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Elsterwerda Dienstag, 13 Juni 2017 09:43 |  von Redaktion

Laufen trotz Querschnittlähmung – Sprachlose Zuschauer bei erster Abendklinik in Elsterwerda

Für interessante Informationen und beeindruckende Momente sorgten bei der ersten Abendklinik in Elsterwerda (v.l.): Orthopäde Dr. med. Ralf Hönisch, Chefarzt Frank Hoffmann, Schirmherrin und Landtagsabgeordnete Anja Heinrich, Margitta Hoffmann,  Janine Hachmann, Stefan Krautz, Bernd Oertel und Patrick Voigt. Für interessante Informationen und beeindruckende Momente sorgten bei der ersten Abendklinik in Elsterwerda (v.l.): Orthopäde Dr. med. Ralf Hönisch, Chefarzt Frank Hoffmann, Schirmherrin und Landtagsabgeordnete Anja Heinrich, Margitta Hoffmann, Janine Hachmann, Stefan Krautz, Bernd Oertel und Patrick Voigt. Foto: EEK/ Dunja Petermann

Arthrose im Knie und neueste Orthopädietechnik, die das Laufen trotz Querschnittlähmung ermöglicht, standen im Mittelpunkt der ersten Abendklinik, die das Elbe-Elster Klinikum in der vergangenen Woche im Elsterschloss-Gymnasium in Elsterwerda durchführte.

Nach der Begrüßung durch die Schirmherrin der ersten Abendklinik Anja Heinrich, Mitglied des Landtages Brandenburg, schilderte der Orthopäde Dr. med. Ralf Hönisch vor rund 40 Interessierten Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Arthrose. Er ging in seinen Darstellungen auf das Beschwerdebild und auf konservative sowie operative Therapievarianten ein. „Da Arthrose nicht heilbar ist, ist das so genannte Self-Management entscheidend für das Wohlbefinden der Betroffenen“, erklärte Dr. Hönisch. Unter Self-Management versteht man die Anpassung der Lebensgewohnheiten an die Erkrankung. Dazu zählen unter anderem die Aufklärung über die Erkrankung, das Training der Muskelkraft und Beweglichkeit, die Gewichtsreduzierung sowie das Vermeiden von Überlastung und Fehlbelastung.

In einem zweiten Vortrag erläuterte der Chefarzt der Abteilung für Chirurgie im Elsterwerdaer Krankenhaus, Frank Hoffmann, operative Knie-Behandlungsmöglichkeiten und stellte verschiedene Kniegelenksendoprothesen, also unterschiedliche Varianten von künstlichen Kniegelenken, vor. Das Krankenhaus Elsterwerda und das Team um Chefarzt Hoffmann sind eine renommierte Adresse in Südbrandenburg, wenn es um den Gelenksersatz an Knie und Hüfte geht. Hier werden im Jahr rund 220 Knie-Endoprothesen eingesetzt, davon sind 180 Erstimplantate. Bei der Auswahl der jeweils geeigneten Endoprothese orientiert sich die Chirurgie in Elsterwerda nicht nur am deutschlandweiten Endoprothesenregister, sondern insbesondere an weltweiten Erfahrungen, beispielsweise aus Schweden und Australien. In solchen Implantatregistern werden alle Informationen zu Implantaten und Revisionen festgehalten. „Aufgrund der Ergebnisse dieser Register wählen wir die Endoprothesen aus, die in unserem zertifizierten Endoprothetikzentrum (EPZ) eingesetzt werden. Dabei haben wir immer die Zufriedenheit unserer Patienten im Blick, weshalb wir auch nicht die günstigsten Implantate verwenden“, sagte Chefarzt Hoffmann in seinem Vortrag.

Für sprachlose Momente an diesem Abend sorgten Margitta Hoffmann und Bernd Oertel. Sie zeigten besonders eindrucksvoll, was hochmoderne Orthopädietechnik leisten kann. Mit Hilfe eines am Körper tragbaren roboterhaften Exoskelettes, dem so genannten ReWalk, kann die seit 2011 querschnittsgelähmte und auf den Rollstuhl angewiesene Margitta Hoffmann wieder erste eigene Schritte durchs Leben gehen. Unterstützt wird sie dabei durch die Medizintechnik und Sanitätshaus Harald Kröger GmbH, die seit 2014 das einzige ReWalk Trainingszentrum in Brandenburg ist. Hier lernt Margitta Hoffmann gemeinsam mit einem Physiotherapeuten das Laufen mit den eigenen Beinen neu. „Einziger Wehrmutstropfen bei dieser intelligenten Technik ist, dass die Krankenkassen sie noch nicht als Hilfsmittel akzeptieren und die Kosten nicht übernehmen“, erklärte Janine Hachmann von Kröger bei der Vorstellung der Technik.

Bernd Oertel demonstrierte ebenso beeindruckend, wie er mit der bionischen Handprothese seine linke Hand wieder für den Alltag benutzen kann. „Diese bionischen Systeme zeichnen sich durch ein Wahrnehmen, Denken und Handeln in Echtzeit aus. Sensoren nehmen die Bewegung in Sekunden auf, wobei sie schneller als die menschliche Wahrnehmung sind“, stellte Stefan Krautz, Orthopädietechnik-Meister bei Kröger, die Details vor. Mit Hilfe eines modernen Smartphones kann Bernd Oertel seine Handprothese steuern und sogar einzelne Finger bewegen.

Margitta Hoffmann und Bernd Oertel verleiht die moderne Technik ein neues Lebensgefühl. Dafür investieren beide viel Kraft und Zeit in das Training und den Umgang mit den einzigartigen Hilfsmitteln. Alltäglich und selbstverständlich ist das nicht, dennoch möchten beide anderen Betroffenen Mut machen. Mit der Abendklinik bietet das Elbe-Elster Klinikum neben der bereits fest etablierten Samstagsklinik eine weitere Vortragsreihe von Ärzten und Spezialisten für interessierte Laien an.

pm/red

Foto: EEK/ Dunja Petermann

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