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Cottbus Montag, 15 Mai 2017 15:00 |  von Redaktion

Schnelleren Abschied vom Kraftwerk Jänschwalde jetzt gestalten

Schnelleren Abschied vom Kraftwerk Jänschwalde jetzt gestalten

Cottbus, 08.05.2017. Angesichts der Veröffentlichung eines Gutachtens, das dem Kraftwerk Jänschwalde „keine wirtschaftliche Zukunft nach 2021“ bescheinigt, fordert der Umweltverband GRÜNE LIGA die Brandenburger Landesregierung auf, sich dem schnellen Abschied von diesem Kraftwerksstandort zu stellen.
„Offenbar wird das Kraftwerk Jänschwalde in wenigen Jahren Geschichte sein. Je mehr sich eine zeitnahe Stilllegung abzeichnet, umso mehr muss der Standort Jänschwalde Vorrang bei der Unterstützung des Strukturwandels in der Lausitz haben. Denn ein schrittweiser Ausstieg aus der Braunkohle beginnt zwangsläufig bei den ältesten und klimaschädlichsten Kraftwerksblöcken, während die Kraftwerke Schwarze Pumpe und Boxberg noch eine längere Laufzeit erwarten können.“ sagt René Schuster von der GRÜEN LIGA.
Schuster weiter: „Die Potsdamer Landesregierung scheut sich seit Jahren, den Menschen die Wahrheit über die Zukunft des Kraftwerkes zu sagen. Sie trägt die Verantwortung, wenn der Wahlkreis des Ministerpräsidenten nun von der Entwicklung überrollt wird.“
Das amerikanische Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA) kommt in einer Bewertung der Ende April von der EU beschlossenen Emissionsgrenzwerte für Kraftwerke zu dem Ergebnis, dass Nachrüstungen des Kraftwerkes Jänschwalde nicht wirtschaftlich sind. Es habe daher „keine wirtschaftliche Zukunft nach 2021“.
Mit dem Verzicht von Vattenfall auf den Bau einer CCS-Demonstrationsanlage im Dezember 2011 und den im Februar 2012 von der Landesregierung einstimmig beschlossenen Klimaschutzzielen war seit Jahren ein Ende des Kraftwerkes bis spätestens 2029 besiegelt. Schon diese logische Konsequenz wurde jedoch über Jahre totgeschwiegen, statt sich dem Abschied vom Kraftwerksstandort zu stellen und ihn rechtzeitig zu gestalten. Die LEAG suggeriert in ihrem Ende März vorgestellten Revierkonzept einen Betrieb des Kraftwerkes bis nach 2030, ohne dies überzeugend zu begründen. 
Im vergangenen September hatte die GRÜNE LIGA gemeinsam mit dem evangelischen Kirchenkreis Cottbus und dem Liechtenstein Institute for strategic development als erste die Initiative ergriffen und eine Konferenz zur Zukunft nach dem Kraftwerk veranstaltet. 

pm/red

Foto: Wikipedia, CC 3.0 Lizenz

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