Sonntag, 19.11.2017
*

Regen

2 °C
West-Südwest 8 km/h

Jetzt aktiv Mitmachen!

Nachbarn Samstag, 01 Oktober 2016 13:54 |  von Redaktion

Brandanschlag auf Jüterboger Asylbewerberunterkunft

Brandanschlag auf Jüterboger Asylbewerberunterkunft

Unbekannte Täter warfen am Sonnabendmorgen, gegen 01.15 Uhr zwei Brandsätze gegen ein Fenster einer Asylbewerberunterkunft für alleinreisende, minderjährige Flüchtlinge in der Jüterboger Innenstadt. Die Brandsätze trafen das mehrflügelige Fenster eines unbewohnten, als Abstellraum genutzten Zimmers, ohne jedoch die Doppelverglasung zu durchschlagen. Ein diensthabender Betreuer der Flüchtlingseinrichtung hatte ein Geräusch wahrgenommen und beim Nachschauen gemeinsam mit einer  Kollegin die Flammen an der Außenfront der Gebäuderückseite entdeckt. Dem Personal gelang es die Flammen im Fensterbereich mit einem Kleidungsstück auszuschlagen und die auf ca. einem Quadratmeter brennende Grasnarbe am Boden, vor dem Fenster, auszutreten bzw. mit einem Wassereimer abzulöschen.

Durch die Brandsätze wurden zwei Scheiben der ersten Verglasungsschicht beschädigt. Durch die Flammenbildung und Hitzeentwicklung waren Verrußungsspuren auf einer Fensterfläche von ca. 1,60 Meter x 1,10 Meter sowie geringfügig an der darüber liegenden Fassade entstanden. An einem unmittelbar neben dem Gebäude parkenden Fahrzeug entstanden leichte Verrußungen auf dem Lack.

Die Höhe des insgesamt entstandenen Sachschadens beläuft sich auf ca. 1.500 Euro.

Der Landtagsabgeordnete und SPD-Kreisvorsitzende in Teltow-Fläming Erik Stohn erklärt dazu: „Offensichtlich nahmen der oder die Täter billigend in Kauf, durch den Brandanschlag Verletzungen bei den Bewohnern herbeizuführen. Ich verurteile diese feige Tat! Hoffentlich führen die Ermittlungen der Polizei schon bald zu weiteren Erkenntnissen.

Der Schreck sitzt bei den geflüchteten Jugendlichen sicherlich tief. Diese Einzeltaten werfen kein gutes und ein falsches Licht auf unsere Heimatstadt Jüterbog. In Jüterbog gibt es viele Menschen, die sich in Flüchtlingsinitiativen engagieren und sich dafür einsetzen, dass das Zusammenleben von Alteingesessenen und Neueinwohnern gelingt. In der Stadtverordnetenversammlung wird auf Initiative von SPD, Linken und Parteilosen zurzeit ein Antrag diskutiert, in dem Leitsätze für die Integration und das friedliche Zusammenleben in unserer Stadt vorschlagen werden. Jüterbog ist seit jeher als gastfreundliche Stadt bekannt. Im nächsten Jahr möchten wir viele Touristen zum Reformationsjubiläum empfangen. Solche Einzeltaten schaden sowohl dem guten Ruf unserer Stadt als auch allen Bürgern und Bürgerinnen von Jüterbog. Immer wieder ereignen sich derartige Vorfälle, die nur ein Ziel haben: Fremdenfeindlichkeit zur Schau stellen und Angst bei den Geflüchteten schüren. Ich rufe alle Jüterbogerinnen und Jüterboger auf, jegliche Form von Gewalt nicht zu tolerieren“, appellierte Stohn abschließend.

In der Einrichtung, einem massiven Flachbau, sind derzeit 20 alleinreisende, minderjährige Flüchtlinge (verschiedener Nationalitäten) im Alter zwischen 15 und 17 Jahren untergebracht. Verletzt wurde keiner der Bewohner. Es brauchten auch keine Bewohner evakuiert werden. Seitens des Trägers der Einrichtung, der Johanniter-Unfall-Hilfe, wurden vorsorglich, umgehend Notfallseelsorger und Dolmetscher hinzugezogen, die sich um die Bewohner kümmern.

Spezialisten der Kriminaltechnik sicherten noch in der Nacht am Tatort Spuren. Beamte der Kriminalpolizei und des Staatsschutzes nahmen unverzüglich die Ermittlungen auf.

Das betroffene Objekt wird derzeit durch die Polizei bewacht.

Die Polizei sucht nach Zeugen des Vorfalles. Hinweise bitte an die Polizeiinspektion Teltow-Fläming unter der Telefonnummer 03371-6000.

pm/red

Foto: NicoLeHe, www.pixelio.de

Bewertung:
(0 Stimmen)

Kommentare

Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten