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Cottbus Mittwoch, 10 August 2016 08:19 |  von Redaktion

Cottbuser Menschenrechtszentrum erhält Brandenburger Freiheitspreis

Cottbuser Menschenrechtszentrum erhält Brandenburger Freiheitspreis

Das Menschenrechtszentrum Cottbus ist ein würdiger erster Träger des Brandenburger Freiheitspreises. Oberbürgermeister Holger Kelch: „Ich freue mich, dass das Menschenrechtszentrums Cottbus erster Träger des Brandenburger Freiheitspreises wird. Die Auszeichnung ist eine verdiente Anerkennung für eine wichtige Arbeit zur Aufklärung der Cottbuser Geschichte, und sie wirkt gleichermaßen in die Zukunft. Freiheit bleibt die Grundlage für eine demokratische Gesellschaft.“  

Eine Jury unter Vorsitz von Alt-Bischof Prof. Wolfgang Huber hat den Preis, der anlässlich des 850. Gründungsjubiläums des Domes Brandenburg gestiftet wurde, dem MRZ zuerkannt. Insgesamt waren 28 Persönlichkeiten und elf Institutionen vorgeschlagen worden.  

Huber sagte am Dienstag in Cottbus, überzeugt hätten der Wagemut und die Initiative ehemaliger Häftlinge des Cottbuser Gefängnisses, den Ort ihrer Unfreiheit zum Gedenk- und Lehrort auszubauen. „Zeitzeugen zeigen die Verweigerung von Freiheit.“ Nach seinem Besuch in der Bautzener Straße erklärte Huber, die Zeitzeugnisse „lassen einen nicht mehr los“. Das vom Verein Menschenrechtszentrum Cottbus erworbene ehemalige Gefängnis sei heute ein Ort „lebendiger und anschaulicher Bildung und Gewissensbildung“.  

90 Prozent der Vereinsmitglieder waren früher in Cottbus inhaftiert, darunter der Vorsitzende Dieter Dombrowski, heute Vizepräsident des Landtages Brandenburgs. „Es ist gut, dass der Preis an einen Verein geht und damit an die Menschen, für die wir tätig sind. Der Preis ist eine Ermutigung und Bestätigung für unsere Arbeit.“ Vieles davon werde ehrenamtlich geleistet. 

Der Preis wird am 11. Oktober in Brandenburg durch Außenminister Frank-Walter Steinmeier überreicht. Die Auszeichnung ist mit 25 000 Euro dotiert. 

Das Menschenrechtszentrum Cottbus erhält pro Jahr vom Bund 125 000 Euro Unterstützung. Vom Land Brandenburg kommen 100 000 Euro, von der Stadt Cottbus 25 000 Euro. Der Verein hat sieben fest angestellte Mitarbeiter, darunter eine Bildungsreferentin. Pro Jahr sind etwa 140 000 Euro Betriebskosten notwendig für das alte Gefängnis an der Bautzener Straße.

pm/red

Foto: Stadt Cottbus

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