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Cottbus Mittwoch, 20 September 2017 08:53 |  von Redaktion

Vielfalt oder Gauland? Politische Demos in Cottbus friedlich abgelaufen

Vielfalt oder Gauland? Politische Demos in Cottbus friedlich abgelaufen Vielfalt oder Gauland? Politische Demos in Cottbus friedlich abgelaufen

Lautstark aber friedlich ist der gestrige Demoabend in der Cottbuser Innenstadt abgelaufen. Hunderte AfD-Anhänger waren auf dem Oberkirchplatz zusammengekommen, um allen voran dem Spitzenkandidaten Alexander Gauland zuzuhören. Es war sein letzter Wahlkampfauftritt in Brandenburg vor der Bundestagswahl am kommenden Sonntag. Das inhaltlich vorherrschende Thema seiner Rede war auch in Cottbus die Flüchtlings- und Asylpolitik, er warf der Bundesregierung unter anderm vor, "das Volk auflösen zu wollen" und machte deutlich "wir wollen diese Masseninvasion nicht". Weiterhin spielte der rhetorisch erfahrene Gauland auch mit dem Thema über die Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz (SPD), die er vor ein paar Wochen bei einer Rede noch in Anatolien "entsorgen" wollte. Diesmal vermied er selbst das Wort, wohlwissend, dass es aus der Menge kommen wird. So geschah es dann auch, er kommentierte nur lächelnd "das habe ich jetzt aber nicht gesagt."

 Auf der Gegenseite hatte sich bereits eine Stunde zuvor eine Fahrraddemo für „Freiheit, Vielfalt und Solidarität“ des Bündnisses „Cottbus nazifrei“ in Bewegung gesetzt, die auf dem Stadthallenvorplatz schließlich den Zusammenschluss mit der Kundgebung vom „Cottbuser Aufbruch" fand. Hier redeten die Wissenschaftsministerin Brandenburgs und Specherin des Cottbuser Aufbruchs Martina Münch (SPD) die einen längeren Atem als die Rechtspopulisten versprach, die Superintendantin der evangelischen Kirche Ulrike Menzel, die auch noch einmal auf den Zusammenhang zwischen AfD und der Golßener Initiative "Zukunft Heimat" aufmerksam machte. Mit Trillerpfeifen, Plakaten und dem Ruf nach mehr Toleranz zogen anschließend mehrere hundert Teilnehmer weiter Richtung Puschkinpark, von wo aus sie versuchten die Wahlkampfveranstaltung akustisch zu stören. Hier zeigte sich ein Umstand, den andere Parteien nicht haben. Während unter anderem AfD Anhänger bei Angela Merkels Auftritt in Finsterwalde unmittelbar bei den Zuhörern standen und ihren Unmut kundtun konnten, schirmte hier die Polizei die Gegendemonstranten von Alexander Gauland, Andreas Kalbitz und Marianne Spring-Räumschüssel weiträumig ab.

Erneut großen Wahlkampftrubel gibt es noch einmal morgen auf dem Cottbuser Altmarkt. Um 11 Uhr kommt Linken-Spitzenkandidat Dietmar Bartsch.

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