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Elbe Elster Donnerstag, 13 April 2017 12:52 |  von Redaktion

Mehr als 20.000 pinke Pilger sind unterwegs

Mehr als 20.000 pinke Pilger sind unterwegs

Pinke Pilger werden sie inzwischen genannt. Sie alle haben den Luther Pass als Reiseführer zu den Spuren der Reformation im Zweistromland der Reformation rund um Lutherstadt Wittenberg entdeckt und nutzen das Dokument fleißig, um Stempel zu sammeln. Ähnlich wie mit einem Pilgerpass können Reisende Luthers Wirken entdecken und ganz individuell auf Suche nach den Spuren der Reformation gehen. In jeder der acht Luther Pass-Städte warten neben den Stempeln auch besondere thematische Angebote auf die Reisenden. Gelegentlich legt Herausgeber Landkreis Elbe-Elster einen Sonderstempel auf, beispielsweise zum Radler-Gipfeltreffen auf Brandenburgs höchster Passausgabestelle, der Heideberghöhe in Gröden am 30. April oder zum Kirchentag Ende Mai.

Bereits eröffnet hat die Berufskunstausstellung ReFORMationen im Schloss Doberlug. Die Geschichte des Schlosses ist mit den sächsischen Wettinern verbunden und hier wird ab Sommer 2017 die Geschichte von Kloster, Schloss und Planstadt erzählt. Ab 7. Juli widmet sich eine Ausstellung dem Leben der letzten Mönche von Dobrilug, deren Einzelschicksale eng mit dem Kloster verknüpft sind, das nach der Reformation zum Spielball politischer Interessen wurde.

In Bad Liebenwerda zeigt ab dem Osterwochenende das Museum kindgerecht, wie das Alltagsleben in den Städten und Dörfern zu Luthers Zeiten aussah und was seine Thesen für den einzelnen Menschen bedeuteten.

Auch kleine Orte können Geschichte schreiben, so führt der Pass die Gäste ins Museum Mühlberg/Elbe. Hier erlitten die Protestanten in der Entscheidungsschlacht des Schmalkaldischen Krieges die Niederlage gegen die katholische Liga. Im Museum wird auf interaktive Weise an diese Schlacht erinnert. In der Stempelstelle im Museum 1547 gibt es auch die Passfotos, um den Reisepass amtlich mit einem Lichtbild zu versehen. Ab 22. April lädt die Ausstellung „Zwischen Pfarrhaus und Ratssaal“ ein, das lokale Geschehen der Schlacht bei Mühlberg zu betrachten.

Die Sängerstadt Finsterwalde zeigt die vielfältigen Auswirkungen der Reformation auf die Kirchenmusik. „Musikam habe ich allzeit lieb gehabt“, beschreibt die Geschichte der evangelischen Kantorei in einer Ausstellung ab 10. Juni.

Zentrum der Aktivitäten rund um das Reformationsjubiläum ist Lutherstadt Wittenberg. Die Gäste können mit dem Luther Pass die neu renovierte Unesco-Weltkulturerbestätte Schlosskirche, den Ort des Thesenanschlags erkunden. Yadegar Asisi zeigt im Panorama Luther 1517 mit Bildern rund um die Geschehnisse der Reformation, hier gibt es dauerhaft einen weiteren Sonderstempel für alle Stempelsammler.

Zwischendrin gibt es immer wieder neue Aktionen rund um den Luther Pass. Ein VW-Bulli wird beispielsweise die Luther Schätze und reichlich Informationen überall dort präsentieren, wo aktuelle Ausstellungen stattfinden. „Wir haben auch immer unsere regionalen Produkte von den Luther Pass Paten im Gepäck“, so Luther Pass-Erfinderin Janine Kauk vom Landkreis Elbe-Elster.

Vom 20. Mai an lockt die Weltausstellung Reformation „Tore der Freiheit“ mit wechselndem Programm nach Wittenberg. Die Nationale Sonderausstellung „Luther 95 Schätze – 95 Menschen“ öffnet ebenfalls im Mai ihre Pforten und zeigt ein Porträt des mutigen Menschen Luther und Menschen, die mit ihm und seinem Werk in enger Verbindung standen und stehen.

In Torgau ist das kurfürstliche Schloss Hartenfels einen Besuch wert. Hier weilte Luther mehrfach und weihte die Schlosskapelle. Im Schloss öffnet ab 19. Mai die Sonderausstellung der Rüstkammer und des Grünen Gewölbes der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. In der Stadt befindet sich die einzige Gedenkstätte für die Ehefrau des Reformators in der Katharina-Luther-Stube. Wer mag, kann sich an dem großen Bibelprojekt in der multimedialen Erlebnisausstellung zur Welt der Werte beteiligen. Das Abschreiben eines Bibelverses trägt zum Torgauer Bibelprojekt bei. Am 27. Mai findet hier der Reformers Day statt, der eine Brücke von der Reformation zur Gegenwart schlägt.

In der Tetzelstadt Jüterbog nahm alles seinen Anfang. Der gierige Ablasshändler und Mönch Tetzel trieb es mit seinem Ablasshandel so weit, dass Luther, im nahen Wittenberg schließlich seiner Wut mit dem Thesenanschlag Ausdruck verlieh. In Jüterbog atmet jeder Stein Geschichte und Geschichten, die zum Beispiel durch den Tetzelkasten und dem Cranach-Fegefeuer-Altar in der Nikolaikirche an die turbulenten Zeiten von damals erinnert.

Foto: DerLuther Pass – Wegbegleiter bei der Erkundung historischer Stätten

pm/red

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