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Cottbus Donnerstag, 13 Juli 2017 10:32 |  von Redaktion

Cottbuser Polizist Jürgen Maresch: "Hamburg und Cottbus sind nicht zu vergleichen - Oder doch?"

Cottbuser Polizist Jürgen Maresch: "Hamburg und Cottbus sind nicht zu vergleichen - Oder doch?"

Jürgen Marsch äußert sich nach dem G20-Wochenende in Hamburg zur Situation des Linksextremismus in Cottbus. Er selbst war als Polizist mit im Einsatz: "Noch unter dem Eindruck des Einsatzes in Hamburg stehend, ich habe an diesem als Polizist teilgenommen, stelle ich mir die Frage, ob Hamburg und Cottbus zu vergleichen sind. Der geneigte Leser wird sicher denken - niemals. Und doch erkenne ich Gemeinsamkeiten. Zum Beispiel das Dulden von linksextremistischen Subkulturen. Das Ergebnis dessen hat die Welt in Hamburg gesehen und ich auch unmittelbar erlebt. Denn auch hier in Cottbus ist es, zumindest auf der linken Seite (SPD, Linke, Grüne und auch AUB) Fakt, dass die Denke vorherrscht, dass linksextremistische Zentren nicht so schlimm sind ja sogar mit Geld bedacht werden.

Dies immer unter dem Deckmantel, dass die Zivilgesellschaft gestärkt wird. Die Verantwortlichen der Stadt Cottbus machen mit und dulden es. Im Kampf gegen Rechts sind in Cottbus alle geeint - Richtig so. Im Kampf gegen Linksextremisten herrscht Stille und wenn man darauf aufmerksam macht, wird man verlacht, verhöhnt und gedemütigt. So ist es möglich, dass im letzten Jahr eben ein Mitglied der vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuften DKP durch den linken Block in der Stadtverordnetenversammlung als Beisitzer im Jugendhilfeausschuss gewählt wurde. So ist es möglich, dass der Cottbuser Aufbruch mit dem von Linksextremisten durchsetzten Verein bzw. Organisation Cottbus Nazifrei zusammenarbeitet, diesen verteidigt und nicht hinterfragt.

Cottbus und Hamburg haben viel gemeinsam. In beiden Städten werden linksextremistische Strukturen geduldet, gefördert und eben nicht bekämpft. Um es klar zu schreiben, ich habe selbst erlebt was dabei heraus kommt. Wer Antidemokraten mit Antidemokraten bekämpfen will handelt selbst antidemokratisch."

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Kommentare

  • von Bernd Müller Samstag, 15.07.2017, 17:27

    Die DKP hat sich jetzt übrigens selbst zu dem Schreiben von Herrn Maresch geäußert.

    http://dkp-cottbus.info/linksextrem-absurder-vorwurf/

  • von Bernd Müller Samstag, 15.07.2017, 00:10

    Wenn Herr Maresch die Wahl des besagten DKP-Mitglieds wirklich hätte verhindern wollen, dann hätte er zur Abstimmung gehen sollen. Gewählt wurde das DKP-Mitglied mit 18 zu 17 Stimmen. Herr Maresch hat seine Stimme nicht abgegeben und damit die Wahl erst ermöglicht.

    Der Verfassungsschutz betrachtet die DKP zwar als linksextremistisch, aber das besagt noch nicht, dass sie es auch ist. Der Verfassungsschutz geht bei der Bestimmung doch recht willkürlich vor. Die DKP steht zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung, aber nicht zum kapitalistischen Wirtschaftssystem. Und diese Haltung ist nach dem Verfassungsschutzgesetz eigentlich legitim, nur sieht es der Verfassungsschutz anders.

    Linksextremismus nach der Definition des Verfassungsschutzes nicht gleichbedeutend mit Gewalt, Steine werfen und Polizisten verprügeln. Herr Maresch baut offensichtlich auf die Unwissenheit der Bürger. Hamburg und Cottbus sind sich jedenfalls in keiner Weise ähnlich.

    Dass er meint, in der Stadtverordnetenversammlung gebe es einen linken Block bestehend aus "SPD, Linke, Grüne und auch AUB" zeigt doch den Meinungswandel des Herrn Maresch. Der ehemalige Landtagsabgeordnete der Linken schwadroniert jetzt wie ein beliebiges AfD-, CDU- oder NPD-Mitglied von einem imaginären Linksblock, den es nicht gibt. So ändert sich also die Gesinnung.

    Wer nachlesen will, was im letzten Jahr in der Stadtverordnetenversammlung hinsichtlich des Linksextremismus passierte, kann es u.a. hier nachlesen: http://dkp-cottbus.info/cottbuser-stadtverordnete-mit-demokratiedefizit/

  • von Matthias Ostrowski Donnerstag, 13.07.2017, 11:52

    die DKP ist eine Partei und nicht verboten und der Vertreter durch Demokratische Wahl im Stadtparlament - genau wie auch die NPD. Das ist so in einer Demokratie - da gibt's auch Leute im Parlament, die nicht die gleiche Meinung haben, wie man selbst.

    Wie jetzt ein DKP-Beisitzer den ganzen Jugendhilfe-Ausschuss steuert, würde mich mal interessieren.

    Was sich hier in Cottbus allerdings als "Antifaschist" geriert, lässt einen linken Demokraten wie mich allerdings wirklich erschaudern. Für Kritik an Sitzblockaden gegen angemeldete Demos wird man abgekanzelt, Protest wird zum Räuber-und-Gendarm-Spiel mit der Polizei und die Slogans, die auf den eigenen Demos skandiert werden, sind mindestens fragwürdig und zum Teil menschenverachtend.

  • von T. Langen Donnerstag, 13.07.2017, 11:45

    Sehr geehrter Herr Maresch,

    von Ihnen als Polizist wäre eigentlich zu erwarten, dass Sie den freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat schützen und sich differenziert äußern.

    Zur Eskalation in Hamburg hat nicht zuletzt die Polizei maßgeblich beigetragen, indem sie gleich zu Beginn der WelcomeToHell-Demo in diese knüppelnd hineingestürmt ist und eine Massenpanik riskiert hat. Dass sie dabei auf ein Gegenüber gestoßen ist, die auf diese Eskalation nur gewartet haben, ist unbestritten. Die folgenden Ausschreitungen sind erwartbar gewesen und wurden durch die Weigerung der Polizei, im Schanzenviertel Präsenz zu zeigen, gefördert.

    Die Plünderungen und Zerstörungen sind laut Anwohnerberichten im Wesentlichen nicht von (erkennbaren) Mitgliedern des Schwarzen Blocks ausgegangen, sondern von "ganz normalen" jungen alkoholisierten Männern, die die Gunst der Stunde genutzt haben.

    Eine sinnvolle Reaktion seitens der Polizei wäre also maßvolles und angemessenes Handeln gewesen - mit Ihrer mentalen Fixierung auf "linksextremistische Strukturen" zielen Sie auf die Etablierung eines autoritären Staates - die Gewaltproblematik gehen Sie aber überhaupt nicht an.

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