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Nachbarn Sonntag, 23 Oktober 2016 11:45 |  von Redaktion

Mieterwechsel bei den Leoparden im Zoo Hoyerswerda

Mieterwechsel bei den Leoparden im Zoo Hoyerswerda

Seit dieser Woche hat der Zoo Hoyerswerda einen neuen Bewohner. Der neunjährige San, ein China Leopard aus dem Zoo Neuwied, erreichte den Zoo Hoyerswerda am Donnerstag und befindet sich zur Eingewöhnung übergangsweise im Innengehege. Ab Montag wird er dann auch für die Besucher zu sehen sein.

San ist nun im Leopardengehege untergebracht, das bis vor kurzem noch vom Armurleopardenmännchen Nelkan bewohnt wurde, der seine Ferienunterkunft im Lausitzer Seenland bereits letzte Woche verlassen hat und zurück in seine Heimat Berlin gezogen ist. Im Mai 2015 kam San aus dem Tierpark Berlin, wo der gesamte Raubtierbereich umgebaut wurde, und er deshalb vorübergehend eine Übergangsunterkunft beziehen musste. Der Zoo Hoyerswerda half seinen Berliner Kollegen natürlich gern aus.

Die jetzige Leopardenanlage wird für San aber nur eine Zwischenunterkunft sein. Er wird noch einmal innerhalb des Zoos umziehen. Sein endgültiges Zuhause wird das Leopardenmännchen in dem bisher mit Löwen besetztes Gehege finden, die derzeit noch für die artgerechte Haltung von Leoparden umgebaut wird. Zukünftig wird San auch nicht allein in der neuen Leopardenanlage leben. Eine geeignete Partnerin wird bereits über das Zuchterhaltungsprogramm gesucht. Natürlich ist so eine Partnervermittlung über das Internet auch bei Tieren nicht ganz so einfach und bedarf noch etwas Zeit ehe ein passendes Weibchen gefunden ist. Der Zuchtbuchkoordinator stellt das Pärchen nur anhand der genetischen Daten, die im Zuchtbuch eingetragen sind, zusammen, ohne die Tiere unter Augenschein nehmen zu können. Dabei muss er darauf geachtet werden, ob die Tiere miteinander verwandt sein und ob „die Chemie“ zwischen beiden stimmt.

Der Leopard ist das „Zootier des Jahres 2016“. Diese faszinierende Großkatze ist fast überall in ihrem natürlichen Lebensraum stark gefährdet oder, wie der Sansibar-Leopard, bereits ausgestorben. Um diesen Großkatze zu helfen, hat die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. (ZGAP) den Leoparden zum „Zootier des Jahres 2016“ gewählt. Die Aktion trägt ganz konkret zum Schutz dieser Tierart bei. Durch Spenden werden Schutzprojekte vor Ort in Sri Lanka und im Iran finanziert, um so zum Überleben dieser stark bedrohten Leoparden-Unterarten beizutragen.

Als gemeinsame Projektpartner unterstützen und gestalten die drei Verbände „Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V.“ (ZGAP), die „Deutsche Tierparkgesellschaft e.V.“ (DTG) und die „Gemeinschaft deutscher Zooförderer e.V.“ (GdZ) die Artenschutzkampagne „Zootier des Jahres“. Bei der Wahl zum jeweiligen „Zootier des Jahres“ berücksichtigt die ZGAP Tierarten, die wenig bekannt aber hochbedroht sind.

Auch der Zoo Hoyerswerda unterstützt diese Aktion. Alle Einnahmen aus dem Spendentrichter im Tropenhaus kommen den beiden Schutzprojekten zugute. „Ich freue mich, etwas für diese wunderschönen Tiere tun zu können. Unsere Hauptaufgabe als Zoo ist natürlich der Artenschutz, und dem wollen wir auch Folge leisten“, teilte sich Eugène Bruins, Zoologischer Leiter im Zoo Hoyerswerda, mit.

Viele weitere Informationen und Links sind auf www.zootierdesjahres.de zu finden.

China Leoparden gehören zur Familie der Großkatzen. Ihre Population in freier Wildbahn wird auf weniger als 500 Exemplare geschätzt. Neben dem Tiger gehört insbesondere der Mensch zu den Feinden des Leoparden, der durch dessen Bejagung  maßgeblich für dessen Aussterben verantwortlich ist. Aber auch der Wegfall der Beutetiere gefährdet das Überleben der Tiere. China Leoparden bewohnen flache und gebirgige Regionen im nördlichen und zentralen China. Die Tiere sind nachtaktiv und tagsüber meist auf Bäumen zu finden. Neben Nagetieren, Reptilien und Vögeln ernährt sich ein Leopard auch von größeren Tieren wie Hirschen. Leoparden gehören zu den Anschleich- und Lauerjägern und haben so ein sehr effizientes Raubverhalten. Sie sind Einzelgänger und können bis zu 20 Jahre alt werden.

Foto: China Leopard San, Quelle Zoo Neuwied

pm/red

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