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Elbe Elster Mittwoch, 31 Mai 2017 18:41 |  von Redaktion

Reformation mal kritisch betrachtet – Ausstellung in Kolochau

Besucher betrachten den Beichtstuhl Besucher betrachten den Beichtstuhl @Kunst&Archiv

Am 20. Mai 2017 eröffnete die neue Ausstellung „Wie die Bilder nichts wären …" von Hans-Peter Klie in Kolchau.

 

Bei strahlendem Sonnenschein begrüßten Amtsdirektor Andreas Polz aus Schlieben und Gabi Lang, stellvertretende Bürgermeisterin von Herzberg locker und gutgelaunt die Besucher in der Dorfkirche von Kolochau. Hier hängen drei großformatige Ölbilder des Künstlers Hans-Peter Klie, welche die „Einsamkeit der Sonne" darstellen.

Gestärkt mit einem Schluck Schliebener Wein begab sich die Besucherschar anschließend in die Ausstellungsräume im Kunsthaus. Die sehr informative und erhellende Eröffnungsrede hielt Gudrun Gorka-Reimus vom Kunstverein KunstHaus Potsdam und ermöglichte dadurch den Zugang zu den diversen Objekten. Eine multimediale Videoinstallation  mit aktuellen Reformatoren im abgedunkelten Raum, ein „Abendmahl"-Tisch auf Stelzenbeinen mit einer Fülle von Fundstücken, das „Auge Gottes“, das sich auf einer Dornenkrone aus Stacheldraht dreht, und ein „Beichtstuhl“, ein Leiterstuhl in Verbindung mit einem Sternenhimmel, der verschwindet, wenn man die Leiter aufklappt – das sind einige der Ausstellungsstücke.

Mit seiner Ausstellung will Klie daran erinnern, was der Anfang allen Re-formierens ist: Das kritische Nachdenken, das Hinterfragen, der Zweifel an dem, was als wahr gilt. Der Begriff „glauben“ ist zentral für Hans-Peter Klie in der Auseinandersetzung mit den Impulsen der Reformation. Das Spiel zwischen Sein und Schein und die Lust am Auseinandernehmen und neu einordnen sind es, die Hans-Peter Klie reizen und mit denen er den Betrachter in sein Universum einlädt.

Der Ausstellungstitel entstammt einer Predigt Luthers. Dieser mahnte, es hätte gereicht, den Gläubigen die Nichtigkeit der Bilder zu erläutern statt sie zu zerstören. Nicht die Bilder an sich seien verwerflich, sondern nur ihr Missbrauch in der Anbetung. Eine Ironie des Schicksals ist es, dass später ausgerechnet die Bilder der Person Martin Luther selbst zum Kultobjekt wurden.

Bis zum 28. Oktober ist die Ausstellung im Kunst&Archiv in der Dorfstraße 13 in Kolochau zu sehen. 

Ausstellung "WIE DIE BILDER NICHTS WÄREN"

20. Mai bis 28. Okt. 2017

Kunst&Archiv, Kolochau, Dorfstr. 13

Die Ausstellung findet vom 20. Mai bis 28. Okt. 2017 statt, geöffnet wird nach telefonischer Vereinbarung unter der Nummer: 0163 9702657

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