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Cottbus Samstag, 05 August 2017 17:37 |  von (4Herausgeber)

Circus Krone – "Evolution" 111 Jahre Circus Krone in Cottbus

Truppe Khadgaa (Mongolei) Truppe Khadgaa (Mongolei) Aron Schmidt

Donnerstag, 19:15 Uhr auf dem Viehmarkt in Cottbus. In einer viertel Stunde beginnt die feierliche Abendpremiere im Circus Krone.  

Wir waren schon oft im Zirkus, aber der Circus Krone ist erstens nicht irgendein Zirkus, sondern der größte Europas mit eigenen festen Winterquartier in München und ist einfach, man kann es nicht anders sagen, gigantisch. Zweitens kann man hier die mit dem goldenen, silbernen oder bronzenen Clown aus Monaco ausgezeichneten Zirkusartisten sehen, die absolute Profiliga des Zirkus und drittens ist der Circus Krone für meine Familie eine Tradition. 

Das Zelt allein nimmt schon fast den gesamten Viehmarkt ein. Am Haupteingang unter dem bekannten Krone-Eingangsschild stehen die klassisch uniformierten Herren, begrüßen jeden Gast fast mit Handschlag. Willkommen in der Welt des Circus Krone! Diese umhüllt den Gast auch sofort. Es riecht nach Zuckerwatte, Popcorn und Sägespäne. Buntes Licht, goldglänzende Knöpfe an den roten Livree der Mitarbeiter, Zirkusmusik, Kinderlachen. Man spürt bei jedem Einzelnen die Aufregung und freudige Erwartung.  

Und dann beginnt die Premiere der Vorstellung "Evolution"!    

Die Vorstellung im Ganzen zu beschreiben ist fast unmöglich. Man fühlt sich wieder wie ein Kind. Man kann wieder staunen, fiebert mit, ob Crazy Wilson seinen Salto Mortale auf dem Riesenmotorad in 10 Meter Höhe schafft. Bekommt Gänsehaut, wenn Allessio seine Aras frei unter der riesigen Zirkuskuppel fliegen lässt. Lacht über und mit Fumagalli, Daris und Tonito.  Findet es schier unglaublich, was die mongolische "Truppe Khadgaa" unter Springseil springen versteht und zwischendurch das Krone-Ballett mit ihren artistischen Tänzen. 

Die Löwenshow von Martin Lacey JR. hat nichts mehr mit den Dompteurvorstellungen von vor Jahren zu tun. Tiere und Mensch reagieren aufeinander. Es ist fast als wenn Martin Lacey JR. mit zu groß geratenen Hauskatzen spielt und genauso reagieren die Löwen. Kuscheln, schmusen und wenn ein Tier nicht will, will es nicht und legt sich schon einmal einfach auf ihn drauf. Es ist natürlich etwas beeindruckender, wenn ein Löwenmännchen faucht statt der Hauskater. 

Bei der Papageienshow von Allessio, eigentlich mit Allessio, denn die Aras sind eindeutig die Stars, ist man einfach der Schönheit der Tiere beeindruckt. Diese prächtigen Vögel klettern auf ihren Stangen, lassen sich baumeln, machen auch mal Quatsch und bringen Damen Rosen. Wenn Allessio Kinder in die Manege holt, möchte man am liebsten mit ihnen tauschen. Pinky fliegt mit einer enormen Geschwindigkeit durch die Reifen der Kinder. Dann stellt Alessio die Kinder in eine Reihe und dann kommen durch den Haupteingang viele gelb-bunte kleine Papageien und setzen sich auf die Kinder. 

Die Clowns besinnen sich wieder auf die Klassik. Tonito tritt als der weiße Musikclown auf und spielt fantastisch Saxophon und Trompete. Fumagalli und Daris spielen das klassische Pärchen: Daris, der Überlegtere und Fumagalli, der bestimmt alles falsch versteht und damit er besser als Daris ist, sich Tricks einfallen lässt. Warum eine Flasche kompliziert auf einem Stock mit der Öffnung nach unten balancieren, wenn man die Flasche auch ankleben kann... 

Die gesamte Show war einfach Circus Krone – ein Abend Urlaub vom Alltag. 

Martin: Tor in eine fantastische Welt 

Weihnachten ist ein eingefahrenes Ritual. Heiligabend Christbaum putzen, singen, Geschenke auspacken und Essen. Am ersten Feiertag mit den Geschenken spielen, Verwandtschaft abklappern und abends Essen. Am zweiten Feiertag käme das gleiche. Dankbar bin ich deshalb meinen Eltern, dass wir alljährlich die Abendpremiere des Circus Krone besuchten, seit meinem vierten Lebensjahr. 

Für mich öffnete sich ein Tor in eine zwar fremde aber faszinierende Welt. Voll von Dingen, die ich in meinem normalen Leben nicht erlebte - Artistik, Clownerie, Zauberei, Prunk und Glitzer, Tiere. Es roch, es schmeckte, es war laut und ist es auch jetzt noch. Nach 16 Jahren besuche ich den Krone wieder, erstmals im Tourenzelt in Cottbus, nicht im festen Bau, dem Grand Chapiteau in München.  

Immer noch die festlichen Zirkusuniformen, die vielleicht etwas teuren Snacks, die Aufregung vor der ersten Nummer und die gleiche Faszination. Alle treffen sich dort, von 3 Jahre bis über hundert, der Ingenieur wie der Bauer und alle Nationen. Zirkus verbindet alle Kulturen und Länder und Krone tat dies zu allen Zeiten.  

