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Cottbus Montag, 15 Februar 2016 23:46 |  von (Herausgeber)

Cottbus bekennt Farbe. Klares Kräfteverhältnis am Gedenktag des Bombenangriffs

Cottbus bekennt Farbe. Klares Kräfteverhältnis am Gedenktag des Bombenangriffs

Zum 71. Mal jährte sich der amerikanische Luftangriff auf Cottbus am heutigen 15.02. bereits und in Cottbus waren mehrere Veranstaltungen zum Gedenken angemeldet. In der Lutherkirche fand bereits am Vormittag ein Gedenkgottesdienst statt ehe am Nachmittag mehrere Demonstrationen angemeldet waren. Unter dem Motto „Cottbus für alle! Cottbus bekennt Farbe“ vereinigten sich mehrere Demonstrationszüge aus Richtung Vattenfall von Süden her und der BTU vom Norden am Spremberger Turm, um danach in Richtung Staatstheater zur Abschlusskundgebung zu ziehen. Trotz einsetzenden Nieselregens kamen über 1.000 Menschen verschiedenster Parteien, Institutionen und Vereine zusammen. Das CTK, Vattenfall und die BTU hatte ihre Mitarbeiter aufgerufen, an dem Zug teilzunehmen. Vor dem Staatstheater sprachen Wissenschafts- und Kulturstaatssekretär Martin Gorholt, der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch, Unipräsident Jörg Steinbach, Ulrike Menzel, ihres Zeichens Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Cottbus sowie Martina Münch (SPD) Landtagsabgeordnete und Stadtverordnete zu den Menschen.

Martin Gorholt: „Die breite Unterstützung der Kundgebung durch die Bürgerinnen und Bürger ist ein eindrucksvolles Bekenntnis für ein demokratisches, friedliches und menschliches Miteinander in einem lebenswerten, zukunftsorientierten Brandenburg. Die Erinnerung an den schweren Luftangriff  auf Cottbus am 15. Februar 1945 mit seinen zahlreichen Opfern in der Stadt und an den vor 71 Jahren zu Ende gegangenen Zweiten Weltkrieg mit all seinen Grausamkeiten ist eine Verpflichtung, den Menschen, die heute unter Krieg und Verfolgung leiden, Schutz und Hilfe zu gewähren. Von der heutigen Veranstaltung geht ein klares Signal aus, dass sich Flüchtlinge in Deutschland nicht fürchten müssen und dass wir es nicht akzeptieren, wenn Menschen angefeindet und Unterkünfte beschädigt werden. Unsere Gesellschaft und unser Land gewinnen dadurch, dass diese Menschen sich willkommen fühlen und bei uns eine neue Heimat finden.“

Nach der Abschlusskundgebung am Staatstheater zogen einige hundert Menschen über den Bahnhofsberg auf die Kreuzung Thiemstraße / Stadtring um in Hör- und Sichtweite die NPD-Veranstaltung zu stören.

Dort versammelten sich 40 NPD-Anhänger, um ihre Gedenkveranstaltung durchzuführen. Sie wurden von der Polizei abgeschottet beließen es bei einer Kundgebung vor dem Radisson Hotel. Gegen 19:30 Uhr beendeten sie ihre Veranstaltung und reisten wieder ab, 2010 waren noch 300 NPD-Anhänger nach Cottbus gekommen. 

„Wir waren erfolgreich! Die Neonazis sind bis auf ihr letztes Aufgebot zusammengeschrumpft und bleiben am 15. Februar ohne Außenwirkung.“, so Jakob Lupus vom Sprecher*innenrat von Cottbus Nazifrei!. 
„Es ist wichtig, der Geschichtsverkürzung und den Opfermythen der NPD entgegen zu halten, dass der 2. Weltkrieg von deutschem Boden ausging. Auch in Cottbus gab es Verbrechen, und Kriegsmaterial wurde produziert. Die verheerendsten Schäden auf dem Bahnhofsgelände wurden durch einen explodierenden Munitionszug angerichtet.“, so Lupus weiter.

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Bündnis „Cottbuser Aufbruch“, von Kirchen, Gewerkschaften, Institutionen und Unternehmen sowie zahlreichen engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Damit wurde an die schwere Bombardierung von Cottbus am 15. Februar 1945 erinnert. Am 15. Februar 1945 warfen amerikanische Bomber rund 4.000 Sprengbomben auf Cottbus und zerstörten große Teile der Stadt. Dabei starben mehr als 1.000 Menschen, 13.000 wurden obdachlos. In den vergangenen Jahren wurde der Jahrestag von Rechtsextremisten für ihre Zwecke missbraucht. 

Die Polizei war mit Hundertschaften vor Ort und zog Bilanz: " Für den 15.02.2016 waren im Stadtgebiet von Cottbus sechs Versammlungen im Zusammenhang mit dem 71. Jahrestag der Bombardierung von Cottbus im 2. Weltkrieg angemeldet. Die polizeiliche Einsatzkonzeption zur Sicherung des Grundrechtes auf Versammlungsfreiheit für alle und die Gewährleistung der Gewaltfreiheit und Friedlichkeit bei Versammlungen wurde umgesetzt. Ein 16-jähriger Schüler, der auf dem Weg zu einem Aufzug war, wurde aus einer Wohnung in der Hermann-Löns-Straße mit Eiern beworfen. Als Tatverdächtige wurden drei 26 und 27 Jahre alte Personen festgestellt. Die Ermittlungen zur Tatmotivation dauern an. Eine Person verstieß mit einer Vermummung gegen das Versammlungsgesetz und gegen eine weitere Person wird wegen einer Beleidigung eines Polizeibeamten ermittelt. Nach Beendigung der Versammlungen blockierte eine Gruppe von mehreren hundert Personen aus dem linken Spektrum den Straßenverkehr im Kreuzungsbereich Thiemstraße/ Vetschauer Straße, so dass der bereits freigegebene öffentliche Straßenverkehr wieder zum Erliegen kam. Nach mehrmaliger Aufforderung durch die Polizei räumten die Personen zögerlich die Kreuzung."

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