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Brandenburg Montag, 27 März 2017 13:37 |  von Redaktion

Schlüsseldienste: Gericht untersagt Abzocke in Notsituationen

Schlüsseldienste: Gericht untersagt Abzocke in Notsituationen

Die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) hat vor dem Landgericht Rostock einen Sieg gegen den Schlüsselnotdienst Sun 24 errungen. Streitpunkt waren mehrere, nach Ansicht der Verbraucherschützer unrechtmäßige Regelungen im Auftragsformular des Schlüsseldienstes. Das Gericht bestätigte die Auffassung der VZB. Betroffene haben in diesem Fall jedoch wenig Grund zur Freude.

Noch vor Ausführung der Arbeiten ließ der Schlüsseldienst Sun 24 Verbraucher ein Auftragsformular unterzeichnen, in dem sieben unwirksame Regelungen enthalten waren. „Mit der Unterschrift unter dem Auftrag unterzeichneten Betroffene so Klauseln, die den Notdienst von jeglicher Verantwortung für Fehler freisprechen sollten“, erklärt Juristin Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Unter anderem versuchte Sun 24, sich von der Haftung im Fall eines Mangels freizusprechen. Das Kleingedruckte enthielt weiterhin Angaben zu angeblich bereits getroffenen Preisvereinbarungen. Zudem stand dort geschrieben, dass der Auftrag zur Zufriedenheit des Kunden ausgeführt worden sei. „Es ist natürlich nicht möglich, vor der Ausführung von Arbeiten die Zufriedenheit zu bestätigen und dies darüber hinaus zum Bestandteil des Vertrages zu machen“, so die Verbraucherschützerin. „Die Wirkung der beanstandeten Klauseln ist eindeutig: Verbraucher werden nach Bezahlung vor Ort davon abgehalten, Rückforderungsansprüche zu stellen.“

Um Verbraucher vor dieser Masche zu schützen, zog die Verbraucherzentrale Brandenburg vor Gericht – mit Erfolg. „Das Gericht hat die Ansicht der Verbraucherzentrale bestätigt und dem Schlüsseldienst untersagt, diese Regelungen weiterhin zu benutzen. Allerdings existiert die Firma Sun 24 inzwischen nicht mehr. Deshalb bleiben betroffene Verbraucher auf den überhöhten Rechnungen sitzen“, erklärt Fischer-Volk.

Immer wieder sorgen Schlüsseldienste bei Verbrauchern für Probleme. Deshalb empfiehlt die Verbraucherschützerin: „Bei begründeten Zweifeln an der Höhe des Preises, den der Schlüsseldienst vor Ort in Rechnung stellt, ist es immer besser, zunächst hartnäckig zu bleiben. Verbraucher sollten dann nur einen Teil der Summe anzahlen und die Rechnung auf ihre Rechtsmäßigkeit hin überprüfen lassen.“ Verbraucher, die einem Streit vor Ort vorbeugen wollen, sollten vorab am Telefon die Notlage genau beschreiben und mit dem Schlüsseldienst einen Festpreis inklusive Anfahrtspauschale vereinbaren. Das Öffnen einer nur zugefallenen Tür mit üblichem Schloss dauert in der Regel nur wenige Minuten und kostet etwa 75 bis 100 Euro. Für Einsätze außerhalb der üblichen Arbeitszeiten wie am späten Abend, an Wochenenden und Feiertagen darf der Notdienst darüber hinaus noch Zuschläge berechnen.

Betroffene, die Probleme mit Schlüsseldiensten haben, finden Individuellen Rat

-        in den Verbraucherberatungsstellen, Terminvereinbarung unter 0331 / 98 22 999 5 (Mo bis Fr, 9 bis 18 Uhr) oder online unter www.vzb.de/termine,

-        am Beratungstelefon unter 09001 / 775 770 (Mo bis Fr, 9 bis 18 Uhr, 1 €/min a. d. dt. Festnetz, Mobilfunk abweichend) sowie

-        per E-Mailberatung auf www.vzb.de/emailberatung

pm/red

Foto: Symbolbild; Rainer Sturm  / www.pixelio.de

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