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Cottbus Montag, 14 August 2017 17:55 |  von Redaktion

Energie Cottbus kratzt an der Pokalsensation. Stuttgart mit zwei blauen Augen weiter

Energie Cottbus kratzt an der Pokalsensation. Stuttgart mit zwei blauen Augen weiter

Große Bühne für den FC Energie Cottbus. Vor ein paar Jahren noch in derselben Liga, traf der Verein nun als Viertligist in der ersten Runde des DFB-Pokal auf den VfB Stuttgart, der gerade wieder in die erste Liga aufgestiegen ist. Die besondere Geschichte an diesem Spiel ist das Pokalfinale vor 20 Jahren in Berlin, als der damalige Regionalligist Energie Cottbus sensationell ins Finale eingezogen ist und dort gegen den späteren Drittplatzierten der Bundesliga achtbar mit nur 0:2 verlor. Der VfB Stuttgart lehnte eine Anfrage vom FCE für ein Jubiläumsspiel aus Termingründen ab, bis die Auslosung zur ersten Runde kam, nun mussten sie.

Die Vorzeichen waren vermeintlich klar, nur die kühnsten Optimisten träumten vor der Partie von einem Weiterkommen, die Kulisse dafür war jedoch bereitet, 17.516 Zuschauer empfingen beide Teams mit einer Choreo, ein Fanmarsch vor der Partie von der Innenstadt ins Stadion zeigte bereits die Euphorie auf die Partie.

„Die ersten Minuten müssen wir überstehen um vielleicht eine Chance zu haben“ sagte Pele Wollitz in der Pressekonferenz, doch nach fünf Minuten stand die Cottbuser Fußballwelt zunächst einmal Kopf. Viteritti nutzt einen Rückspielfehler von Burnic im eigenen Strafraum, Nationalkeeper Ron-Robert Zieler eilt dem Ball zwar noch hinterher, der Cottbuser netzt aber sicher zum 1:0 ein!

Stuttgarts Antwort folgt ein paar Minuten später, Asanos Schuss aus abseitsverdächtiger Position landet aber nur an der Latte, Cottbus versteckt sich jedoch nicht, ein schneller Angriff über Felix Geisler auf der rechten Seite, der den Ball scharf in die Mitte brachte, verpasste Mamba nur um Haaresbreite im Strafraum.

Auch in der 19. Minute kann Cottbus über rechts kombinieren, De Freitas bringt den Ball in die Mitte, Streli Mamba trifft ihn jedoch nicht richtig, vorbei.

Ein Klassenunterschied ist in den ersten dreißig Minuten nicht zu erkennen, eher wirken die Gäste nervös und Zimmers Freistoß in der 28. Minute aus zentraler Position dürfte nicht zum Selbstvertrauen beigetragen haben. Aus zentraler Position zimmert er die Kugel unter die Latte zum 2:0!!! Das Stadion glich zu dem Zeitpunkt einem Tollhaus!

Die Gäste erhöhten danach den Druck, nicht anderes war zu erwarten, immer wieder konnte der FCE jedoch Nadelstiche setzen, fast immer waren dabei Geisler und/oder Zimmer beteiligt, hinten hielt das Cottbuser Bollwerk bis zur Pause. Cottbus darf träumen!

Wie wird Stuttgart reagieren? Wechsel gab es auf beiden Seiten keine, die Gäste übernehmen erwartungsgemäß die Spielkontrolle. Einen ersten Dämpfer versetzt Brekalo den Lausitzern als er in der 48. Minute nicht angegriffen wird und mit seinem Schuss den Anschlusstreffer erzielt!  Nun war guter Rat teuer und Wollitz sieht ihn in Kevin Weidlich, der in der 55. Minute Felix Geisler ersetzt. Energie spielt auch wieder munter mit und kreiert eigene Chancen.

Nach 66 Minuten erschöpft Hannes Wolf bereits sein Wechselkontingent, Energie hat im Zweifel noch zwei Joker im Ärmel. Trotz des dreimaligen Wechsels können die Gäste bis 20 Minuten vor Schluss noch kein weiteres Offensivfeuerwerk entfachen, der FCE hält dagegen. In der 77. Minute hilft den Stuttgartern das Glück, als Matuwila einen Ball weggrätschen will und dabei das eigene Tor zum 2:2 trifft, Meyer hat keine Chance. Jonas Zickert kommt unmittelbar danach um nach vorn wieder neue Akzente zu setzen, Torschütze Zimmer geht raus. Das Spiel geht mit 2:2 in der regulären Spielzeit in die Verlängerung.

