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Brandenburg Freitag, 29 Januar 2016 15:21 |  von Redaktion

8. Integrationspreis des Landes Brandenburg

8. Integrationspreis des Landes Brandenburg

Verein „Vielfalt statt Einfalt in Frankfurt (Oder)“ und Ghidali Vaideslaver für Integrationsarbeit geehrt

Der 8. Integrationspreis des Landes Brandenburg hat zwei Gewinner: Die Auszeichnung teilen sich der Verein „Vielfalt statt Einfalt in Frankfurt (Oder)“ und Ghidali Vaideslaver vom Verein „Olga e.V.“ aus Brandenburg an der Havel. Sozialstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt überreichte den mit insgesamt 5.000 Euro dotierten Preis heute in Frankfurt (Oder) und sagte: „Wir haben in Brandenburg viele ehrenamtliche Initiativen, Vereine und Projekte, die sich aktiv bei der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen engagieren. Das ist wichtig. Integration hat immer zwei Seiten. Menschen müssen aufeinander zugehen, sich im Alltag begegnen und kennen lernen. Nur so kann es gelingen, dass die zu uns kommenden Menschen Teil unserer Gemeinschaft werden können. Die Ausgezeichneten stehen stellvertretend für die vielen ehrenamtlich Tätigen im Land Brandenburg, die sich tagtäglich in der Flüchtlings- und Integrationsarbeit einbringen. Dafür danken wir ihnen.“ An der Preisverleihung nahmen Dr. Doris Lemmermeier, Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg, und Jens-Marcel Ullrich, Sozialbeigeordneter der Stadt Frankfurt (Oder) teil.

Der Verein „Vielfalt statt Einfalt in Frankfurt (Oder)“ wurde im Januar 2015 gegründet. Er möchte einen Beitrag dazu leisten, die Kleiststadt weltoffener, toleranter, solidarischer, bunter und interessanter zu machen. So bietet der Verein regelmäßig Deutschunterricht für Flüchtlinge an, steht ihnen bei Fragen und Problemen als Ansprechpartner zur Verfügung, vermittelt Hilfsangebote und organisiert die Begegnung von Flüchtlingskindern und einheimischen Kindern. Mit dem Schulprojekt „50 Millionen Flüchtlinge – 50 Millionen Schicksale“ führt der Verein Workshops an Schulen durch, in denen sich Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Flucht und Integration auseinandersetzen. Flüchtlinge kommen dabei in den Unterricht und erzählen ihre persönliche Geschichte. Am Ende des Workshops entwickeln die Schülerinnen und Schüler Ideen für eine bessere Integration. Auch mit dem Comic-Projekt „ver Flucht e Comics“ bringt der Verein Kinder dazu, sich mit dem Thema Flucht kreativ auseinanderzusetzen. Der Verein erhält von dem Preisgeld 3.000 Euro.

Ghidali Vaideslaver, ein passionierter Schachspieler und Ringer, wurde von der Jury als Einzelperson mit dem Integrationspreis ausgezeichnet und erhält 2.000 Euro Preisgeld. Der 67-jährige kam im Jahr 2000 aus Moldawien nach Deutschland und fand in Brandenburg an der Havel seine neue Heimat. Im Jahr 2005 gründete er dort den Sportverein Olga e.V., in dem er vor allem Migrantinnen und Migranten in Schach und Ringen trainiert. Der Verein engagiert sich seit 2012 auch im bundesweiten Projekt „Integration durch Sport“. Im Jahr 2013 startete Herr Vaideslaver außerdem das Projekt „Hausaufgabenbetreuung“, bei dem er langzeitarbeitslose Frauen mit Migrationshintergrund dafür gewinnen konnte, zweimal wöchentlich Vereinsmitglieder und andere interessierte Kinder zwischen Schule und Training zu betreuen und bei den Hausaufgaben zu unterstützen. Er bietet zudem Schach-AGs in Schulen und jeden Freitag kostenlosen Schachunterricht in einem Übergangswohnheim für Flüchtlinge an. Herr Vaideslaver konnte an der heutigen Preisverleihung selbst nicht teilnehmen, da er zeitgleich zwei Schüler begleitet, die ein Schach-Bundesfinale erreicht haben.

Sozialstaatssekretärin Hartwig-Tiedt sagte bei der Preisverleihung: „Der Integrationspreis ist im Laufe der Jahre zu einer richtigen Institution geworden und hat durch die Entwicklungen in den vergangenen Monaten an Bedeutung gewonnen. Inzwischen wird er seit dem Sommer 2015 von einem Förderprogramm der Landesregierung zur Unterstützung ehrenamtlicher Willkommensinitiativen flankiert. Seither konnten bereits 130 Projekte finanziell jeweils mit bis zu 1.000 Euro unterstützt werden. Und es entstehen immer weitere ehrenamtliche Initiativen und Projekte. Diese Vielfalt zeigt eindrucksvoll, dass wir in Brandenburg auf dem richtigen Weg sind.“

Brandenburgs Integrationsbeauftragte Dr. Doris Lemmermeier sagte: „Die Integration von Flüchtlingen im Land Brandenburg wird von dem großartigen bürgerschaftlichen Engagement maßgeblich getragen. Die Spannbreite der verschiedenen Angebote für das Zusammenleben mit Migrantinnen und Migranten sowie für die Aufnahme und Integration von Geflüchteten ist äußerst vielseitig. Das zeigen auch die beiden Preisträger. Diese Angebote helfen, Vorbehalte und Ängste abzubauen. Zugewanderte Menschen sind eine Chance für unsere Gesellschaft. Sie wollen sich mit ihrem Wissen und ihrem Können einbringen, Freunde gewinnen und selbst anderen Menschen helfen.“

Der Brandenburger Integrationspreis wird seit 2008 jährlich vergeben. Diesmal wurden Initiativen und Projekte gesucht, die sich in besonderer Weise für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund im Land Brandenburg einsetzen – und das so kreativ und nachhaltig wie möglich. Bewerben konnten sich Einzelpersonen, Träger, Organisationen, private Initiativen und Vereine, aber auch Kitas, Schulen, Kommunen, Unternehmen und Kammern. Eine Jury wählte die Preisträger aus.

 

 

 

Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg

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