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Finsterwalde Freitag, 16 September 2016 09:59 |  von Redaktion

Landesregierung lobt Finsterwalder Umgang mit Flüchtlingskindern in der Grundschule

Landesregierung lobt Finsterwalder Umgang mit Flüchtlingskindern in der Grundschule

Dr. Thomas Drescher, Staatsekretär für Bildung, Jugend und Sport im Brandenburger Innenministerium, informierte sich am 14. September in der Grundschule Stadtmitte über die Beschulung von Flüchtlingskindern. Gegenwärtig besuchen 42 Kinder aus Migrantenfamilien die Einrichtung. Damit nimmt die Schule, an der insgesamt 241 Grundschüler lernen, den Status einer Schwerpunktschule im Elbe-Elster-Kreis ein. Die ersten Flüchtlingskinder sind bereits vor anderthalb Jahren eingeschult worden. Während dieser Zeit hat das Lehrerteam, das von einer Schulsozialarbeiterin unterstützt wird, eigene Methoden entwickelt und Erfahrungen sammeln können. DaZ – also Deutsch als Zweitsprache – wird in der Grundschule in zwei Gruppen mit derzeit 16 Flüchtlingskindern für vier Unterrichtsstunden am Tag und damit 20 Stunden in der Woche intensiv unterrichtet. Den Rest der Schulzeit verbringen die Kinder in den Regelklassen. In diesem Jahr sind erstmals Flüchtlingskinder direkt in die Regelklasse eingeschult worden. Einige dieser Kinder haben bereits eine Vorschule besucht.

Zusammen mit Bürgermeister Jörg Gampe, Schulrat Uwe Mader und Roland Neumann, dem Dezernenten für Bildung, Jugend, Kultur, Gesundheit und Soziales beim Landkreis Elbe-Elster, überzeugte sich Staatsekretär Drescher von der großen Methodenvielfalt und sprach über Hürden und Verbesserungsmöglichkeiten. 

Die Herausforderungen seien hoch, sodass diese Aufgabe nicht allein bewältiget werden könne, sagte Schulleiterin Jana Opitz. Darum setze man auf ein Netzwerk, angefangen von den Sozialarbeitern in den Gemeinschaftsunterkünften über Schulträger, Schulamt und Jugendmigrationsdienst bis hin zu den karitativen Vereinen wie die Johanniter oder das DRK. Es fehle an Dolmetschern und Fortbildungsangeboten. Außerdem erfordere die teilweise notwendige individuelle Betreuung einen hohen personellen Aufwand. Lob richtete Schulleiterin Jana Opitz in diesem Zusammenhang an die Stadt Finsterwalde für die hervorragende Ausstattung mit Schulmaterial, wie Wörterbüchern oder Arbeitsheften. 

Erstmals sind in diesem Jahr sieben Flüchtlingskinder im Hort der Grundschule Stadtmitte angemeldet, acht weitere stehen auf einer Warteliste. Die Realisierung stellt eine besondere Herausforderung dar, da dieser zusätzliche Betreuungsbedarf über den Personalschlüssel für Hortbetreuung im Land Brandenburg abzudecken ist, beklagte Hortleiterin Gabriele Schmidt.

Bürgermeister Gampe betonte, dass die Stadt Finsterwalde als freiwillige Leistung die drei städtischen Grundschulen mit gegenwärtig zwei Vollzeitstellen in der Schulsozialarbeit unterstützt. Eine dritte sei geplant. Er wünsche sich dabei mehr finanzielle Unterstützung vom Land. Schulrat Mader betonte, dass die Finsterwalder Grundschulen vorbildlich im Umgang mit den Flüchtlingskindern seien. Man fände stets eine schnelle und unkomplizierte Lösung. 

Staatsekretär Drescher zeigte sich beeindruckt vom Konzept, der Methodenvielfalt und vor allem dem persönlichen Engagement der Lehrkräfte und Mitarbeiter. Durch den intensiven Sprachunterricht und die Beschulung der Flüchtlinge in den Regelklassen gelänge es, die Kinder zu integrieren. Erst vor Kurzem hätte die Landesregierung ein Förderprogramm für Schwerpunktschulen bei der Unterrichtung von Flüchtlingskindern entwickelt. Die Grundschule Stadtmitte sei prädestiniert für dieses Programm.

Foto: Staatssekretär Dr. Thomas Drescher (2.v.r.) wird von den Kindern mit einem Lied begrüßt. Gemeinsam mit Schulrat Uwe Mader (l) und Dezernent Roland Neumann (2.v.l.) besucht er die Grundschule in Stadtmitte.

pm/red

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