Hier hat Energie den ersten Aufschreimoment in der 97. Minute, Ein Kopfball landet nach Ecke in der Mitte wo Marc Stein die Kugel Richtung Tor bringt, Latte! Stuttgarts Trainer Wolf macht danach von einer neuen Regel Gebrauch, er wechselt das vierte Mal aus.

Auf Cottbuser Seite treiben sich Fans und Mannschaft gegenseitig an, Stuttgart wirkt trotz vier eingewechselten Spielern platt. Die letzte Pause in der Verlängerung nutzt Wollitz für den dritten Wechsel, Ziegenbein kommt für Zickert.

Auch in der vierten Halbzeit hat Energie mehr Anteile, ist zweimal kurz vor dem Torerfolg, kann aber die Bude nicht machen. In der 118. Minute kommt Benjamin Förster für den völlig erledigten Streli Mamba, als Option für das folgende Elfmeterschießen.

Die Schützen müssen auf die Nordwand schießen, Stuttgart beginnt und beide Teams machen die ersten drei Elfmeter rein (Terodde, Viteritti, Ginczek, Stein, Pavard, Schlüter), auf Cottbuser Seite ist nach Stuttgarts Brekalo der eingewechselte Björn Ziegenbein dran, der haut den Ball an den Pfosten, auf der anderen Seite scheitert Özcan an Alexander Meyer. Benjamin Förster ist der letzte Schütze, rutscht aus und verschießt ebenfalls.

Sehr unglücklich verliert der FCE gegen den Bundesligaaufsteiger aus Stuttgart. Ein Klassenunterschied war über weite Strecken nicht zu sehen. Die Gäste zeigen eine Woche vor Bundesligastart große Defizite auf, allerdings musste Wolf auch mehrmals aufgrund von Verletzungen umstellen. Energie kann erhobenen Hauptes die nächsten Aufgaben in der Liga auswärts in Auerbach und im Landespokal in Blankenfelde/Mahlow angehen.

Stimmen zum Spiel:

VfB Stuttgart, Hannes Wolf: „Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass wir im DFB-Pokal weiterspielen dürfen. Wir wussten das Cottbus Substanz hat und wir haben versucht ins Spiel zu kommen. Das erste Tor haben wir hergeschenkt und das zweite war einfach ein Traumtor. Wir haben wenig Zugriff aufs Spiel bekommen. In der zweiten Halbzeit haben wir durch Brekalo gut den Anschluss gemacht und glücklich den Ausgleich erzielt. In der Verlängerung waren wir wieder passiv, Cottbus hatte die Möglichkeiten. Fantastische Stimmung heute, alles Gute dem FCE!“

Energie Cottbus, Claus-Dieter Wollitz: „Gratulation dem VfB. Heute habe ich den Fußball zwischendurch mal gehasst obwohl ich ihn lebe. In verschiedenen Phasen des Spiels läufst du auch mal hinterher, aber das wir in der Halbzeit 2:0 führen und verteidigen nach der Pause schlecht. Dann bekommen wir in so einem Spiel ein Eigentor, hauen einen Elfer an den Pfosten und Benjamin Förster rutscht aus. Wir haben uns hier spielerisch sehr gut verkauft, in der Liga gibt man uns leider nicht den Raum für die Art und Weise die wir heute gespielt haben. Die Sehnsucht des Publikums und der Mannschaft nach mehr ist da, aber da hat der DFB ja wie die Pläne für den Pokal wieder eine tolle Regel geschaffen, damit eine tolle Saison ohne Ergebnis bleibt. Das Team identifiziert sich mit dem Projekt Aufstieg, wir müssen den Pokal jetzt abhaken und nun die „Jetzt erst Recht Mentalität“ zeigen. Nicht nur gegen einen Bundesligisten müssen wir hellwach sein, sondern auch gegen die vermeintlich Kleinen in der Liga.“

 

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