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Nachbarn Donnerstag, 08 September 2016 10:29 |  von Margit Jahn

Zweieinhalb Tage anders sein - das 23. Folklorum auf der Kulturinsel Einsiedel

Zweieinhalb Tage anders sein - das 23. Folklorum auf der Kulturinsel Einsiedel

Die Insulaner haben vom 02.-04. September zum 23. Folklorum an die Neiße zu beiden Seiten eingeladen,und tausende von fröhlichen Menschen sind dieser Einladung mit über 400 Künstlern auf 13 Bühnen zu gern gefolgt.

Am Freitagabend wurde an den Neißewiesen noch fleißig gewerkelt, Baumstämme verlegt und aufgebaut. Überhaupt gab es in diesem Jahr auf der polnischen Seite mehr Programm, ein großer Teil des Zeltplatzes wurde auf Grund der Park- Bauerweiterung auf deutscher Seite dorthin verlegt. Für müde Füße wurde wieder das kleine Bähnchen eingesetzt. An dieser Stelle gab es dann auch die Nacht der Feuerteufel mit Dragona und Fabula Flammesco zu erleben.

Ob in Familie, den Nachwuchs noch im Bauch, zart schaukelnd im Tragetuch oder an der Hand- oder allein oder mit Freunden, ein jeder konnte sich aus einem schier endlosen und sehr kontrast- und abwechslungsreichen Programm das für ihn interessanteste oder Beste aussuchen.

Hier wünschte man sich schon, das man sich klonen könnte, aber leider kann man ja nur an einer Stelle zugegen sein...

Folklorum auf der Kulturinsel Einsiedel 2016Wer viel Gaudi mag, der war bei den Turisedischen Festspielen genau richtig-oder auf der Märchenbühne. Wer kann von sich aus schon behaupten, jemals ein Konzert mit Mitspielern auf einer Möhre gegeben zu haben ? All dies und noch viel mehr verrückte Sachen sind es , die die Gäste an diesem liebevollen Spektakel so schätzen, und dafür auch hunderte von Kilometern Anreise auf sich nehmen. Man muss einfach dabei gewesen sein, um diese unendlich verrücke Fülle zu genießen. Ganz hartgesottene Musikerinnen schliefen sogar draußen unter freiem Himmel, wie gut das wir sie vor unserem Zelt mang der Zeltschnüre des Nachts noch rechtzeitig bemerkten, ansonsten wären wir glattweg über sie gestolpert …

Wer Lust hatte konnte auf einem eigens eingerichteten Feld zwischen wild blühenden Sonnenblumen auf Schatzsuche gehen, oder gar einen kühnen, nackten Sprung in die Neiße wagen, sich die vielen neuen Tiere anschauen, oder den Erdmännchen auf ihrem neuen Dach zuschauen.

Musikalisch standen starke Frauenstimmen im Mittelpunkt , wobei die Männer natürlich auch nicht zu kurz kamen. Der Sound schwächelte an manchen Bühnen leider etwas, schade, denn manche Ansagen oder Texte waren nur sehr schlecht zu verstehen. Schön wäre es, wenn die Tontechniker dies in den nächsten Jahren optimieren könnten, und somit für mehr musikalischen Genuss sorgen könnten. Gerade auch die feinen und leisen Instrumente - wie Harfe oder Flöte hätten mehr Aufmerksamkeit verdient.

Aber trotz dieses kleinen Mankos war es eine Freude die mehr als quitschlebendigen Musiker von „Provinztheater“ erleben zu können. So manch einer fragte sich wo denn Frontmann Pawel Kowalczik seine Akkus auflädt ? Wie ein Gummiball hüpfte er 2 Stunden über die Bühne und animierte die mehr als willigen Zuschauer zu Rumpelpolka und Kartoffelrock nicht nur ihre Beine zu schwingen. Da bebte die ganze Halle. Freude gab es auch über die ins Publikum geworfene Cd. Den Namen „Theater“ machten die mehr als sympathischen Jungs alle Ehre, denn die Lacher waren auf ihrer Seite, als sie kleine Klamauk-Einlagen brachten. Das war Unterhaltung vom Allerfeinsten. Danke Jungs !

Mystisch ging es im großen Tal zu, denn wenn man ganz leise war konnte man die beiden wunderschönen Waldwesen entlang wandeln sehen. Auf ihren großen Stelzen freuten sie sich über die am Weg stehenden Bäume, schauten verzückt nach deren reifen Beeren oder anderen Früchten und freuten sich ganz ohne Worte an ihrem Dasein. Da wurden nicht wenige Fotoapparate gezückt um diesen einmaligen Anblick noch zu Hause nachklingen zu lassen.

Der Sonnabend Abend wurde mit mystischen Gesängen und Tänzen angekündigt. Die Damen von Arcana Obscura hatten in der Tat sehr emotionale Stimmen. Auch hier war es etwas schade das die Musik des Keyboarders die Stimmen so übertönten und auch recht laut war. Man hätte sich für eine solche Show zu Mitternacht auch gewünscht, das der Platz mit Feuerfackeln abgegrenzt und auch der Mystik auf der Bühne etwas mehr Beachtung geschenkt hätte. Das vorzeitig noch während des Tanzens Feuerstab und beim nächsten Tanz gleich beide Poi`s ausgegangen waren, war wohl auch etwas unglücklich, denn somit tanzte die Tänzerin völlig im Dunkeln.

Einen schönen entspannten Sonntagnachmittag gab es im Zauberwald zu erleben. Die beiden Jungs von Yatao luden die Zuschauer inmitten der geringelten Bäume auf den schönen sonnendurchfluteten Waldboden zu einem Konzert der besonderen Art ein. Mit Handpan und Didgerido entführten Malte Marten und Alexander Mercks die Zuhörer in ein ganz besonderes Traumland. Viele machten es sich auf dem warmen Waldboden gemütlich, schlossen die Augen und waren dann bald eins mit Musik und sich selbst. Nach 3 Tagen voller so vieler Energie auf diesem Gelände, war es eine Wohltat wieder zurück zu den Wurzeln kommen zu können. Ganz ohne Verstärker, auf einer der vielen Holzkisten sitzend spielten sich die beiden Musiker die Seele aus dem Leib. Das war Harmonie pur. Wer schon in völliger Entspannung am Boden lag konnte nicht sehen, das die Beiden zu einem Lied Verstärkung bekamen. In Familie sozusagen , denn Mia setzte sich spontan mit ihrem und Malte`s Sohn dazu und entführte mit Engelsstimme in andere Sphären... Hier darf man schon auf eine künftige CD gespannt sein, denn solch eine Harmonie erlebt man nicht alle Tage.

Diese so ans Herz gehenden Begebenheiten machen das Folklorum so einmalig, lassen es lange nachklingen- und lösen schon ein wenig Vorfreude auf das nächste Folklorum aus.

In einem Jahr, immer traditionell am ersten Septemberwochenende ist es wieder so weit - schauen Sie einfach mal vorbei...viele Dinge kann man nicht in Worte fassen, man muss sie einfach selbst erleben. Gönnen Sie sich in einem anderen Land zu einer anderen Zeit einfach diese kleine Auszeit vom Alltag, wo die Lebensdevise heißt: wir sind froh, nicht normal zu sein...

 

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