Das Programm fesselt mich, lässt die Zeit wie Fluge vergehen, mich Alltagssorgen vergessen. Ich sehe mich selbst am Trapez, im Löwenkäfig und als Clown in der Manege und entwerfe meine eigene Nummer. So wie früher als kleiner Junge. 

Kabarett, Varieté, Konzerte, Lesungen, Theater oder eben Zirkus haben einen gemeinsamen Nenner – Künstler zum Anfassen. Vielleicht war es der Krone, der mich neugierig auf fühlbare Kunst machte. Meine Familie und ich erlebten Circus William auf dem Viehmarkt oder Peter Pan im Staatstheater mit der gleichen Freude. 

Natürlich nehme ich die Inhalte eines Programms nicht ungeprüft hin. Seit meinem ersten Besuch erinnere ich mich an die Mahnwachen gegen Wildtierhaltung und Dressur und überlege, ob diese noch zeitgemäß ist. Ein Blick hinter die Kulissen blieb mir persönlich, wie fast allen, bisher verwehrt. Boykott steht für mich dennoch nicht zu Debatte, weil Zirkus eben viel mehr ist. Ich überlege, wie ich den Löwen nach seiner Meinung fragen könnte.  

Die Dressur ist jedenfalls grandios. 22 Löwen helfen eben nicht nur beim erfolgreichen Weltrekordversuch im Männchen machen. Sie spielen und raufen und schmusen mit Dompteur Martin Lacey Jr. 

Wie gewohnt bietet der Krone hohe Kunst in allen Resorts. Eine Mischung der klassischen und modernen Darstellung, die die neue Richtung des Jubiläumsprogramms „Evolution“ des Circus Krone bestätigen. 

Anja:  Die Vorlage für Geschichten

Zirkus war für mich immer weit entfernt, nicht weil ich nicht in den Zirkus gehen wollte, sondern weil es für meine Mutter immer schwierig war an Karten zukommen. Sie hatte einfach keine Zeit sich stundenlang anzustellen. 

Bei meinem Mann und seiner Familie war es dagegen Tradition am 2. Weihnachtsfeiertag in den Circus Krone in München zu gehen. Den Circus Krone kannte ich nur aus dem Fernsehen durch "Stars in der Manege" und die Festivalübertragungen aus Monaco.  Es ist fantastisch, die Clowns, Artisten und Tiere, welche gerade noch auf dem Bildschirm waren, in echt vor einem zu sehen.  

Natürlich frage ich mich, ob Tierdessuren noch sein müssen. Und das Publikum zeigte es auch. Nicht jede Nummer wurde mit Beifall verabschiedet. Aber die Zeiten haben sich geändert, der Umgang mit den Tieren hat sich geändert und Circus Krone ist auch ein Zirkus, der sich Diskussionen stellt. Circus Krone ist und bleibt, trotz allem Für und Wieder, für mich Der Zirkus – Der Zirkus, der als Vorlage für Büchern in Erscheinung tritt, sei es im Kinderbuch oder Fantasyroman. Der Zirkus, der die Faszination vom "fahrenden Volk" behalten hat und trotzdem für Moderne und Innovation steht. Und er ist für mich immer Familie und Weihnachten verbunden.  

 
Sohn: Ein besonderer Platz 

Der Circus Krone hat einen ganz besonderen Platz in meinem Leben.  

Er war der erste Zirkus in meinem Leben seitdem ich mich erinnern kann. Als kleiner Junge aus Cottbus war natürlich München eine ganz besondere Stadt. München ist die Heimat von meinem Vater und meinen Großeltern. Als Weihnachtsgeschenk für mich war geplant, die Weihnachtsveranstaltung des Circus Krone zu besuchen. Das war meine erste Begegnung und es war großartig. Seitdem liebe ich Zirkusse allgemein. Und auch wenn ich jetzt schon fast 12 Jahre nicht mehr im Circus Krone war, habe ich immer mit Begeisterung die Übertragungen von “Stars in der Manege” verfolgt.  

Was mich bis heute fasziniert, ist der stätige Wandel in der Zirkuswelt. Immer wieder entsteht was Neues. Eine besondere Art der Dressur oder komplett neue Kunststücke, alles sowas sieht man meist nur im Zirkus. Der erste Zirkus, der mir in den Kopf springt, wenn ich an neue und interessante Wege der Unterhaltung denken muss, ist der Circus Krone.    

Tochter: Mit offenen Augen Träumen 

Circus Krone ist ein Ort, wo man mit offenen Augen Träumen kann. Das war mein drittes Mal im Circus und mein schönstes Mal im Circus. Um genau zu sein im Circus KRONE! Wir waren am 3.8.17 im Circus Krone. Wir saßen in der Loge5. In der fünften Vorstellung der Papageien wurde ich nach vorne geholt von Alessio. Ich hatte kleine bunte Papageien auf dem Arm und der Hand.

(Anmerkung d.R.: dieser Text wurde von der 8 jährigen selbst geschrieben und es wurden nur Rechtschreibfehler korrigiert) 

Wer neugierig geworden ist: Vorstellungen sind noch heute um 19:30 Uhr, Sonntag 14:00 und 18:00 Uhr und am Montag um 15:30 Uhr. 

Für alle Kinder: 30 min vor den Nachmittagsvorstellungen könnt ihr von den echten Zirkusclowns geschminkt werden, dürft auf den Pferden reiten und einen Schnellkurs im Jonglieren bekommen. 

Wer sich die Tiere ansehen möchte und sich eine Meinung bilden, wie der Circus Krone mit seinen Tieren umgeht, kann sich morgen ab 10:00 Uhr den Krone-Zoo ansehen. 

 

 

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