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Nachbarn Dienstag, 11 Oktober 2016 11:22 |  von Redaktion

Niedriges Oderwasser bringt neue Funde am Slubicer Ufer zu Tage

Niedriges Oderwasser bringt neue Funde am Slubicer Ufer zu Tage
Niedriges Wasser, wie im letzten Jahr, förderten neue interessanten Funde am Oderufer zu Tage – Spuren der Lokalgeschichte. Anfang Oktober wurden 40 Grabsteine vom damaligen Frankfurter Dammvorstadt-Friedhof (1814-1945) aus dem Oderwasser zum Lapidarium am Slubicer Kommunalfriedhof rückgeholt. Auf Rückholung im nächsten Jahr warten noch u.a. einige Ornamente aus Sandstein, die teilweise aus der alten Friedhofskapelle von 1901 kommen können.
 
Auf Einladung des ehrenamtlichen Denkmalschutzbeauftragten des Landkreises Slubice und Mitgieds im Historischen Verein zu Frankfurt (Oder) Roland Semik machten ein paar Freiwilligen mit: Dr. Jan Musekamp und Karl-Konrad Tschäpe (beide vom Lehrstuhl für Europäische Zeitgeschichte an der Europa-Universität Viadrina), Matthias Diefenbach (HeimatReise, Institut für angewandte Geschichte) und Adrian Mermer (Architekturabsolvent und Doktorand an der Universität Breslau, Verein „Kontrapunkt”).
 
Während der vierstundigen Arbeit am Slubicer Oderufer wurden zahlreiche Reste der Grabsteine und -platten in verschiedenen Erhaltungszustand und aus verschiedenen Zeitperioden wie 1867, 1910, 1927 oder 1936 geborgen. Der älteste Stein ist anderthalb Jahrhunderte alt und erinnert an einem Bewohner der von 1801-1867 lebte (damit der zweitälteste Grabstein am Slubicer Lapidarium). Andere Steine, die im Herbst diesen Jahren gefunden wurden, erinnern an:
* Stations-Assistent a.D. Ruthenberg (12.08.1841-26.01.1910);
* Albert Kern (10.09.1856-1936);
* Polizeibeamter Friedrich (?) und viele andere.
 
An einem zerschlagenen Grabstein ist sogar ein rührendes Gedicht zu erkennen:
Auf Wiedersehen
Hier ist es, wo die Mutter ich beweine,
Wie sie, das fühl' ich, gibt es keine.
Nun ruht sie selig und im Frieden hier,
Doch unvergeßlich bleibt sie mir.”
 
Am Boden des Flusses bleibt u.a. ein Kindersarkophag und auf Rückholung im nächsten Jahr wartet u.a. ein massiver Stein mit Inschrift „Offb 2,10”, also mit Verweis auf Offenbarung 2,10:
Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr geprüft werdet, und ihr werdet Bedrängnis haben zehn Tage. Sei treu bis zum Tod! Und ich werde dir den Siegeskranz des Lebens geben.”
 
Eine genaue Bestandsaufnahme mit Fotobericht wird jetzt von Roland Semik vorbereitet.
 
Fotos: Roland Semik, Adrian Mermer, Karl-Konrad Tschaepe

Medien

Eine kurze Zusammenfassung der Funde (auf polnisch)
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