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Cottbus Mittwoch, 05 Oktober 2016 22:13 |  von Redaktion

Ein Brauer auf Abwegen – Das Labieratorium auf dem Kilimanjaro

Ein Brauer auf Abwegen – Das Labieratorium auf dem Kilimanjaro

Der Kilimanjaro, einer der Sieben Summits (die jeweils höchsten Berge der sieben Kontinente), hat viele Bezeichnungen: Dach Afrikas, Berg des Friedens und der Freiheit und höchster freistehender Berg der Erde. Er ist atemberaubend und seine Besteigung atemraubend.

Im September hat sich Olaf Wirths, Biersommelier und Brauer der Herausforderung gestellt und den Berggipfel erklommen. Doch was hat die Lebenserfahrung einer Bergbesteigung mit Bier, Brandenburg und Cottbus zu tun?

Seit Januar 2016 ist das Labieratorium in der Brandenburger Brauereien-Landschaft vertreten. Mit einer ersten internationalen Auszeichnung konnte diese bereits auf sich aufmerksam machen. Aktuell ist das Labieratorium aber nach wie vor auf fremde Brauereien angewiesen, die Kapazitäten zur Verfügung stellen. Eine eigene Brauerei in Cottbus ist der Traum. Der nächste Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel war die Eröffnung einer eigenen Craft Beer-Bar auf dem Cottbuser Altmarkt. Im Labyrinth werden derzeit sieben eigene Bierkreationen frisch vom Fass ausgeschenkt. Spätestens Mitte 2017 soll die Eröffnung der eigenen Brauerei folgen.

"Unser Unternehmen wächst stetig und fängt an sich zu etablieren. Dabei müssen wir uns immer wieder neuen und komplexen Herausforderungen stellen. Wichtig ist uns dennoch, nicht unsere Grundidee aus den Augen zu verlieren. Wir wollen mit Leidenschaft am Ball bleiben".

Um zu erleben, wie viel Kraft es kosten kann ein klares Ziel zu erreichen, hat sich Olaf Wirths einem strapaziösen Stresstest unterzogen und sich der Besteigung des Kilimanjaros gestellt. Er wollte die erfahren, wie es ist die Höhen und Tiefen eines anstrengenden Unterfangens zu bestehen. Ein weiteres Ziel war es, der Erste zu sein, der Craft Beer auf diesen Berg befördert. Am 10. September flog er aus diesem Anlass nach Tansania. Innerhalb von sechs Tagen gelang ihm der 5.895 Meter hohe Aufstieg auf den Gipfel des Berges. Während des Abenteuers war er einem Wechselbad der Gefühle ausgesetzt. Auf Euphorie folgte Erschöpfung und Apathie, bis hin zu Resignation und erneuten Motivationsschüben.

10.09.2015 Flug nach Tansania
11.09.2015 Expeditionsbeginn - Euphorie (1840 m)
12.09.2015 Motivation und klare Zielorientierung (2720 m)
13.09.2015 Anstrengungen, Akklimatisierung und veränderte Außenbedingungen (3720 m)
14.09.2015 Überanstrengung, Demotivation (4120 m)
15.09.2015 Erschöpfung, Apathie (4703 m)
16.09.2015 Resignation, Trance, Überlebensmodus (5685 m) - Motivationsschub, Ziel erreicht (5895 m)
- Abstieg

Zitat Olaf Wirths, Biersommelier und Brauer: „Hätte ich vorher gewusst, was da auf mich zukommt, ich weiß nicht, ob ich den ersten Schritt gemacht hätte. Zwischenzeitlich war nur noch der Überlebenswille da und der innere Kampf gegen die eigene Antriebslosigkeit. Ich musste mich immer wieder auf das Neue einen Weg finden mich selbst zu motivieren. Beim Erreichen des Gipfels war ich dann völlig ausgelaugt, aber glücklich. Eines war mir allerdings am Gipfel klar. Nicht noch einmal. Ich hoffe, dass der Aufbau der eigenen Brauerei und der Vertrieb unserer Biere uns nicht ganz so extrem in den Bereich der Grenzerfahrungen bringen wird. Heute, einige Tage später, würde ich den Weg ein weiteres mal beschreiten."
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