frosthärte verfügt und nur noch im östlichen Brandenburg zu finden ist. Ein Beispiel sind die so genannten Knittelbirnen. Da bereits 75% von Insekten, Vögeln und Tieren in der offenen Landschaft durch Zerstörung der intensiven Landwirtschaft verlorengegangen sind, wäre die Station gerade hier in der Lage Konzepte für die Rückführung und Extensivierung der offenen Landschaft zu erarbeiten und Akteure zu begleiten, erläuterte Kühn.

Foto: ideengruen.de

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