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Cottbus Samstag, 12 November 2016 11:02 |  von (Kunde4)

Tagung: Das (sorbische/wendische) gute Leben – Entwicklungsperspektiven für die Lausitz

Tagung: Das (sorbische/wendische) gute Leben –  Entwicklungsperspektiven für die Lausitz

Wie sehen Entwicklungsperspektiven für die Lausitz aus, insbesondere für die zeit nach der Kohle? Gibt es diesbezüglich eine spezifische sorbisch/wendische Sichtweise? Kann die sorbisch/wendische Identität einen Beitrag zur Entwicklung der Lausitz liefern - und welchen?

Dies sind Fragen, die auf einer Tagung am 26.11. an der BTU Cottbus - Senftenberg diskutiert werden sollen.

Das (sorbische/wendische) gute Leben –

Entwicklungsperspektiven für die Lausitz

Programm der Tagung an der BTU Cottbus-Senftenberg

26.11. 11.00 - 18.00 Uhr,
Senatssaal der BTU Cottbus, Hauptgebäude Zentralcampus

Die Debatte um die Zukunft der Lausitz – insbesondere „nach der Kohle“ – nimmt Fahrt auf. Wo viele insbesondere auf die Wirtschaftsförderung schauen, wollen wir mit der Tagung wieder einen Schritt zurück treten und die kulturellen Potentiale der Lausitz in den Blick nehmen. Wir wollen auf die lokalen und regionalen Identitäten schauen und daraus Entwicklungsperspektiven für die Lausitz ableiten und diskutieren. Regionale Identität ist ein Schlüsselelement der Institutionalisierung von Region und Voraussetzung regionalpolitischer Handlungen, die darauf basieren müsses, dass eigenmotivierte, lokale Akteure selbstständig ihr Handeln an übergeordneten Zielsetzungen ausrichten.

Den Fokus legen wir hierbei insbesondere auf die sorbische/wendische Kultur. Zum einen könnte man annehmen, dass diese für ihre Angehörigen eine Bindung an die Region darstellt, die sie veranlasst, an Stelle einer Exit-Option – den Weg aus der Region hinaus – häufiger die Voice-Option – das Engagement für und Investition in die Region – zu wählen. Zum anderen bietet die sorbische/wendische Kultur auch ein Repertoire, das als gemeinsame Ressource für regionale Entwicklungsstrategien genutzt werden kann.

Als alleiniger Träger einer regionalen Identität ist die sorbische/wendische Kultur aber sicher nicht ausreichend. Auch ist ihr Geltungsanspruch als regionale Identität umstritten. Dies wird z.B. in den Diskussionen um das angestammte Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden deutlich, in denen die Gestaltung des Verhältnisses von sorbischer/wendischer und deutscher Identität verhandelt wird.  Aber auch aus Sicht der sorbischen/wendischen Bevölkerung selbst stellt sich die Frage, wie das Sorbische/Wendische heute zeitgemäß gefasst und auch gelebt werden kann. Hier konkurrieren u.a. Identitätskonstruktionen, die das Sorbische/Wendische eher eng fassen und solchen Ansätzen, die es als hybride Identität(en) begreifen.

In den Blick genommen werden auf der Tagung insbesondere aktuelle Tendenzen, also Studien zur regionalen Identität, die derzeitigen verschiedenen Bemühungen um Transformationsperspektiven der Lausitz aber auch die Entstehung einer sorbischen/wendischen politischen Interessenvertretung (serbski sejm), die dann ebenfalls eine an Leitbildern orientierte Entwicklung in den Blick nehmen muss.

Ob es Ansätze eines spezifischen kulturellen „Guten Lebens“ der Sorben/Wenden gibt oder ob solche Entwicklungen über- und interkulturell regional gefasst werden müssen, soll mit verschiedenen Expert*innen und Interessierten in der Tradition der mittlerweile 4. Tagung zum Themenbereich der regionalen Selbstverwaltung und der Sorben/Wenden diskutiert werden.

In memoriam Johannes Kapelle, einem streitbarer Verfechter für die Bewahrung der Schöpfung und der niedersorbischen Kultur sowie einem Vorbild zivilgesellschaftlichen Engagements, der unsere letzte Tagung bereicherte.

Programm:

11.15 Uhr Hinführung

Moderation Daniel Häfner (RLS Brandenburg, Regionalbüro Cottbus + BTU Cottbus -  Senftenberg)

Ankommen und Begrüßung

Lesung mit Texten aus der Lausitz (Róža Domašcyna, Schriftstellerin)

Regionale und Kulturelle Identität. Problem oder Potential regionaler Entwicklung? (Lutz Laschewski, BTU Cottbus -Senftenberg)

12.45 - 13.45 Uhr Mittag

13.45- 15.15 Entwicklungsperspektiven

Moderation: Lutz Laschewski (BTU Cottbus-Senftenberg)

„Sorbische/wendische Kultur und gutes Leben im 21. Jahrhundert. Beobachtungen aus der Niederlausitz und Schleife“ (Dr. Fabian Jacobs, Sorbisches Institut; Lutz Laschewski, BTU Cottbus - Senftenberg)

Plan B für die Lausitz (Dagmar Schmidt, Lausitzer Perspektiven)

Vorstellungen des sorbischen Gemeinwesens der Serbski Sejm Initiative
(Martin Walde/ Měrćin Wałda, Sejm-Initiative)

15.45 - 16.15 Uhr Kaffeepause

16.15 Uhr Podiumsgespräch
Was ist das (sorbische/wendische) gute Leben? Fluchtlinien für die regionale Entwicklung

Moderation Fabian Jacobs (Sorbisches Institut Bautzen)

In einem Podiumsgespräch sollen Entwicklungsperspektiven für die Lausitz aus sorbischer/wendischer Perspektive diskutiert werden. Nach kurzen Eingangs-Statements wird die Diskussion mit allen Anwesenden geführt:

Jadwiga Mahling/Jadwiga Malinkowa (angefragt, Pfarrerin Schleife)

Robert Lorenz/Robert Lorenc (Kulturwissenschaftler)

Thomas Zschornak/Tomaš Čornak (Bürgermeister Nebelschütz)

Angela Schurmann/Angela Šurmanowa (Mitglied Sorbenrat)


ca. 18.00 Uhr Ende + informelles Abendessen

Die Veranstaltung wird getragen durch den Lehrstuhle "Sozialwissenschaftliche Umweltfragen" an der BTU Cottbus - Senftenberg, das Sorbische Institut Bautzen und die Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg, regionalbüro Cottbus. Eine Anmeldung ist erbeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Foto: Peter Becker

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